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Wolfsburg droht Abstieg: Was machen Hecking und VW?
Wolfsburgs Sportdirektor Pirmin Schwegler hatte es schon vor dem letzten Bundesliga-Spieltag beim FC St. Pauli gesagt. Und seine Einschätzung gilt wohl auch für das zweite Relegationsspiel des VfL am heutigen Abend beim SC Paderborn (20.30 Uhr/Sat.1 und Sky): «Ich glaube, dass nicht nur ein Stadion gegen uns ist. Sondern viele in Deutschland.»
Tatsächlich hoffen viele Fußball-Fans nach dem 0:0 im Hinspiel auf einen Abstieg des VfL Wolfsburg. Als Tochtergesellschaft des VW-Konzerns ist der Club bei vielen Traditionalisten nicht sehr beliebt. Es wäre auch der erste Bundesliga-Abstieg des VfL nach 29 Jahren Erstklassigkeit. Doch was hätte der für Folgen?
Wie lief es in der Vergangenheit?
Viermal schon schaute man in Wolfsburg in den sportlichen Abgrund. Bislang ging es am Ende jedes Mal gut.
- 2006 gab es am letzten Spieltag ein richtiges Abstiegs-Endspiel in der Volkswagen Arena. Nach einem 2:2 zwischen Wolfsburg und Kaiserslautern musste der FCK in die zweite Liga. Zur Halbzeit hatten die Gäste noch geführt.
- 2011 rettete sich der VfL durch ein 3:1 in Hoffenheim am letzten Spieltag vor dem Abstieg. Das Besondere diesmal: Trainer Felix Magath wollte den Brasilianer Diego auf die Bank setzen. Und der bekannteste Spieler des Teams verließ auf der Stelle die Mannschaftssitzung und das Teamhotel.
- 2017 und 2018 mussten die Wolfsburger in die Relegation. Im ersten Jahr setzten sie sich nur knapp gegen den Nachbarn Eintracht Braunschweig durch (1:0, 1:0). Zwölf Monate später war es gegen Holstein Kiel schon deutlich einseitiger (3:1, 1:0).
Was macht der VW-Konzern?
Zwischen 70 und 80 Millionen Euro überweist Volkswagen pro Jahr der VfL Wolfsburg Fußball GmbH. Das Geld deckt als Gesamtpaket alle Leistungen wie das Trikotsponsoring oder die Namensrechte am Stadion ab.
Im Falle eines Abstiegs würde VW die Unterstützung wahrscheinlich reduzieren. Doch erstens würde der VfL dann immer noch einen mehr als nur aufstiegsreifen Etat zur Verfügung haben. Und zweitens kann von einem grundsätzlichen Ausstieg des Mutterkonzerns keine Rede sein.
Es gebe «liga-unabhängig eine finanzielle Stabilität, die wir liefern, die wir leisten», sagte der VW-Sprecher und VfL-Aufsichtsratschef Sebastian Rudolph dem NDR. «Der Volkswagen-Konzern steht fest zum VfL Wolfsburg.»
Wie geht es mit Dieter Hecking weiter?
Der Vertrag des Trainers läuft nach dieser Saison aus. Da der 61-Jährige ein schwer angeschlagenes Team vor dem direkten Abstieg rettete und jeden im Club mit seiner klaren und souveränen Kommunikation überzeugte, ist eine Verlängerung auch im Abstiegsfall denkbar.
Ein mögliches anderes Szenario ist sogar, dass Hecking zum Geschäftsführer Sport befördert wird. Der VfL sucht einen Nachfolger für Peter Christiansen. Wunschkandidat ist der langjährige Wolfsburger Marcel Schäfer von RB Leipzig. Sollte aber weder er noch Fabian Wohlgemuth vom VfB Stuttgart zu bekommen sein, ist Hecking ein ernsthafter Kandidat.