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Sieg in Melbourne: Alcaraz schreibt Geschichte
Nachdem er Tennis-Geschichte geschrieben hatte, ließ sich Carlos Alcaraz auf den hellblauen Boden in der Rod Laver Arena fallen. Im Duell der Generationen gewann der Weltranglisten-Erste erstmals den Titel bei den Australian Open und damit als jüngster Spieler der Geschichte bei allen vier Grand-Slam-Turnieren die Trophäe. Im Alter von 22 Jahren und 272 Tagen setzte sich der Spanier in Melbourne im Endspiel gegen den 38 Jahre alten Novak Djokovic mit 2:6, 6:2, 6:3, 7:5 durch.
Für Djokovic war es im elften Finale bei seinem Lieblings-Grand-Slam die erste Niederlage. Der Serbe muss damit weiter auf seinen 25. Grand-Slam-Titel warten. Er hätte im Falle des Sieges einen Titel mehr als die Australierin Margaret Court gehabt, mit der er sich den Rekord für die meisten Erfolge bei den vier wichtigsten Tennis-Turnieren teilt.
Alcaraz verwandelte im mit großer Spannung erwarteten Finale nach 3:02 Stunden seinen ersten Matchball. Für die Nummer eins der Welt ist es der siebte Grand-Slam-Titel insgesamt. Damit bleibt die Dominanz von Alcaraz und Jannik Sinner bestehen. Einer von beiden hat die nunmehr letzten neun Grand-Slam-Turniere gewonnen. Der letzte Grand-Slam-Sieger, der nicht Alcaraz oder Sinner hieß, war Djokovic 2023 bei den US Open.
«Ich bin überglücklich, diesen Titel gewonnen zu haben», sagte Alcaraz und wandte sich direkt an den unterlegenen Djokovic. «Was du leistest, ist einfach inspirierend. Nicht nur für uns Tennisspieler, sondern für alle Athleten auf der Welt», sagte der Spanier.
Djokovic mit toller Rede bei Siegerehrung
Djokovic zeigte sich als fairer Verlierer. «Was du machst, ist historisch und legendär», sagte der Serbe und war dann sogar zum Scherzen aufgelegt. «Du bist so jung – so wie ich. Ich bin mir sicher, dass wir uns in den kommenden zehn Jahren noch oft begegnen werden.»
Auf der Tribüne applaudierte Rafael Nadal seinen beiden einstigen Kontrahenten. Der Spanier hatte in seiner Karriere zweimal in Melbourne gewonnen, ehe er seine Karriere Ende 2024 beendete. «Es fühlt sich sehr komisch an, dich da oben und nicht hier unten zu sehen», sagte Djokovic an seinen alten Dauerrivalen gerichtet.
2012 hatten sich Djokovic und Nadal in Melbourne das längste Finale der Turniergeschichte geliefert. «Es sind zu viele spanische Legenden hier. Es hat sich ein bisschen wie zwei gegen einen angefühlt», sagte Djokovic. Ob er im Alter von dann 39 Jahren 2027 noch einmal nach Melbourne zurückkehren wird, ließ er offen. «Wer weiß, was morgen ist oder in einem halben Jahr. Es war eine tolle Reise hier», sagte der Serbe.
Guter Start von Djokovic
Djokovic erwischte im Finale den deutlich bessern Start. Der Serbe wusste, wie wichtig der erste Satz für ihn nach den Strapazen im Halbfinale sein würde. Djokovic hatte auf dem Weg in sein elftes Melbourne-Finale Titelverteidiger Sinner in fünf Sätzen bezwungen und dabei mehr als vier Stunden auf dem Platz gestanden.
Zwar hatte Alcaraz im Tennis-Drama gegen Alexander Zverev sogar 5:27 Stunden in der Rod Laver Arena verbracht, der 22 Jahre alte Spanier gilt aber als einer der fittesten Spieler auf der Tour - und ist 16 Jahre jünger als Djokovic.
Doch der Altmeister wirkte zu Beginn im am Sonntag deutlich kühleren Melbourne frisch und hochkonzentriert. Zum 3:1 nahm er Alcaraz den Aufschlag ab und holte sich nach nur 33 Minuten den ersten Satz.
Alcaraz kommt in Schwung
Der Spanier kam dagegen nur mühsam in Schwung und leistete sich bereits im ersten Satz neun ungezwungene Fehler - ungewöhnlich für die Nummer eins der Welt, die im Halbfinale gegen Zverev von heftigen Krämpfen geplagt worden war. Alcaraz hatte zudem von Adduktorenproblemen gesprochen. Und in der Tat wirkte er gegen Djokovic zunächst nicht so dynamisch und druckvoll wie gewohnt.
Doch zu Beginn des zweiten Satzes kämpfte sich der Weltranglisten-Erste in die Partie. Djokovic ließ nun ein paar Prozent nach und Alcaraz war sofort zur Stelle. Zum 2:1 gelang ihm endlich das erste Break. Nach 69 Minuten schaffte Alcaraz den Satzausgleich. Das mit hohen Erwartungen aufgeladene Endspiel war nicht immer hochklassig, aber stets spannend.
Kräfte bei Djokovic lassen nach
Allerdings merkte man Djokovic jetzt deutlich an, dass die Kräfte schwanden. Während Alcaraz nun volle Fahrt aufnahm und sich deutlich besser bewegte, stand der Serbe immer öfter nicht optimal zum Ball und leistete sich mehr Fehler als noch zu Beginn. Alcaraz nutzte das und holte sich mit dem fünften Satzball den dritten Durchgang.
Jetzt sprach alles für den Weltranglisten-Ersten. Doch Djokovic stemmte sich noch einmal mit all seiner Routine gegen die Niederlage. Er wehrte sechs Breakbälle von Alcaraz ab und hatte beim Stand von 4:4 plötzlich selbst die Chancen zum Break. Doch Alcaraz behielt die Nerven und schrieb Tennis-Geschichte.