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Wer könnte auf Maduro folgen?

03.01.2026, 17:01

Nach der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die USA droht ein Machtvakuum. Wer wird die Staatsgewalt in Venezuela nun übernehmen? 

Vizepräsidentin Delcy Rodríguez:

Der Verfassung zufolge müsste Vizepräsidentin Delcy Rodríguez die Führung des südamerikanischen Landes übernehmen. Die 56-Jährige steht für die Kontinuität des «Sozialismus des 21. Jahrhunderts». Die Juristin und erfahrene Diplomatin gilt als eine der loyalsten Figuren in Maduros Machtzentrum.

Als Außenministerin (2014–2017) prägte Rodríguez den konfrontativen Kurs gegen die USA, den sie als Vizepräsidentin fortsetzte. Während Maduro in US-Gewahrsam ist, muss sie die Reaktion auf die Angriffe koordinieren, die Milizen aktivieren und die Verbindung zu Verbündeten wie Russland, China und dem Iran halten. 

Doch ohne Maduro fehlt der Führung die Schlüsselfigur, die bislang die entscheidenden Machtpole - das Militär und die sozialistische Regierungspartei - zusammengehalten hat. Es muss sich zeigen, ob Rodríguez das Land im Ausnahmezustand führen kann - und wohin.

Gewählter Präsident im Exil Edmundo González:

Die USA, aber auch die EU und mehrere lateinamerikanische Staaten sehen den inzwischen im spanischen Exil lebenden Edmundo González Urrutia als eigentlichen gewählten Präsidenten Venezuelas an. Als sich Maduro nach der von Betrugsvorwürfen begleiteten Präsidentenwahl 2024 trotzdem für eine dritte Amtszeit vereidigen ließ, verließ González das Land.

Der 76-Jährige ist trotz seines Sieges ein politischer Außenseiter ohne eigene Machtbasis. Der frühere Diplomat trat erst an, nachdem die populäre Oppositionsführerin María Corina Machado ausgeschlossen worden war. González wurde als moderater Kandidat positioniert, der für einen Übergang stehen soll und international als akzeptabel gilt.

Im inneren Machtgefüge Venezuelas hat González allerdings schlechte Karten. Er hat weder Einfluss auf staatliche Institutionen noch auf Militär und Sicherheitsapparate, die über den Machterhalt entscheiden.

Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado:

Die wichtigste Oppositionspolitikerin ist María Corina Machado, die treibende Kraft hinter dem Wahlkampf von González wurde, nachdem sie ausgeschlossen worden war. Die 58-Jährige gilt als schärfste politische Gegnerin der autoritären linken Führung in Venezuela. Für ihren Einsatz «für einen gerechten und friedlichen Übergang von Diktatur zur Demokratie» in Venezuela erhielt sie 2025 den Friedensnobelpreis.

Machado fordert nun die unverzügliche Einsetzung von González als Nachfolger von Maduro. Er habe die Präsidentenwahl vor eineinhalb Jahren gewonnen und sollte sein verfassungsmäßiges Amt nun antreten, heißt es in einer auf X veröffentlichten Mitteilung Machados.

Eine klare Distanzierung von US-Drohungen ließ Machado jedoch vermissen. Auf die Frage, ob sie eine militärische Intervention der Vereinigten Staaten begrüßen würde, erklärte sie bei einer Pressekonferenz, Venezuela erlebe bereits einen Einmarsch. Sie verwies dabei auf russische und iranische Kräfte sowie auf Kartelle und warf Präsident Maduro vor, das Land zum kriminellen Zentrum Amerikas gemacht habe. Den internationalen Druck auf Maduro und dessen Einnahmequellen begrüßte sie ausdrücklich.

Machado lebte über ein Jahr im Untergrund und reiste unter strenger Geheimhaltung zur Entgegennahme des Nobelpreises nach Oslo aus. Wo sie sich derzeit aufhält, ist unbekannt. Nach ihrer Ausreise hatte sie angekündigt, nach Venezuela zurückzukehren. Ob sie dort politisch handlungsfähig wäre, bleibt angesichts des Drucks durch Sicherheitskräfte und Justiz offen.

Militärführung um Verteidigungsminister Vladimir Padrino López:

Verteidigungsminister Vladimir Padrino López gilt als wichtiger Akteur im venezolanischen Machtgefüge. Neben dem Militär kontrolliert der 62-Jährige auch Schlüsselbereiche der Wirtschaft und Verwaltung, darunter Häfen, die Lebensmittelverteilung und staatliche Programme. Damit ist er nicht nur Garant für die Loyalität der Armee, sondern ein entscheidender Pfeiler der Stabilität der Regierung.

Unter Maduro wurde er zum starken Mann des Militärs, ohne das in Venezuela kein Präsident regieren kann. Auch Vizepräsidentin Rodríguez bräuchte dessen Rückhalt. Beobachter halten es daher für möglich, dass Padrino als Königsmacher das letzte Wort haben und etwa Innenminister Diosdado Cabello oder sich selbst an die Spitze einer Übergangsregierung setzen könnte. Ohne seine Zustimmung ist ein Machtwechsel in Venezuela praktisch ausgeschlossen.

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