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Goldener Windbeutel 2026: Verbraucher wählen die dreisteste Werbelüge

Die Abstimmung zum Goldenen Windbeutel 2026 ist gestartet. Verbraucherinnen und Verbraucher können bei foodwatch bis zum 5. Juli darüber entscheiden, welches Produkt die dreisteste Werbelüge des Jahres darstellt. Nominiert sind Produkte von Dr. Oetker, Mars, Andechser Natur, LaVita und Beautybears.

Abstimmung für den Goldenen Windbeutel 2026 läuft

Die Verbraucherorganisation foodwatch sucht erneut die aus ihrer Sicht irreführendste Lebensmittelwerbung des Jahres. Ab heute können Verbraucherinnen und Verbraucher online für den Goldenen Windbeutel 2026 abstimmen. Der Negativpreis wird seit 2009 vergeben und soll auf Täuschung und irreführende Werbeversprechen im Lebensmittelhandel aufmerksam machen.

Die Abstimmung läuft bis zum 5. Juli 2026 hier. Das Produkt mit den meisten Stimmen erhält anschließend öffentlichkeitswirksam den Negativpreis.

Diese fünf Produkte sind für den Goldenen Windbeutel 2026 nominiert

1. Airfryer Backpulver von Dr. Oetker

Dr. Oetker bewirbt sein „Airfryer Backin Backpulver“ speziell für die Heißluftfritteuse. Nach Angaben von foodwatch und Tests der Stiftung Warentest soll das Backergebnis jedoch nicht besser sein als mit herkömmlichem Backpulver. Verbraucher zahlen demnach trotzdem  mehr für das Spezialprodukt.

2. Airwaves Cool Cassis von Mars

Bei den Airwaves-Kaugummis wurde der Packungsinhalt von zwölf auf zehn Stück reduziert. Der Verkaufspreis blieb laut foodwatch vielerorts nahezu unverändert. Die Verbraucherorganisation kritisiert diese sogenannte „Shrinkflation“, bei der Kunden weniger Inhalt für nahezu denselben Preis erhalten.

3. Matcha Mango Joghurt von Andechser Natur

Der Bio-Joghurt wirbt auffällig mit der Trendzutat Matcha. Laut foodwatch enthält das Produkt jedoch lediglich 0,1 Prozent Matcha-Pulver. Die grüne Farbe entstehe zudem auch durch zugesetztes Spirulina-Algenpulver. Gleichzeitig wird der hohe Zuckergehalt kritisiert.

4. LaVita Mikronährstoffkonzentrat

LaVita bewirbt sein Produkt als natürliche Grundlage für Gesundheit und Wohlbefinden. Die Verbraucherorganisation bemängelt jedoch, dass das teure Konzentrat überwiegend aus Fruchtsaftkonzentrat besteht und Gesundheitsversprechen suggeriere, die aus ernährungswissenschaftlicher Sicht kritisch bewertet werden.

5. Oh Yeah Bear Libido von Beautybears

Die Gummibärchen sollen laut Hersteller die Libido steigern und mehr Leidenschaft ins Liebesleben bringen. foodwatch kritisiert, dass die versprochene Wirkung wissenschaftlich nicht belegt sei. Verbraucher würden für die Produkte rund 25 Euro bezahlen und erhielten vor allem Zucker sowie zugesetzte Vitamine und Pflanzenstoffe.

foodwatch fordert strengere Regeln gegen Verbrauchertäuschung

Nach Ansicht von foodwatch zeigen die diesjährigen Kandidaten unterschiedliche Formen der Verbrauchertäuschung – von versteckten Preiserhöhungen über übertriebene Gesundheitsversprechen bis hin zu irreführenden Zutatenangaben.

Die Organisation fordert deshalb strengere gesetzliche Vorgaben für Hersteller. Besonders bei Shrinkflation sieht foodwatch Handlungsbedarf. Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung ist mehr Transparenz bei versteckten Preiserhöhungen angekündigt worden.

Darüber hinaus kritisiert foodwatch eine unzureichende Durchsetzung bestehender Vorschriften, etwa der europäischen Health-Claims-Verordnung. Vor allem in sozialen Netzwerken würden irreführende Gesundheitsversprechen häufig kaum kontrolliert.

Goldener Windbeutel: Negativpreis seit 2009

Der Goldene Windbeutel wird 2026 bereits zum 15. Mal verliehen. Zu den bisherigen Preisträgern gehörten unter anderem Actimel von Danone, die Milch-Schnitte von Ferrero und Smart Water von Coca-Cola. Im vergangenen Jahr erhielt die Milka Alpenmilch-Schokolade den Negativpreis wegen ihrer geschrumpften Tafeln.

Bis zum 5. Juli können Verbraucherinnen und Verbraucher nun entscheiden, welches Produkt den Goldenen Windbeutel 2026 erhält.

10.06.2026

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