Sturmtief Friederike: Über 50 Einsätze in München - Bahn stellt Zugverkehr ein

Sturmböen und Glätte: Heute zog ein Orkan über München und Bayern hinweg. Hier gibt's alle Infos.

 

Abgesagte Veranstaltungen, geschlossene Skigebiete, Flugausfälle und Störungen bei der Bahn: Sturmtief "Friederike" hat am Donnerstag auch Bayern nicht verschont. Hier gibt's die Infos des Tages. 

+++ 17.55 Uhr: Neuester Stand von der S8: Wegen eins Baumes in der Oberleitung ist derzeit die Strecke zwischen Weßling und Herrsching gesperrt. Die S-Bahnen aus Richtung München verkehren bis Weßling und enden dort vorzeitig. Ein Schienenersatzverkehr mit Bus zwischen Weßling und Herrsching ist eingerichtet.

+++ 17.50 Uhr: Nach der Störung heute Nachmittag nun neue Probleme bei der S3: Witterungsbedingt kommt es zu einer Störung an der Oberleitung zwischen Olching und Maisach. Unterbrochen ist die Strecke zwar nicht, Fahrgäste sollten sich aber auf Verzögerungen einstellen.    

+++ 17.45 Uhr: Anders als bei der S3 und S6 gestaltet sich die Störung auf der S8 schwieriger. Nun bestehe zusätzlich der Verdacht auf einen Oberleitungsschaden zwischen Weßling und Seefeld-Hechendorf, teilt die Bahn mit. Wegen eines Baumes in der Oberleitung ist die Strecke zwischen Seefeld-Hechendorf und Herrsching weiterhin gesperrt. Die S-Bahnen aus Richtung München enden vorzeitig in Weßling. Es besteht Schienenersatzverkehr mit Bus zwischen Seefeld-Hechendorf und Herrsching.   

+++ 17.40 Uhr: Die Qualifikation für die Skiflug-WM in Oberstdorf wurde, anders als heute Vormittag geplant, doch noch abgesagt. Weil der Wind auf der Flugschanze im Allgäu am Donnerstagnachmittag immer heftiger wurde, musste der Weltverband FIS die Qualifikation nach mehreren Verzögerungen schließlich komplett absagen. Zuvor wurde bereits der zweite Trainingsdurchgang abgebrochen. Die Qualifikation soll nun am Freitag (14.30 Uhr) vor dem ersten Wertungssprung nachgeholt werden. Auch ein Start der Weltmeisterschaft mit allen 48 Startern ist an diesem Freitag denkbar.

Münchner Flughafen: 20 Flüge ausgefallen 

+++ Vorläufige Bilanz des Sturm-Nachmittages vom Flughafen München: Bis zum Nachmittag fielen 20 Flüge wetterbedingt aus. Grund dafür sei das schlechte Wetter an den Start- und Zielflughäfen gewesen, sagte ein Sprecher. Vor allem innerdeutsche Flüge und Verbindungen nach Amsterdam seien betroffen gewesen. Anders sah es in Nürnberg aus. Dort habe es keine wetterbedingten Flugausfälle gegeben, sagte ein Sprecher am Donnerstagnachmittag. 

+++ 17.20 Uhr: Im Landkreis Freising hat der Sturm heute Nachmittag für einen Stromausfall gesorgt. In den Ortsteilen Attaching und Schwaig waren teils Strom und Telefonanschluss unterbrochen. Ursache war ein Baum, der auf eine Freileitung gedrückt worden war. 

+++ 17.00 Uhr: Am späten Nachmittag hatte die Freisinger Feuerwehr ein größeren Einsatz am örtlichen Gymnasium: Dort lösten sich Teile des Daches. Der Feuerwehr gelang es, dies zu sichern. 

Englischer Garten gesperrt

+++ 16.40 Uhr: Auch die Bayerische Schlösserverwaltung bittet darum, die Schlossparks und den Englischen Garten wegen der Gefahr von herabstürzenden Ästen und umstürzenden Bäumen nicht zu betreten.  

