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Gefährlicher WhatsApp-Betrug: Diese Nachricht kann sogar von Freunden kommen
Eine WhatsApp-Nachricht von Freunden oder Familienmitgliedern bittet dich um eine schnelle Abstimmung. Doch Vorsicht: Hinter dem vermeintlichen Voting kann eine Betrugsmasche stecken, mit der Kriminelle Zugriff auf dein WhatsApp-Konto bekommen. Besonders gefährlich: Die Nachricht kann tatsächlich von der Nummer einer Person kommen, die du kennst.
„Kannst du kurz für sie abstimmen?“ Eine solche Nachricht klingt erst einmal völlig harmlos – besonders dann, wenn sie von einem Freund, Familienmitglied oder Arbeitskollegen kommt.
Genau dieses Vertrauen nutzen Betrüger derzeit aus. Das Polizeipräsidium Konstanz warnte Anfang September 2026 vor der Masche, nachdem eine 45-Jährige eine entsprechende Nachricht vom bereits kompromittierten WhatsApp-Konto einer Freundin erhalten hatte. Sie sollte bei einem angeblichen Tanzwettbewerb abstimmen. Nachdem sie einem Link gefolgt war und einen QR-Code gescannt hatte, konnten die Täter auch auf ihr WhatsApp-Konto zugreifen und die Betrugsnachricht an weitere Kontakte verschicken.
WhatsApp-Abstimmung: So erkennst du den Betrug
Die Geschichten können wechseln. Das Grundprinzip ist ähnlich: Eine persönliche Geschichte soll dich dazu bringen, möglichst unkritisch auf einen Link zu klicken.
Nach dem Klick sieht die Internetseite zunächst wie eine echte Abstimmung aus. Doch spätestens bei der angeblichen „Verifizierung“ sollten alle Alarmglocken angehen.
Typische Warnzeichen sind:
Du sollst für eine Person bei einem Wettbewerb abstimmen.
Der Link führt auf eine externe Voting-Seite.
Für die Abstimmung wird plötzlich deine Handynummer verlangt.
Du sollst einen Code eingeben oder einen QR-Code scannen.
Du wirst aufgefordert, in WhatsApp die Funktion „Verknüpfte Geräte“ zu öffnen.
Was passiert, wenn du den QR-Code scannst?
Du glaubst, deine Stimme für einen Tanz- oder Fotowettbewerb zu bestätigen. Tatsächlich kann durch den Vorgang ein weiteres Gerät beziehungsweise eine weitere Sitzung mit deinem WhatsApp-Konto verknüpft werden.
Die Betrüger missbrauchen dafür eine echte WhatsApp-Funktion. Sie müssen keine technische Sicherheitslücke knacken, sondern bringen ihre Opfer durch Täuschung dazu, die Verbindung selbst zu autorisieren. Diese Vorgehensweise wird häufig als „Ghost Pairing“ bezeichnet.
Besonders tückisch: WhatsApp kann auf dem eigenen Smartphone zunächst weiterhin funktionieren. Dadurch fällt der fremde Zugriff möglicherweise nicht sofort auf.
Was machen die Betrüger mit einem gekaperten WhatsApp-Konto?
Ein kompromittiertes Konto ist für die Täter besonders wertvoll, weil sie anschließend unter einer vertrauten Identität weitere Menschen erreichen können.
WhatsApp-Link schon angeklickt oder QR-Code gescannt? Das solltest du jetzt tun
Hast du lediglich einen verdächtigen Link geöffnet, aber weder Daten eingegeben noch einen Code bestätigt oder QR-Code zur Geräteverknüpfung gescannt, bedeutet das bei den hier beschriebenen Varianten noch nicht automatisch, dass dein WhatsApp-Konto übernommen wurde.
Hast du dagegen einen Code eingegeben oder einen QR-Code gescannt, solltest du sofort in WhatsApp den Bereich „Verknüpfte Geräte“ kontrollieren. Taucht dort ein Gerät auf, das du nicht kennst, solltest du die entsprechende Verbindung umgehend entfernen. Mimikama empfiehlt außerdem zu prüfen, ob über dein Konto bereits Nachrichten verschickt wurden, und gegebenenfalls deine Kontakte zu warnen.
Warum eine bekannte WhatsApp-Nummer kein Sicherheitsmerkmal mehr ist
Der wichtigste Punkt bei dieser Betrugsmasche ist der Absender. Die Nachricht kann tatsächlich vom WhatsApp-Konto eines Menschen stammen, den du kennst.
Das bedeutet aber nicht, dass diese Person die Nachricht selbst geschrieben hat. Ihr Konto könnte bereits kompromittiert worden sein und von den Betrügern zur Verbreitung der nächsten Fake-Abstimmung benutzt werden.
Deshalb gilt: Will eine vermeintliche Abstimmung deine WhatsApp-Nummer, einen Code, einen QR-Code oder Zugriff auf „Verknüpfte Geräte“, brich den Vorgang ab und frag beim Absender auf einem anderen Weg nach.
10.09.2026