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Fàbregas, Finanzen, Finesse: Como als das bessere Leipzig

11.09.2026, 09:09

Die herbe Lehrstunde in Como dürfte für Oliver Mintzlaff und Marcel Schäfer nicht mal das Schlimmste am Leipziger Fehlstart in die Champions League gewesen sein. Vielmehr wurde den Entscheidern des Fußball-Bundesligisten am idyllischen Ufer des Comer Sees vor Augen geführt, was sie in Leipzig hätten haben können. Wenn sie vor knapp anderthalb Jahren doch nur Cesc Fàbregas als Trainer hätten verpflichten können.

Doch im finanziellen Kräftemessen der Investoren-Clubs halfen Leipzig die Red-Bull-Millionen nichts, die indonesischen Eigner von Como 1907 verweigerten ihrem Coach die Freigabe. Mit dem Ex-Weltmeister, der vor dem Spiel von Leipzig regelrecht schwärmte, soll man sich einig gewesen sein. Und so zeigte der von Fàbregas betreute Emporkömmling beim 4:1 das, was sie in Leipzig gern hätten: Dominantes und schnelles Spiel, hohe Intensität bis in die Nachspielzeit und eine gnadenlose Zielstrebigkeit beim Abschluss.

Finanziell chancenlos

«Die Realität ist, dass Como seit fast drei Jahren eine Identität hat», sagte Leipzigs Trainer Martin Demichelis. Der Argentinier trägt erst seit etwas mehr als zwei Monaten die Verantwortung bei RB und sieht sich schon in einer schweren Phase. Ein Sieg in der Bundesliga am Sonntag gegen Schlusslicht Hamburger SV ist alternativlos.

Die Realität ist vor allem für die Bosse auch, dass Como Leipzig finanziell aufgrund der Rahmenbedingungen längst den Rang abgelaufen hat. In Italien gibt es keine 50+1-Regelung, die Hartono-Familie konnte Como somit komplett übernehmen und mehrere Hundert Millionen Euro in den Club pumpen. Zwar gaben sowohl Leipzig als auch Como in den vergangenen drei Jahren 350 Millionen Euro für neue Spieler aus. Doch während die Sachsen auch Einnahmen aus Verkäufen von 450 Millionen generierten, waren es bei dem vor sieben Jahren noch viertklassigen Como gerade einmal 40 Millionen.

Pressing mit Problemen

An Spielern wie den gegen RB überragenden Kroaten Martin Baturina war man selbst dran, konnte bei Comos Vertragsangebot aber dem Vernehmen nach nicht mithalten. Für deutsche Verhältnisse sind die Bedingungen in Leipzig noch immer erstklassig, doch international könnte man den Anschluss verlieren.

Hinzu kommen hausgemachte Probleme. An erster Stelle steht der auf Betreiben des früheren globalen Fußballchefs Jürgen Klopp und seines Assistenten Mario Gomez vollzogene Trainerwechsel von Ole Werner zu Demichelis. Bei den Fans hat der 45-Jährige deshalb einen schweren Stand. Hinzu kommt, dass man wenig von der Arbeit sieht, die in der Vorbereitung geleistet wurde.

Ein Schwerpunkt - und traditionelle RB-Stärke - war dabei das Pressing. Das funktionierte nicht nur in Como nahezu gar nicht. «Es ist ein Unterschied, ob man Pressing im Training übt oder im Wettbewerb spielt», merkte Abwehrchef Willi Orban an. «Da muss jeder Schritt sitzen, du müssen Intensität und Zweikampfhärte sitzen.»

Demichelis' Versprechen

Demichelis analysierte den Fehlstart von Como nüchtern und realistisch. Er sprach zu Recht die hohe Zahl an Gegentoren, die Fehler im Spiel gegen den Ball und die fehlende Bindung der Neuzugänge an, die teilweise erst spät zur Mannschaft gestoßen waren, an. «Wir müssen die Ruhe behalten, zuerst ich als Trainer», mahnte der 45-Jährige und versprach: «Es ist schwer, die positiven Dinge zu sehen. Aber wir werden in den nächsten Wochen eine bessere Mannschaft sein.»

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