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Athleten nehmen bei Schlussfeier in Verona Olympia-Abschied

22.02.2026, 21:02

Arrivederci Italien, au revoir 2030 in Frankreich: Nach dem Spektakel auf Schnee und Eis haben sich die Athletinnen und Athleten bei der Schlussfeier in der fast 2000 Jahre alten Arena in Verona von den Olympischen Winterspielen verabschiedet. 

Bei der Parade der Nationen liefen die Rennrodler und Goldmedaillen-Gewinner Tobias Wendl und Tobias Arlt als deutsche Fahnenträger in das Amphitheater ein. Die Doppelsitzer-Athleten hielten die Stange der Fahne gemeinsam und harmonierten auch bei dieser Aufgabe als Duo prächtig.

Die nächsten Winterspiele sind in vier Jahren in den französischen Alpen. Zuvor finden 2028 die Sommerspiele in Los Angeles statt.

Arena von Verona ist fast 2000 Jahre alt

Erstmals ging die Schlussfeier an einem Ort über die Bühne, wo es überhaupt keine Wettbewerbe gegeben hatte: weder bei den offiziellen Gastgebern in Mailand und Cortina d'Ampezzo noch in einem anderen der Austragungsorte, sondern in der Arena von Verona. Das fast 2000 Jahre alte Amphitheater ist durch große Opern-Aufführungen im Sommer bekannt. 

Entsprechend begann die Schlussfeier auch mit einer Ode an die italienische Oper. Ein Einspielfilm mit dem Titel «A Night at the Opera» («Eine Nacht in der Oper») zeigte berühmte Figuren aus Opern wie Giuseppe Verdis «Aida» und «Rigoletto», die dann plötzlich auf der Bühne standen. Die Show vor mehr als 8.000 Zuschauern wurde in viele Länder live übertragen.

Viel Applaus für Gastgeber Italien

Obwohl die Wettbewerbe auf so viele Orte verteilt waren wie noch nie, gab es für Italien international viel Applaus. Auch die neue Präsidentin des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Kirsty Coventry, fand für den Gastgeber bereits kurz vor der Schlussfeier lobende Worte.

«Ich glaube nicht, dass man diese Spiele verlassen kann, ohne von dem, was wir bei den Wettkämpfen gesehen haben, inspiriert zu sein», sagte Coventry. «Ich habe die vergangenen Tage oben in den Bergen im Schnee verbracht und es hat sich wie echte Olympische Winterspiele angefühlt.» Nach Angaben der Veranstalter wurden insgesamt 1,3 Millionen Eintrittskarten verkauft, etwa 150.000 seien ungenutzt geblieben.

In Italien selbst ist die Zufriedenheit auch deshalb groß, weil das «Team Italia» 30 Medaillen gewann, so viele wie bei Winterspielen noch nie - darunter zehnmal Gold. Für Deutschland gab es 26 Medaillen und damit eine weniger als noch vor vier Jahren in Peking. Golden waren acht davon. Ohne die Erfolge im Eiskanal (Rodel, Bob, Skeleton) hätte es schlecht ausgesehen.

Nur noch kleines deutsches Team bei Schlussfeier

So waren die beiden Rodler Arlt und Wendl bei der Schlussfeier in Verona auch besonders als Fahnenträger geeignet. Das Duo holte bei seinen letzten Olympischen Spielen Bronze im Doppelsitzer sowie Gold in der Team-Staffel. Damit sind die beiden 38-Jährigen die erfolgreichsten deutschen Winter-Olympioniken. Insgesamt kommen sie auf sieben Gold- und eine Bronzemedaille.

Neben dem Duo waren aus dem deutschen Team, das mit dem Rekordaufgebot von 185 Athletinnen und Athleten bei Olympia angetreten war, nur noch knapp 20 dabei, die allermeisten sind längst schon abgereist. Die verbliebenen Athleten zeigten aber vollen Einsatz: Das Eiskunstlauf-Duo Annika Hocke und Robert Kunkel führte gar eine Hebefigur auf.

Neuer Schwung durch deutsche Olympia-Bewerbung?

Manche hoffen nun darauf, dass eine mögliche deutsche Bewerbung für die Sommerspiele 2036 oder 2040 neuen Schwung bringt. Dabei könnte es passieren, dass Deutschland in Konkurrenz zum jetzt so zufriedenen Gastgeber Italien gerät: Dort wird intensiv erwogen, mit der Hauptstadt Rom ins Rennen zu gehen, die 1960 schon einmal Austragungsort war.

Mit dem Ende der Winterspiele erlischt dann auch die olympische Flamme. Für die Spiele hatte es nicht nur Applaus gegeben. Am Sonntag demonstrierten mehrere Hundert Menschen in Verona gegen die Spiele. Kritik richtet sich unter anderem dagegen, dass trotz anderslautender Pläne Sportstätten wie der Eiskanal in Cortina völlig neu gebaut oder enorm ausgebaut wurden wie das Biathlon-Stadion in Antholz in Südtirol. Die Veranstalter hatten ursprünglich versprochen, für die «nachhaltigsten Spiele aller Zeiten» zu sorgen. Ob dies gelang, wird man erst später wissen.

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