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Kerber jubelt mit: Zverev im Halbfinale der Australian Open
Der Traum vom ersten Grand-Slam-Titel lebt für Alexander Zverev weiter. Bei den Australian Open steht der 28-Jährige zum vierten Mal in seiner Karriere im Halbfinale und ist damit nur noch zwei Siege vom ersehnten Triumph bei einem der vier wichtigsten Tennis-Turniere entfernt.
Im Viertelfinale setzte sich Zverev in Melbourne gegen den amerikanischen Senkrechtstarter Learner Tien mit 6:3, 6:7 (5:7), 6:1, 7:6 (7:3) durch und zeigte gegen den 20 Jahre alten Gewinner der ATP Finals für Nachwuchsspieler seine bislang beste Turnierleistung. Im Halbfinale am Freitag bekommt es Zverev jetzt mit dem Weltranglisten-Ersten Carlos Alcaraz aus Spanien oder dem Australier Alex de Minaur zu tun. Für Zverev ist es das zehnte Halbfinale bei einem Grand-Slam-Turnier insgesamt.
«Learner hat von der Grundlinie unglaublich gut gespielt. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal gegen jemanden gespielt habe, der so gut von der Grundlinie war», lobte Zverev seinen Gegner. «Ich konnte mich heute auf meinen Aufschlag verlassen. Ohne die Asse wäre es schwer geworden.» Insgesamt schlug er 24 Asse.
Auch Kerber unterstützt
Zverev verwandelte nach 3:11 Stunden seinen vierten Matchball und ließ sich danach von den Zuschauern feiern. Auf der Tribüne jubelte auch Angelique Kerber mit. Kerber hatte 2016 in Melbourne ihren ersten von insgesamt drei Grand-Slam-Titeln gefeiert und ist zehn Jahre danach zurück am Yarra River. Die heute 38-Jährige glaubt nach wie vor daran, dass auch Zverev noch einmal bei einem Grand-Slam-Turnier triumphiert.
«Ich mache mir um Alexander gar keine Sorgen. Ich weiß, dass er irgendwann ein Grand-Slam-Turnier gewinnen wird», hatte Kerber vor dem Viertelfinale gegen Tien gesagt. «Dafür trainiert er zu hart und gibt alles dafür. Das wird sich irgendwann auszahlen.»
Hitze draußen, gute Bedingungen drinnen
Zverev zeigte in der Rod Laver Arena von Beginn an eine hochkonzentrierte Leistung. Während draußen die Temperaturen auf bis zu 45 Grad kletterten und die Menschen in Melbourne jeden nur möglichen Schattenplatz aufsuchten, fand das Duell mit Tien in der klimatisierten Arena unter geschlossenem Dach bei angenehmen Bedingungen statt. Zverev hatte zwar im Vorfeld gesagt, mit der Hitze kein Problem zu haben, dennoch dürfte auch er froh gewesen sein, dass das Dach bereits zu Beginn seines Viertelfinales geschlossen war.
Gegen Tien konnte sich Zverev von Beginn an auf seinen guten Aufschlag verlassen. Zum 4:2 holte sich der Weltranglisten-Dritte das erste Break und sicherte sich nach nur 36 Minuten den ersten Satz. Zverev hatte auch danach zunächst alles im Griff. Doch ab Mitte des zweiten Durchgangs wurde der vom früheren French-Open-Champion Michael Chang trainierte Tien stärker und brachte Zverev mehr und mehr in Bedrängnis.
Zverev bleibt trotz Satzverlust ruhig
Zverev blieb aber auch in den engen Situationen ruhig, bis ihm im Tiebreak des zweiten Satzes eine folgenschwere Unkonzentriertheit unterlief. Einen einfachen Volley spielte er statt in die freie Spielhälfte genau in den Lauf von Tien, der mit einem schönen Passierball den Punkt machte. Statt Satzball Zverev hieße es Satzball Tien - und kurz darauf schaffte der Amerikaner den Satzausgleich. Das Publikum in der Rod Laver Arena jubelte, Tien animierte es mit gehobener Hand dazu, noch lauter zu werden. Die Partie drohte zu kippen.
Doch Zverev blieb cool, schob sein Niveau wieder auf ein höheres Level und nahm Tien schnell den Aufschlag ab. In nur 28 Minuten holte er sich den dritten Satz und hatte die Begegnung nun wieder im Griff.
Doch Tien kämpfte wie einst sein Trainer Chang um jeden Ball. Beim Stand von 5:6 musste Zverev sogar einen Satzball des jungen Amerikaners abwehren und rettete sich in die Tiebreak. Dort zog er schnell auf 6:0 davon und machte das Weiterkommen im vierten Versuch perfekt.