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Kocherlball in München soll UNESCO-Kulturerbe werden
Der Kocherlball am Chinesischen Turm gehört zu den bekanntesten Münchner Traditionen – und könnte bald auch offiziell als Kulturerbe anerkannt werden. Der Verein zur Erhaltung der Biergartentradition will beantragen, dass der Kocherlball in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen UNESCO-Kulturerbes aufgenommen wird. Damit soll die lange Geschichte des beliebten Tanzfests bewahrt werden.
Eine Münchner Tradition seit dem 19. Jahrhundert
Der Ursprung des Kocherlballs reicht bis ins späte 19. Jahrhundert zurück. Damals trafen sich Hausangestellte – die sogenannten "Kocherl" –, aber auch Soldaten, Schaffner und andere Beschäftigte früh am Morgen vor Arbeitsbeginn am Chinesischen Turm zum Tanzen. Aus diesen Treffen entwickelte sich eine Tradition, die bis heute fortlebt.
Nachdem der Kocherlball viele Jahre nicht mehr stattfand, wurde er Ende der 1980er-Jahre wiederbelebt und gehört inzwischen fest zum Münchner Veranstaltungskalender.
Mehr als 10.000 Besucher jedes Jahr
Heute lockt der Kocherlball jedes Jahr mehr als 10.000 Besucherinnen und Besucher in den Englischen Garten. Schon in den frühen Morgenstunden wird am Chinesischen Turm zu Walzer, Polka und traditionellen Volkstänzen getanzt. Viele Gäste erscheinen dabei in Dirndl oder Lederhose.
Der Kocherlball gilt als eines der größten traditionellen Tanzfeste Bayerns und ist weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.
Antrag auf UNESCO-Anerkennung geplant
Der Verein zur Erhaltung der Biergartentradition möchte den Kocherlball nun offiziell als immaterielles UNESCO-Kulturerbe anerkennen lassen. Ziel ist es, die Münchner Tradition langfristig zu schützen und ihre kulturelle Bedeutung hervorzuheben.
Bis eine Aufnahme erfolgt, muss der Brauch zunächst das nationale Anerkennungsverfahren durchlaufen.
Ein Stück Münchner Kultur
Ob Einheimische oder Touristen – der Kocherlball verbindet Geschichte, Brauchtum und Lebensfreude wie kaum eine andere Veranstaltung in München. Mit einer möglichen UNESCO-Anerkennung könnte eines der traditionsreichsten Feste der Stadt künftig noch mehr internationale Aufmerksamkeit erhalten.