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Hüller sehr persönlich: «Ich fühle mich jeden Tag schuldig»

15.05.2026, 14:05

Bei der Vorstellung des Films «Vaterland» wird es emotional: Sandra Hüller spricht über Verantwortung und Schuld im Zusammenhang mit der deutschen Vergangenheit. «Ich fühle mich jeden Tag schuldig», sagte die Schauspielerin bei den Filmfestspielen in Cannes. Das sei aber wichtig, fügte sie auf die Frage hinzu, welchen Unterschied es für sie mache, in einem zeitgenössischen oder historischen Film zu spielen.

Das Drama des polnischen Regisseurs Paweł Pawlikowski erzählt von einer Reise durch das zerstörte Deutschland des Jahres 1949. Am Steuer einer schwarzen Limousine machen sich Tochter und Vater auf den Weg durch ein Land in Trümmern, das sie nach der Machtübernahme der NSDAP verlassen hatten. 

Die Route führt von Frankfurt unter amerikanischer Besatzung bis nach Weimar in der sowjetischen Zone – durch ein geteiltes Deutschland im frühen Kalten Krieg. «Ich wusste nicht viel über Erika Mann», sagte Hüller. Sie sei eine Weltbürgerin, Schriftstellerin und Schauspielerin gewesen. 

Zwar beruhe Pawlikowskis Film auf historischen Ereignissen, sagte der Regisseur in Cannes, er verstehe ihn jedoch nicht als historische Rekonstruktion. Ihm gehe es vielmehr um die Figuren, die sich auf dieser Reise dramatisch veränderten.

«Ich habe in vielen Ländern gelebt, zu verschieden Zeiten, ich versuche Filme zu machen, die zeigen, dass das Leben kompliziert ist.» Das Drama, in dem auch Hanns Zischler und August Diehl mitspielen, läuft im Wettkampf um die Goldene Palme.

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