+++ 16.30 Uhr: Die Münchner Feuerwehr hat bis jetzt etwa 50 Einsätze absolviert. Gerade sichern die Einsatzkräfte inkl. Höhenrettungsgruppe eine Blechverkleidung in der Jägerstraße.  

+++ 16.20 Uhr: Auch auf der Zugspitze sorgt der Sturm heute für einen kompletten Stillstand. Das Skigebiet auf dem Gletscher blieb heute geschlossen, wie die Bayerische Zugspitzbahn mitteilte. Deutschlands höchster Berg war nur noch mit der Zahnradbahn von Garmisch-Partenkirchen aus zu erreichen, weil die Gondeln außer Betrieb waren.

+++ 16.00 Uhr: Entwarnung, zumindest teilweise, jetzt auch auf der S6: Die Strecke zwischen Pasing und Starnberg ist wieder befahrbar. Allerdings ist zwischen Starnberg und Tutzing weiterhin kein Zugverkehr möglich. Die S-Bahnen aus München enden vorzeitig in Starnberg. Zwischen Starnberg und Tutzing wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.  

Bahnverkehr in mehreren Bundesländern eingestellt

+++ 15.45 Uhr: Die Deutsche Bahn stellt den Fernverkehr wegen des Orkans "Friederike" ab sofort bundesweit ein. Züge, die noch unterwegs sind, sollten aber soweit möglich bis zum Ziel fahren, sagte ein Bahnsprecher der Deutschen Presse-Agentur. Betroffen sind Zugverbindungen in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Niedersachsen sowie in Teilen von Rheinland-Pfalz. Dort bleibt der Fernverkehr der Deutschen Bahn voraussichtlich ganztägig eingestellt. 

Folgende Zugverbindungen sind nicht betroffen und verkehren wie folgt: 

- Züge der Linie 62 (Frankfurt - Stuttgart - Ulm - München - Salzburg - Klagenfurt) verkehren ab München Richtung Österreich und aus Richtung Österreich bis München
- Züge der Linie 88 (München - Lindau - Bregenz - Zürich) verkehren auf Regelweg
- Züge der Linie 89 ( München - Kufstein - Bozen - Verona) verkehren auf Regelweg
- Züge der Linie 90 (München - Salzburg - Wien - Budapest) verkehren auf Regelweg

+++ 15.40 Uhr: Die Feuerwehr München gibt eine kleine Zwischenbilanz: Bisher gab es 35 kleinere Einsätze. 

+++ 15.15 Uhr: In NRW ist die Lage nach wie vor weitaus angespannter als in Bayern: Ein Terminal des Flughafens Paderborn beispielsweise ist wegen eines schweren Schadens an einem Gebäude evakuiert worden. Wie die Polizei weiter mitteilte, drohte das Dach des Gebäudes abzuheben. Der Flugverkehr wurde demnach eingestellt.

Behinderungen auf Schiene und Straße

+++ 15.00 Uhr: Entwarnung auf der S3: Die Streckensperrung zwischen Deisenhofen und Holzkirchen ist aufgehoben und der Zugverkehr wird wieder aufgenommen, teilt die Bahn mit.  

+++ 14.45 Uhr: Sturmbedingte Behinderung im Landkreis Fürstenfeldbruck: Wie das Polizeipräsidium Oberbabyern Nord berichtet, liegt zwischen Moorenweis und Grafrath ein Baum über der Fahrbahn.

+++ 14.40 Uhr: Nun sind alle städtischen Friedhöfe geschlossen. Ebenso alle Wertstoffhöfe der Stadt.

Probleme bei mehreren S-Bahnlinien

+++ 14.25 Uhr: Die Störung auf der S6 weitet sich aus: Wegen mehreren Bäumen in der Oberleitung ist der Streckenabschnitt zwischen Pasing und Tutzing weiterhin gesperrt. Die Züge aus Richtung Garmisch-Partenkirchen enden vorzeitig in Tutzing. Ein Schienenersatzverkehr mit Bus und Taxis ist zwischen Pasing und Tutzing eingerichtet.

