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Große Titelchance: Zverev nervenstark ins US-Open-Finale
Alexander Zverev ist bei den US Open ins Endspiel gestürmt und hat die große Chance auf seinen zweiten Grand-Slam-Triumph. Der French-Open-Sieger bezwang im Halbfinale den russischen Außenseiter Karen Chatschanow nervenstark mit 6:3, 7:6 (9:7), 7:6 (8:6). Er kann nun als erster Deutscher seit Boris Becker 1989 den Titel von New York im Männer-Einzel holen.
«Manchmal laufen die Dinge in deine Richtung. Ich war so oft so nah dran. Vielleicht hat Gott gesagt, dieses Jahr wird dein Jahr, hab einfach Spaß auf dem Platz», sagte Zverev über seine Traumsaison mit dem dritten Grand-Slam-Finale.
Zverev übers Finale: «Es wird unglaublich besonders»
Am Sonntag geht es für Zverev in seinem zweiten US-Open-Finale gegen den Sieger des US-Duells zwischen Ben Shelton und Frances Tiafoe. «Es wird unglaublich besonders», sagte Zverev voller Vorfreude auf das Finale. «Sie sind die Publikumslieblinge, alle lieben sie. Ich freue mich darauf, das Halbfinale anzuschauen. Hoffentlich kann ich dafür sorgen, dass der amerikanische Traum nicht wahr wird.»
Dann will es der an Nummer eins gesetzte Hamburger besser machen als 2020. Damals fehlten ihm gegen den Österreicher Dominic Thiem nach 2:0-Satzführung nur zwei Punkte zum Titel.
Vor den Augen der Ex-Fußballweltmeister Jérôme Boateng und Ronaldo im Arthur Ashe Stadium präsentierte sich Zverev im Duell mit dem Weltranglisten-50. konzentriert und trumpfte in den wichtigen Momenten auf. Gegen Chatschanow hatte er sich im olympischen Finale von Tokio 2021 bereits die Goldmedaille gesichert.
«Es war sein bestes Match bei diesen US Open, drei Sätze - das gefällt ihm gut», sagte Becker als TV-Experte bei sporteurope.tv.
Zverev lässt Becker und Stich hinter sich
Durch das sechste Grand-Slam-Finale seiner Karriere sicherte sich Zverev gleich mehrere deutsche Rekorde: Als erster männlicher Deutscher steht er in seinem zweiten US-Open-Finale und lässt Becker, Michael Stich und Gottfried von Cramm hinter sich. Drei Grand-Slam-Finals in Serie schaffte ebenfalls vor ihm noch keiner.
Nach dem Triumph bei den French Open und der Final-Niederlage gegen Jannik Sinner in Wimbledon könnte Zverev nun seine herausragende Saison krönen. Durch den Finaleinzug überholte er bereits in der Jahreswertung den verletzt in New York fehlenden Sinner - auch die Spitzenposition des Italieners in der Weltrangliste gerät langsam in Reichweite.
Prominenz auf der Tribüne
Die Ticketpreise für die Partie waren auf dem Zweitmarkt von mehr als 300 US-Dollar auf bis zu 40 US-Dollar abgestürzt, nachdem die Paarung festgestanden hatte. Statt sein sechstes Spiel am Abend zu absolvieren, musste Zverev seinen Rhythmus anpassen und erstmals im Turnier nachmittags bei rund 27 Grad Celsius ran. Auf den Tribünen schaute Prominenz wie die US-Schauspieler Woody Harrelson und Matthew McConaughey direkt hinter der Bank des Deutschen zu.
Die Zuschauer sahen zunächst ein Halbfinale auf mäßigem Niveau. Bis Mitte des ersten Aufschlags dominierten beide Spieler mit ihrem starken Aufschlag. Plötzlich wackelte bei Chatschanow jedoch das erste Service, durch Fehler des Gegners holte sich Zverev das Break. Erstmals brüllte er seine Freude in Richtung seines Anhangs auf der Tribüne. Nach 37 Minuten gewann Zverev den ersten Satz, dabei erlaubte sich Chatschanow mehr als doppelt so viele unnötige Fehler wie sein Gegner.
Ausrutscher von Zverev - aber ohne Folgen
Vor der Partie hatte Zverev bereits mehr als 16,5 Stunden auf dem Platz gestanden - länger als jeder andere Halbfinalist in New York seit Beginn der Zeitmessung. Angesichts zuletzt drei lockerer Drei-Satz-Siege in Serie präsentierte sich der physisch starke Hamburger jedoch frisch - legte direkt ein Break zum Beginn des zweiten Durchgangs nach.
Chatschanow schimpfte wüst, kämpfte sich mit seiner Emotionalität aber zurück. Per Doppelfehler gab Zverev erstmals seinen Aufschlag zum 2:2 ab. Nach einem Ausrutscher an der Grundlinie lag Zverev auf dem Rücken, blieb aber unverletzt und konnte darüber lachen.
Zverev im zweiten und dritten Satz nervenstark
Das Niveau der Partie stieg, im Tie-Break wurde es erstmals richtig packend. Zunächst agierte Zverev zu passiv, lag schon 3:5 hinten, kam jedoch zurück. Einen Satzball wehrte Chatschanow noch spektakulär ab, verlor durch eine verschlagene Vorhand aber auch den zweiten Durchgang. Zverev breitete die Arme aus und ließ sich feiern.
Im dritten Satz brachten beide Spieler souverän ihre Aufschläge durch, wieder musste der Tie-Break entscheiden. Zverev fühlte sich in der entscheidenden Phase durch Licht durch Sonnenspiegelung geblendet. «Es ist eine Lotterie, ob man den Ball sieht oder nicht», schimpfte er. Im Tie-Break wehrte er jedoch nervenstark zwei Satzbälle ab und durfte jubeln.