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1:6-Debakel gegen Schweiz: Eishockey-Team wie ein Absteiger

18.05.2026, 22:05

Die Offensive eines Absteigers, katastrophale Fehler und kaum Impulse von der Trainerbank: Ein Jahr vor der Heim-WM droht dem deutschen Eishockey ein Fiasko bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz. Beim 1:6 (0:0, 0:5, 1:1) am Montag in Zürich kassierte die Auswahl von Bundestrainer Harold Kreis die höchste WM-Niederlage gegen die Schweiz seit 89 Jahren. Nach drei Spielen ist der Vize-Weltmeister von 2023 noch immer punktlos. Das Minimalziel Viertelfinale ist nun in ganz weiter Ferne. 

Mit null Punkten und einem Torverhältnis von 2:11 nach drei Partien ist die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes in der Gruppe A derzeit nicht konkurrenzfähig. «Es ist eine große Frustration da. Wir haben uns alle mehr vorgenommen», sagte Kapitän Moritz Seider von den Detroit Red Wings bei MagentaSport: «Wir sind völlig auseinander gefallen. Dann kommt so ein Spiel zustande.» Immerhin kann der DEB als WM-Ausrichter 2027 nicht absteigen. 

Mit vier Siegen in den ausstehenden Partien hat Deutschland sogar noch eine Viertelfinal-Chance. Doch mit den bisherigen Leistungen sind Erfolge gegen Titelverteidiger und Olympiasieger USA am Mittwoch (20.20 Uhr/ProSieben und MagentaSport), Ungarn, Österreich und Großbritannien unwahrscheinlich. 

Nur im ersten Drittel auf Augenhöhe

Die Reaktion der Mannschaft nach den beiden Niederlagen gegen Finnland (1:3) und Lettland (0:2) war im ersten Drittel noch positiv. Dann folgte der Einbruch. Die favorisierten Schweizer mit sechs NHL-Stars um Kapitän Roman Josi wirkten über das Tempo der Deutschen fast überrascht. Doch die deutsche Offensive zeigte sich einmal mehr bei der WM als harmlos. Keine weitere Mannschaft im Turnier hat so eine schlechte Tor-Ausbeute.

Gegentor in Überzahl

Es folgte das Albtraum-Drittel: Zweimal hatte die DEB-Auswahl im zweiten Durchgang die Chance, in Überzahl endlich den dringend benötigten Treffer zu erzielen. Dann gaben die Schweizer NHL-Cracks dem Erzrivalen eine Lehrstunde. Denis Malgin traf sogar in deutscher Überzahl zum 0:1 (26. Minute). Das Gegentor schockte die deutsche Mannschaft spürbar. Innerhalb von 35 Sekunden machten Sven Andrighetto (29.) und Christoph Bertschy (30.) aus einem zuvor ausgeglichenen Spiel eine klare Sache. Trotzdem verzichtete Bundestrainer Kreis auf eine Auszeit.

Die Schweiz blieb mit ihren Nordamerika-Stars in Torlaune. Nico Hischier (38.) und Josi (39.) machte mit einem weiteren Doppelpack das deutsche Debakel im Mitteldrittel perfekt. Aus neun Schüssen machte die Schweiz fünf Treffer. Weiterhin gab es keine Auszeit vom Bundestrainer, der auch Jonas Stettmer überraschend im Schlussdrittel im Tor beließ.

Der Berliner Meistergoalie vertrat bei seinem DEB-Debüt diesmal NHL-Keeper Philipp Grubauer, der 24 Stunden nach dem 0:2 gegen Lettland eine Pause bekam. «Das war ein schwieriges Spiel. Mein Debüt habe ich mir natürlich anders vorgestellt», sagte Stettmer, der sogar eine noch höhere Niederlage mit seinen starken Paraden verhinderte. 

Der Gastgeber und WM-Mitfavorit Schweiz hatte allerdings noch längst nicht genug. Andrighetto mit seinem zweiten Treffer sorgte für das 0:6 (46.). Tiffels betrieb nur noch Ergebniskosmetik. Am Debakel änderte auch sein Treffer nichts mehr.

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