+++ 14.20 Uhr: Jetzt ist auch die S3 vom Sturm betroffen: Aufgrund eines Baumes im Gleis bei Sauerlach ist derzeit der Streckenabschnitt zwischen Deisenhofen und Holzkirchen gesperrt. Die S-Bahnen aus München enden vorzeitig in Deisenhofen. Auch hier wird ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.

+++ 14.15 Uhr: Jetzt auch Störungen auf der S8: Auch hier ist ein Baum in die Oberleitung gefallen, derzeit ist die Strecke zwischen Seefeld-Hechendorf und Herrsching gesperrt. Die S-Bahnen aus München verkehren bis Seefeld-Hechendorf und enden dort vorzeitig. Aktuell wir daran gearbeitet, schnellstmöglich einen Schienenersatzverkehr einzurichten. 

Sturmtief Friederike gilt jetzt als Orkan

+++ 14.11 Uhr: Das Tief Friederike ist vom Deutschen Wetterdienst (DWD) heraufgestuft worden. Das Unwetter habe Orkanstärke erreicht, sagte ein DWD-Sprecher am Donnerstag in Offenbach. Es treten Böen mit Geschwindigkeiten von bis 130 Kilometern pro Stunde auf. Der DWD warnt vor entwurzelten Bäumen, herabstürzenden Dachziegeln oder anderen umherfliegenden Gegenständen. Betroffen seien die Bundesländer Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Sachsen, Bayern.

Todesopfer in NRW

+++ 14.06 Uhr: Schreckliche Nachricht aus Nordrhein-Westfalen: Während des Sturms "Friederike" ist am Niederrhein ein 59 Jahre alter Mann von einem umstürzendem Baum erschlagen worden. Das Unglück ereignete sich auf einem Campingplatz am Rhein bei Emmerich. Der Mann erlag noch an der Unfallstelle seinen Verletzungen.

+++ 13.56 Uhr: Die Bahn stellt nun auch den Zugverkehr in Niedersachsen komplett ein.

+++ 13.30 Uhr: Auf der S6 Richtung Tutzing sorgt der Sturm für Störungen: Wegen eines Baumes in der Oberleitung ist der Streckenabschnitt Gauting - Planegg derzeit gesperrt. Die S-Bahnen der Linie S6 aus Richtung Tutzing verkehren bis Gauting und enden dort vorzeitig. Die S-Bahnen der Linie S6 aus Richtung Innenstadt/Ebersberg verkehren bis Pasing und enden vorzeitig. 

+++ 13.15 Uhr: Auch die Wertstoffhöfe in der Savitstrasse in Englschalking sowie in der Mauerseglerstrasse in Trudering wurden nun geschlossen.  

Lage in Bayern noch relativ ruhig

+++ 13.05 Uhr: Die Qualifikation zur Skiflug-WM in Oberstdorf soll heute nachmittag trotz des Sturmtiefs wie geplant stattfinden. "Der Wind hat nachgelassen, wir werden wie geplant um 13.30 Uhr mit dem Training anfangen", sagte ein FIS-Sprecher am Donnerstagmittag an der Skiflugschanze im Allgäu. Vor allem für den Nachmittag ist starker Wind vorhergesagt, der für Änderungen im Zeitplan sorgen könnte. Der Schneefall ging am Mittag in Regenschauer über. Beim Skifliegen verursacht der Wind häufig noch größere Probleme als auf den Sprungschanzen, auf denen etwa 100 Meter kürzer gesprungen wird.

+++ 12.40 Uhr: Der Wertstoffhof in der Mühlangerstraße in Langwied ist nun geschlossen. Weitere können folgen. 

+++ 12.00 Uhr: Der Münchner Tierpark beobachtet die Wetterlage, ist aber derzeit noch geöffnet. Der Waldfriedhof wiederum ist wetterbedingt derzeit geschlossen. Möglicherweise werden im Laufe des Tages noch weitere Friedhöfe gesperrt, teilt die Stadt mit. Eine Telefonauskunft, ob der Friedhof geöffnet ist, gibt es bei der jeweiligen Friedhofsverwaltung oder unter Telefon 2319901.

