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«Heftigste Angriffe» – Kein Zeichen für Frieden im Iran

10.03.2026, 15:03

Während US-Präsident Donald Trump ein baldiges Ende des Kriegs im Iran in Aussicht stellt, gehen die Angriffe in der Region in unverminderter Härte weiter. Die Vereinigten Staaten gäben nicht nach, «bis der Feind vollständig und endgültig besiegt» sei, machte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth in Washington klar. «Zum Beispiel wird heute wieder einmal unser heftigster Tag von Angriffen im Iran sein.» Auch Israel macht keine Anstalten, seine Attacken einzudämmen.

Die dortige Armee griff nach eigenen Angaben weitere Ziele in der iranischen Hauptstadt Teheran an. Irans Streitkräfte attackierten nach eigenen Angaben einen US-Luftwaffenstützpunkt im Nordirak, mit Drohnen ein Treibstofflager in Israel und weitere Ziele. In Israel gab es Raketenalarm. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim, die den mächtigen Revolutionsgarden nahesteht, berichtete über eine neue Welle an Raketen auf Ziele bei Tel Aviv. 

Trump droht neuem iranischem Staatsoberhaupt

Trump deutete unterdessen an, auch das neue iranische Staatsoberhaupt, den Religionsführer Modschtaba Chamenei, nicht einfach zu akzeptieren. «Ich glaube nicht, dass er in Frieden leben kann», sagte der Republikaner im US-Sender Fox News, nannte jedoch keine Details. Bereits am Montag (Ortszeit) hatte Trump gesagt: «Wir denken, dass es nur zu mehr Problemen derselben Art im Land führen wird.» 

Der 56-jährige Sohn von Ajatollah Ali Chamenei war in der Nacht zum Montag – neun Tage nach dem Tod seines Vaters bei einem israelischen Luftangriff – zum obersten Führer des Landes bestimmt worden. Trump hatte dem Iran zuvor gedroht, dass ein Nachfolger nicht lange im Amt bleiben werde, sollten die USA nicht in die Entscheidung einbezogen werden.

Baldiges Kriegsende? 

Überraschend hatte Trump zuvor ein baldiges Kriegsende in Aussicht gestellt. «Ich denke, der Krieg ist so gut wie beendet. Sie haben keine Marine, keine Kommunikationssysteme, sie haben keine Luftwaffe», zitierte ihn der US-Sender CBS News nach einem Telefoninterview. Der Krieg verlaufe «weit vor dem Zeitplan». Auf einen konkreten Zeitpunkt legte sich der US-Präsident nicht fest. Dennoch ging der Ölpreis deutlich zurück. 

Die iranischen Revolutionsgarden reagierten scharf. «Wir sind diejenigen, die über das Ende des Krieges entscheiden», hieß es in einer von der Nachrichtenagentur Tasnim verbreiteten Mitteilung. «Die Bedingungen auf dem Schlachtfeld und das Ende des Krieges liegen in den Händen der Islamischen Republik.»

Bundeskanzler Friedrich Merz sieht «keinen gemeinsamen Plan», wie der Krieg schnell zu einem überzeugenden Ende gebracht werden kann. Es gebe «eine gefährliche Eskalation», sagte er mit Blick auf die Gegenangriffe des Iran. «Wir haben kein Interesse an einem endlosen Krieg. Wir haben kein Interesse an einer Auflösung der territorialen Integrität, der Staatlichkeit oder der wirtschaftlichen Lebensfähigkeit des Iran», betonte er. 

Außenminister Johann Wadephul rechnet mit amerikanischen Angriffen so lange weiter, bis die USA den Iran nicht mehr als Bedrohung einstuften – oder bis die iranische Seite ernsthafte Bereitschaft zu Verhandlungen zeige. Dafür gibt es bisher keine Anzeichen. «Wenn ein Waffenstillstand zustande kommen oder der Krieg beendet werden soll, muss es eine Garantie geben, dass aggressive Handlungen gegen Iran nicht erneut wiederholt werden», zitierte die Zeitung «Shargh» Irans Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi. Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf erklärte, sein Land strebe keinen Waffenstillstand an. 

Netanjahu ruft Iraner zum Widerstand auf 

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu rief die iranische Bevölkerung erneut auf, für einen Machtwechsel im Land zu sorgen. «Unser Ziel ist es, das iranische Volk dazu zu bringen, das Joch der Tyrannei abzuwerfen, letztendlich hängt es jedoch von ihnen selbst ab», sagte er nach Angaben seines Büros. Es gebe keinen Zweifel, dass man der Führung in Teheran «mit den bisherigen Maßnahmen die Knochen» breche. 

Heftige Kriegsfolgen für iranische Bevölkerung

Bei den israelisch-amerikanischen Angriffen im Iran sind nach Angaben des Roten Halbmonds rund 16.000 Wohnungen zerstört oder beschädigt worden. Daneben seien mehr als 3.300 Geschäftseinheiten beschädigt worden, teilte die iranische Rothalbmondgesellschaft auf Telegram mit.

Bei zwei wichtigen staatlichen Banken waren nach Berichten von Einwohnern der Hauptstadt Teheran Geldautomaten außer Betrieb, das Onlinebanking war nicht erreichbar und Kartenzahlungen waren nicht möglich. 

Neun Krankenhäuser mussten infolge der Luftangriffe ihren Betrieb einstellen. Sollte der Krieg andauern, reichten Irans strategische Medikamentenvorräte für mindestens sechs Monate, berichtete die Nachrichtenagentur Ilna unter Berufung auf den Parlamentsabgeordneten Mohammed Dschamalian. Bei einigen Mitteln herrschten jedoch bereits jetzt Engpässe. Landesweit werden demnach 1.400 Verletzte stationär behandelt.

Nach Angaben der Regierung in Teheran wurde auch ein Unesco-Welterbe beschädigt. In der Kulturmetropole Isfahan im Landeszentrum wurde der Tschehel-Sotun-Palast in Mitleidenschaft gezogen, wie von der Regierung veröffentlichte Aufnahmen zeigen. Bilder in den sozialen Medien zeigten zudem Rauchwolken unmittelbar in der Nähe der bekannten Schah-Abbas-Moschee am «Naghsch-e-Dschahan», dem zentralen Platz in Isfahan, einem der wichtigsten Wahrzeichen der persischen Kultur.

Raketenangriff auf von Deutschen genutzten Stützpunkt in Jordanien

Bei den Militärschlägen in der Region wurde auch der von deutschen Soldaten genutzte Einsatzstandort Al-Asrak in Jordanien von Raketen beschossen. Dabei sei auch der deutsche Teil des Camps getroffen worden, sagte ein Sprecher des Operativen Führungskommandos der Bundeswehr. Es werde noch untersucht, ob es Trümmer oder eine anfliegende Rakete gewesen seien. Die Soldaten befänden sich in Schutzbauten oder in dezentraler Unterkunft in Sicherheit und seien wohlauf.

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