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Simon Verhoeven über Verlust und Lücken - und «Mama» Senta

29.01.2026, 12:01

Der Dreh der Literaturverfilmung «Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke» mit seiner Mutter Senta Berger war für Regisseur Simon Verhoeven eine sehr persönliche Angelegenheit. «Mir wurde ja selbst eine sehr große Lücke in mein Leben gerissen», sagte der Filmemacher der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf den Tod seines Vaters Michael Verhoeven im April 2024. 

«Es hat mir einen anderen Blick gegeben auf dieses ganze Thema: Wie geht man mit so einer Lücke um? Kann man diese Lücke überhaupt wieder füllen? Wie kann man auch wieder zuversichtlich weiterleben?»

Leichtigkeit trotz der Lücken 

Das ist für den Münchner auch eine zentrale Frage des Films, der nun im Kino läuft: «Wie kann man trotz dieser Lücken, die einem in die Herzen gerissen werden, die wir alle kennen, Zuversicht, Humor und Leichtigkeit finden? Es geht ja nicht nur um die Menschen, die wir verlieren im Leben. Es geht auch um die Träume und Sehnsüchte, von denen wir uns alle immer wieder verabschieden müssen». 

Vollständige Heilung gibt es aber nach Meinung Verhoevens nicht. «Man kann all diese Lücken niemals ganz schließen. Man kann nur lernen, damit zu leben, und genau diese Lücken machen uns zu den Menschen, die wir sind.»

Emotionen auf dem Heimweg

«Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke» ist die Verfilmung eines Romans von Joachim Meyerhoff. 

Besonders eindrücklich ist der Filmmoment, in dem der Großvater der Hauptfigur Joachim in einem Sarg aus dem Haus getragen wird, während dessen Frau vom Balkon oben zusieht. 

«Das war eine Szene, die ich vom Tod meines eigenen Vaters so wahnsinnig einprägsam und einschneidend in Erinnerung habe, dieses nüchterne, sachliche Raustragen des Vaters aus dem Haus. Der letzte Abschied aus dem Haus, er wird nie wieder in dieses Haus kommen», erinnert sich der Filmemacher. 

«Ich hatte da sicher schon mal Tränen in den Augen beim Drehen, aber du hast eben ja diese Verantwortung und diese Aufgabe. Daran kann man sich sehr gut festhalten. Manchmal kommen die Emotionen dann eher auf dem Nachhauseweg.»

«Bist du warm genug angezogen?»

Sehr genossen hat Verhoeven die Zusammenarbeit mit seiner Mutter Senta Berger, so wie schon in der Komödie «Willkommen bei den Hartmanns» von 2016. «Wir sind uns begegnet als Regisseur und Schauspielerin und nicht so sehr als Mutter und Sohn, denn auf der Mutter-Sohn-Ebene wird ja auch viel diskutiert und da kann man sich manchmal ein bisschen verheddern», beschrieb der 53-Jährige. 

«Natürlich muss man trotzdem immer damit rechnen, dass die Mutter dann den Regisseur fragt, ob er sich denn warm genug angezogen hat - vor 50 Leuten.»

«Eine Mutter, eine Mama»

Denn selbst eine berühmte Schauspielerin wie Senta Berger kann offenbar nicht aus ihrer Haut, wenn es um den eigenen Sohn geht. «Sie hat auch immer gesagt: "Du isst nicht genug. Du siehst so blass aus. Schläfst du genug?". Das hat sie aber auch unseren Hauptdarsteller, Bruno Alexander, gefragt», erzählte Verhoeven und fügt lachend an: «Sie ist halt trotzdem eine Mutter, eine Mama. Aber das erschafft ja auch eine schöne, familiäre Atmosphäre am Set.»

Ob die beiden wieder zusammen drehen werden, ist noch unklar - und für Senta Berger derzeit ohnehin kein Thema. Die 84-Jährige hatte sich Mitte Januar bei einem unglücklichen Sturz den Oberschenkel gebrochen und musste operiert werden. Inzwischen ist sie auf dem Wege der Besserung, wie ihr Sohn mitteilte. «Sie wird wieder auf die Beine kommen», zeigte sich Verhoeven zuversichtlich. «Ob sie nochmal drehen wird, das weiß ich nicht. Ich würde es mir sehr wünschen.»

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