+++ 11.00 Uhr: Zum Glück sind die Auswirkungen des Sturms in Bayern bisher nicht so schwerwiegend wie in Nordrhein-Westfalen: Dort wurde wegen des Sturmtiefs Friederike der Zugverkehr bis auf weiteres eingestellt. Das teilte die Deutsche Bahn am Donnerstagmorgen mit. Betroffen seien sämtliche Verbindungen für den Regional- und auch für den Fernverkehr.

+++ 10.00 Uhr: Aus Angst vor möglichen Sturmschäden hat die Stadt Hof vorsorglich am Donnerstag alle Turnhallen im Stadtgebiet schließen lassen. Aufgrund der aktuellen Wetterlage seien alle städtischen Turnhallen gesperrt worden, teilte die Kommune in den sozialen Netzwerken mit. Vereinssportangebote müssten entfallen. Wegen einer Unwetterwarnung vor dem Sturm "Friederike" mit heftigem Wind und Schneefall war der Schulunterricht im Bereich Hof und Wunsiedel am Donnerstag abgesagt worden.

Flüge am Münchner Airport gestrichen

+++ 9.30 Uhr: Am Münchner Flughafen sind wegen des Sturmtiefs bereits einige Flüge gestrichen worden. Acht Flüge von und nach Berlin, Düsseldorf, Hamburg und Köln der Lufthansa wurden annulliert, wie der Flughafen München am Donnerstagmorgen mitteilte. Darüber hinaus fallen acht Flüge der niederländischen Airline KLM aus, die aufgrund des Wetters in Amsterdam nicht starten. Im Laufe des Tages könnten zudem noch weitere Flugausfälle hinzukommen, sagte ein Sprecher des Flughafens.

+++ 9.00 Uhr: Infolge des Wetters verzeichnete die bayerische Polizei in der Nacht zum Donnerstag im nördlichen Schwaben und im nördlichen Oberbayern mehr als 100 Autounfälle, bei denen fünf Menschen leicht verletzt wurden. Die Polizei wies daraufhin, dass Unfälle nicht durch schlechte Witterung, sondern durch nicht angepasste Fahrweise ausgelöst würden.

Unwetterwarnung auch für München

+++ 7.30 Uhr: Auch Bayern rüstet sich für das Sturmtief «Friederike». Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt, dass es an diesem Donnerstag in vielen Teilen des Landes Sturmböen mit Geschwindigkeiten von 80 bis 100 Kilometern pro Stunde geben könnte.

Die Warnung des Deutschen Wetterdienstes für München: 

Zwischen Rhön und Fichtelgebirge kann es auch zu orkanartigen Böen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 115 Stundenkilometern kommen, auf den Alpengipfeln werden bis zu 150 Stundenkilometer erwartet. Dazu warnen die Wetterexperten besonders am Morgen vor Glätte. Je nach Höhenlage soll es zudem regnen oder schneien.

Für die Alpen hat der bayerische Lawinenwarndienst die zweithöchste Gefahrenstufe (Stufe 4) herausgegeben. Durch die Kombination aus Neuschnee und Wind sei die Lawinengefahr groß und werde in den kommenden Tagen angespannt bleiben, hieß es in einer Mitteilung. Im Alpenvorland gibt es bis in die zweite Nachthälfte hinein starke bis stürmische Böen zwischen 60 und 75 km/h - auf den Alpengipfeln sind erneut orkanartige Böen mit bis zu 115 km/h.

Zudem fällt vormittags besonders im Norden Bayerns oberhalb etwa 400 m 1-5, an den östlichen Mittelgebirgen 5-10 cm Schnee. Im Bayerwald oberhalb von 800 m 10-15 cm. Die Schneefallgrenze steigt im Tagesverlauf auf über 1000 Meter - im Bayerischen Wald auf 800 Meter an. 

In der Nacht zum Freitag kommt es an den Mittelgebirgen zu leichtem Frost. Oberhalb von 400-600 Meter fallen 1-5cm, im Bayerwald 5-10cm, an den Alpen 10-20cm und in höheren Staulagen bis 30 cm Neuschnee.