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Mutmaßlicher Brandanschlag auf Firma in Berg am Laim
Update 04.09.26, 14 Uhr
(dpa) - Nach dem Brandanschlag auf eine Baustelle in der Nähe von Rüstungsunternehmen in Berg am Laim sind zwei Tatverdächtige in Untersuchungshaft gekommen. Der 28 Jahre alten Bulgarin und ihrem zehn Jahre älteren Landsmann wird Sachbeschädigung und versuchte Brandstiftung zur Last gelegt, wie Generalstaatsanwaltschaft München und bayerisches Landeskriminalamt mitteilten. Sie sollen aus einem Auto heraus Brandsätze geworfen haben. Ein Ermittlungsrichter erließ die Haftbefehle.
Bislang keine weiteren Verdächtigen
Bei der Tat in der Nacht zum Donnerstag war niemand verletzt worden und kein großer Schaden entstanden. Ein Zeuge beobachtete die mutmaßlichen Täter, die Polizei nahm die zwei Verdächtigen später an einer Tankstelle fest. Weitere Verdächtig gibt es bislang nicht, wie ein Sprecher des Landeskriminalamts sagte. Im Zuge der Ermittlungen wurden drei Wohnungen im Landkreis München durchsucht und zahlreiche Gegenstände sichergestellt. Diese werden nun ausgewertet.
In Nachbarschaft der Baustelle befinden sich unter anderem die Firmenzentralen des Sicherheitstechnikherstellers Rohde & Schwarz und des Drohnenherstellers Helsing. Bei letzterem ist öffentlich bekannt, dass das Unternehmen die ukrainischen Streitkräfte im Krieg gegen Russland beliefert.
Ermittler und Politiker gehen von politischem Motiv aus
Ob die Unternehmen das Ziel waren, ist nicht geklärt. Einer der Brandsätze löste ein Feuer aus, das Polizisten löschten. Ein zweiter Brandsatz wurde entschärft. Die Ermittler und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) gehen jedoch von einem politischen Hintergrund aus. Deswegen hat die Münchner Generalstaatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Bei der Behörde ist die bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus angesiedelt.
Bayern ein Zentrum der Rüstungsindustrie
Bayern und der Großraum Münchenzählen seit zu den Zentren der deutschen Rüstungsindustrie. Rohde & Schwarz ist kein Rüstungsunternehmen im eigentlichen Sinn. Das Familienunternehmen stellt Mess- und Sicherheitstechnik her, hat jedoch eine militärische Sparte.
Helsing produziert unter anderem KI-gesteuerte Kampfdrohnen. Nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden ist die Gefährdung der deutschen Rüstungsindustrie im Zuge des Ukraine-Kriegs gestiegen. Nach Zahlen des bayerischen Wirtschaftsministeriums aus dem vergangenen Jahr entfiel ein Drittel der bundesweiten Umsätze in dem Bereich auf in Bayern ansässige Firmen. Die Branche beschäftigte im Freistaat demnach 45.000 Menschen. Sowohl Umsätze als auch Mitarbeiterzahlen wachsen, weil die europäischen Nato-Staaten ihre Verteidigungsausgaben stark erhöht haben.
Bundesregierung berät über Drohnenabwehr
Der Anschlag steht in einer Reihe von Sabotageakten gegen Unternehmen und wichtige Einrichtungen in ganz Deutschland. Darum berät die Bundesregierung in Abstimmung mit den Ländern nun über neue Befugnisse für die Drohnenabwehr sowie weitere Schutzmaßnahmen. Das teilte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums mit.
Update, 03.09., 10 Uhr
Die zwei Personen wurden an einer Tankstelle festgenommen.Ein Überblick, was bisher zu dem Vorfall bekannt ist und was nicht.
Das ist bekannt:
- Ort und Zeit: In Berg am Laim gibt es in der Nacht eine Brandattacke auf eine Baustelle. Gegen Mitternacht sollen aus einem Auto mehrere Brandsätze auf die Baustelle geworfen worden sein, wie ein Zeuge laut Polizei beobachtet.
- Details der Brandattacke: Mindestens einer der Brandsätze löst ein Feuer aus, das von Polizeikräften gelöscht wird. Spezialkräfte entschärfen einen weiteren Brandsatz.
- Schäden: Größerer Schaden entsteht nach Angaben der Polizei nicht.
- Festnahmen: Nach einer Fahndung werden an einer Tankstelle eine 28-jährige Frau und ein 38-jähriger Mann festgenommen.
- Ziel der Attacke: Das Ziel des Angriffs ist nach Angaben des Bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) ein Unternehmen aus dem Rüstungsbereich.
- Warum sich das LKA einschaltet: Das LKA hat die Ermittlungen wegen eines vermuteten politischen Hintergrunds übernommen.
Das ist noch nicht bekannt:
- Betroffenes Unternehmen: Welches Unternehmen aus dem Rüstungsbereich Ziel der Attacke war, ist bisher unklar. Das LKA nennt den Namen nicht.
- Politischer Hintergrund: Ob es sich tatsächlich um einen Anschlagsversuch gegen ein Rüstungsunternehmen handelt, ist nicht abschließend geklärt. Das LKA vermutet dies und ermittelt in diese Richtung.
- Täter: Ob die beiden festgenommenen Personen mit der Tat in Verbindung stehen, ist bislang unklar. Dies wird nach Angaben der Polizei derzeit überprüft.
- Die Anzahl der Brandsätze: Die genaue Anzahl der verwendeten Brandsätze, ihre genaue Bauart sowie weitere Details zur Tatvorbereitung und möglichen Unterstützern sind nicht bekannt.
Erstmeldung, 03.09.2026
Nach einer Brandattacke in Berg am Laim ermittelt das Bayerische Landeskriminalamt. Zwei Brandsätze sollen auf eine Baustelle vor der Firmenzentrale eines Technologiekonzerns geworfen worden sein. Eine Frau und ein Mann wurden festgenommen. Das LKA schließt ein politisches Motiv nicht aus.
Brandsätze am Innsbrucker Ring geworfen
In der Nacht zum Donnerstag sind im Bereich des Innsbrucker Rings in München zwei Brandsätze aus einem Auto heraus auf eine Baustelle geworfen worden. Nach Angaben der Ermittler stehen eine Frau und ein Mann aus Bulgarien im Fokus. Beide wurden nach dem Vorfall festgenommen.
Einer der Brandsätze zündete im Bereich von Baucontainern. Die Polizei konnte das Feuer löschen. Der zweite Brandsatz zündete nicht und wurde anschließend entschärft. Verletzt wurde niemand.
Firmenzentrale eines Technologiekonzerns offenbar Ziel
Nach den bisherigen Erkenntnissen könnte die Attacke einem Unternehmen aus dem Rüstungs- beziehungsweise Sicherheitsbereich gegolten haben. Die Baustelle befindet sich vor der Firmenzentrale eines Technologiekonzerns, der unter anderem Sicherheitstechnik für das Militär entwickelt.
Das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) hat die Ermittlungen übernommen. Ein Sprecher erklärte, dass wegen eines möglichen politischen Hintergrunds ermittelt werde. Ein politisches Motiv werde derzeit nicht ausgeschlossen.
Hintergrund des Vorfalls noch unklar
Warum die beiden Verdächtigen die Brandsätze auf die Baustelle geworfen haben sollen, ist bislang nicht bekannt. Die Ermittlungen zum genauen Motiv und zu den Hintergründen des Vorfalls dauern an.
03.09.2026, 9 Uhr