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Titel-Befehl für Bayern-Basketballer: «Meister werden!»

15.09.2026, 14:09

Deutlicher kann ein Titel-Befehl nicht formuliert werden. Nach der verkorksten Vorsaison ganz ohne Trophäen wollen die Bosse der Bayern-Basketballer kein weiteres Scheitern mehr dulden. «Es muss so sein, dass wir deutscher Meister werden!», sagte Präsident Herbert Hainer kurz vor Beginn der neuen Bundesliga-Saison. Vereinspatron und Basketball-Förderer Uli Hoeneß assistierte und stellte die Charakterfrage: «Da muss sich was ändern.»

In der - unglamourösen - Städtischen Sporthalle an der Säbener Straße feierten die Bayern am Montagabend das 80-Jahr-Jubiläum der Basketball-Abteilung im Verein. In Einspielern und einer Fotoausstellung blickten die Ehrengäste zurück auf die bescheidenen Anfänge des Sports in München, aber auch die großen Erfolge des vergangenen Jahrzehnts. Fünfmal wurden die Bayern seit 2014 Meister, 2018 unter anderem mit dem damaligen Aufbauspieler Anton Gavel.

Neu-Coach Gavel: «Mit Druck umgehen»

Seit Sommer ist Gavel Trainer der Bayern. Am Tag nach den Chef-Ansagen von der Säbener Straße saß er nun im Presseraum des großen SAP Gardens und musste auf die unmissverständlichen Anweisungen von Hainer und Hoeneß reagieren. «Es gibt Druck für alle, aber man muss mit diesem Druck umgehen können», sagte der 41-Jährige. «Wenn man als Trainer oder Spieler hierherkommt, dann weiß man, dass die Erwartung automatisch deutlich größer ist.»

Für die Münchner als Liga-Krösus ist die Meisterschaft freilich nur eines der Ziele. «Alles andere muss dann hinterher folgen», sagte Hainer. Damit meint er einen Erfolg im BBL-Pokal und den Einzug in die Playoffs der Euroleague.

Als Topfavorit waren die Bayern in der vorigen Saison im Pokal schon im Halbfinale ausgeschieden - kurioserweise gegen Antons Gavels damaliges Team, die Bamberg Baskets. Im entscheidenden Finalspiel der Bundesliga hatte München gegen Alba Berlin einen 20-Punkte-Vorsprung noch verspielt. Zu allem Überfluss passierten beide Pleiten vor Heimpublikum im SAP Garden.

Hoeneß stellt Mentalitätsfrage

«Das ist nicht Bayern München», polterte Hoeneß. Er hadert immer noch mit dem Alba-Debakel. «Das hat nicht unbedingt mit der Klasse der Mannschaft zu tun, sondern mit der Mentalität - und die hat mir letztes Jahr nicht gefallen.»

Mehr Biss und Leidenschaft wollen die Bayern zeigen. Dass die Ansagen bis zu den Spielern durchdringen, das will Hainer persönlich sicherstellen. «Die wissen alle, wo es lang geht», sagte er zwar. «Aber ich werde, bevor die Saison losgeht, noch einmal zur Mannschaft sprechen und auch noch einmal klarmachen, was der FC Bayern ist und welche Erwartungshaltung wir haben.»

Welt- und Europameister sowie Ex-NBA-Profis müssen liefern

Von der Kaderstärke her ist München die klare Nummer eins in Deutschland. «Wir haben die Mannschaft auch entsprechend noch einmal aufgerüstet mit neuen Spielern», erinnerte Hainer. Geholt wurden unter anderem Welt- und Europameister Johannes Thiemann sowie die Ex-NBA-Profis Duane Washington, Miles Norris und MarJon Beauchamp. Star-Aufbauspieler Rokas Jokubaitis steht nach einem Jahr Verletzungspause vor seinem Bayern-Debüt.

Am Sonntag (18.00 Uhr/Dyn) geht es für die Münchner pikanterweise gegen Bamberg los. Zwischen den zwei Vereinen hatte es im Sommer gekriselt, weil die Münchner Coach Gavel als Nachfolger von Altmeister Svetislav Pesic haben wollten. Der Trainer kündigte seinen Vertrag in Franken unter Verweis auf einen Formfehler. Bambergs langjähriger Basketball-Mäzen Michael Stoschek zürnte und sprach dem Coach sowie den Bayern Fairness und Anstand ab.

Gavels besonderes Wiedersehen nach dem Sommer-Stunk

«Ich kann nur sagen, dass viele Aussagen und Unterstellungen so nicht stimmten», beteuerte Gavel. «Das Wichtigste ist, dass jetzt alles geregelt ist. Es geht nicht um eine Person bei dem Spiel.» Ob er Unmutsäußerungen der Bamberg-Fans erwarte? «Das kann ich nicht beeinflussen», sagte der Coach. «Es geht nur darum, wie wir in die Saison starten.» Aber noch viel mehr geht es beim FC Bayern in dem Jahr darum, wie die Saison endet - das haben die Bosse klargemacht.

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