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Papst ehrt Gaudí und segnet Jesus-Turm der Sagrada Família

10.06.2026, 22:06

Papst Leo XIV. hat in Barcelona eine Messe zu Ehren des auf den Tag genau vor 100 Jahren gestorbenen Architekten Antoni Gaudí in der von ihm entworfenen Basilika Sagrada Família gefeiert. Geladen waren rund 4.000 Teilnehmer, darunter König Felipe VI., Königin Letizia sowie Regierungschef Pedro Sánchez. Zuvor hatte der Pontifex am Grab Gaudís in der Krypta der Basilika gebetet. 

In seiner Predigt bezeichnete der Papst die 144 Jahre nach Baubeginn immer noch unvollendete Kirche als architektonisches Meisterwerk und als «sichtbares Zeichen des unsichtbaren Gottes», «zu dessen Ehre ihre Türme emporragen». Als ein tiefgläubiger Architekt habe Gaudí «diese Räume mit dem Wunsch entworfen, die Geheimnisse des Lebens des Herrn zu erzählen».

Am fünften Tag seines Spanien-Besuchs sprach sich der Papst erneut gegen Krieg und Gewalt aus sowie gegen die Missachtung des Leids von Menschen auf der Flucht und in Not. «Wir können nicht an Jesus glauben und Krieg führen. Wir können nicht an Jesus glauben und Unschuldige töten. Wir können nicht an Jesus glauben und diejenigen im Stich lassen, die leiden, die weinen, die vor der Not fliehen.»

Höchste Kirche der Welt durch Doppelkreuz aus Bayern

Nach der Messe zum Abschluss seines Barcelona-Aufenthalts segnete der Papst den Hauptturm, der die Basilika zur höchsten Kirche der Welt gemacht hat. Diesen Titel hatte seit 1890 das Ulmer Münster innegehabt. Seine endgültige Höhe von 172,5 Metern hatte der Jesus-Turm im Februar durch das Aufsetzen eines von innen begehbaren Doppelkreuzes erreicht. Es wurde von dem Stahlbauunternehmen Gartner im bayerischen Gundelfingen gefertigt. 

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, der zur Zeremonie angereist war, würdigte das Doppelkreuz in einer Mitteilung als einen «außergewöhnlichen deutschen Beitrag zur Vollendung eines der berühmtesten Bauwerke der Welt». Orte wie die Sagrada Família erinnerten daran, was Europa kulturell verbinde. 

Nach der Segnungszeremonie, die Leo vor der Geburtsfassade abhielt, gab es nach Einbruch der Dunkelheit eine Licht- und Feuerwerkshow. Mit Drohnen wurde am Himmel unter dem Jubel des Publikums in mehreren Farben das Bild von Gaudí gezeichnet. Danach formierten sich die Drohnen für eines der berühmtesten Zitate des Architekten auf Katalanisch: «Zuerst kommt die Liebe und danach die Technik.»

Finanziert durch Spenden und Eintrittsgelder

Die Monumentalbau, dessen Grundstein 1882 gelegt wurde, soll erst in den 2030er Jahren ganz fertiggestellt sein. Das ungewöhnliche und imposante Bauwerk lockt von Jahr zu Jahr mehr Menschen aus aller Welt an, 2025 waren es fast 4,9 Millionen. 134,5 Millionen Euro an Eintrittsgeldern kamen so zusammen. Der Bau wurde von Anfang an nur durch Spenden und inzwischen ganz überwiegend aus den Eintrittsgeldern finanziert. 

Treffen mit Migranten auf den Kanaren

Am Donnerstag fliegt der Papst zu den Kanarischen Inseln weiter. Auf der letzten Station seiner einwöchigen Spanienreise will sich das Oberhaupt von 1,4 Milliarden Katholiken unter anderem mit Migranten vor allem aus Afrika treffen.

Zehntausende Männer, Frauen und Kinder sind dort in den vergangenen Jahren in kleinen Holzbooten in der Hoffnung auf ein besseres und sichereres Leben von Afrika aus über den Atlantik angekommen. Immer wieder wird von Toten während der gefährlichen Überfahrt berichtet. Der Papst hat sich wiederholt für einen humanen Umgang mit Migranten ausgesprochen, denen eine Chance für ein neues Leben gegeben werden müsse.

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