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Bitteres Füllkrug-Comeback: Freiburg schießt Werder ab
Der ausgewechselte Niclas Füllkrug trottete nach seinem gründlich verpatzten Bundesliga-Comeback barfuß Richtung Mittellinie, als die Freiburger über den vierten Pflichtspielsieg der Saison jubelten. Die Badener bezwangen Bremen hochverdient mit 4:1 (2:0) und vermiesten Werder-Rückkehrer Füllkrug und dessen Teamkollegen den Ligaauftakt gewaltig.
«Ich glaube, es war klar, dass wir eine Mannschaft auf dem Platz haben, die eine gewisse Qualität hat, aber noch nicht die Connection», sagte Füllkrug bei DAZN: «Deswegen bin ich jetzt noch gar nicht so negativ.» Man müsse an gewissen Dingen arbeiten und die schwerwiegenden Ausfälle kompensieren. «Dann werden auch ganz schnell bessere Ergebnisse kommen, da bin ich mir ganz sicher. Ich glaube, dass das heute ein Tag zum Lernen ist.»
Der überragende Yuito Suzuki per Dreierpack (29./48./55. Minute) und der formstarke Igor Matanovic (45.) trafen für die Freiburger, die sich zuvor schon im DFB-Pokal bei Fortuna Düsseldorf und in den Conference-League-Playoff-Duellen mit dem FC Motherwell jeweils klar durchgesetzt hatten. «Ich fühle mich großartig, ich bin sehr glücklich», sagte Dreifachtorschütze Suzuki.
Werders Anschlusstor durch Dariusz Stalmach (76.), bei dem der von Bremen nach Freiburg gewechselte Keeper Mio Backhaus nicht gut aussah, kam zu spät.
Füllkrug blass - Stage schwer verletzt
Der 33-jährige Füllkrug, mit dessen Rückkehr die Bremer große Hoffnungen verbinden, war so gut wie kein Faktor im Spiel der Gäste. In der ersten Halbzeit war der 24-malige Nationalspieler kaum zu sehen, in der zweiten bekam er den Ball in aussichtsreicher Position nicht unter Kontrolle und ließ ihn sich von Gegenspieler Lukas Kübler in dessen 200. Bundesliga-Partie schließlich abnehmen (57.). Nach einer Stunde wurde Füllkrug dann ausgewechselt.
Schon vor dem Anpfiff hatten die Hanseaten einen «Riesenschock» verdauen müssen, wie Sportgeschäftsführer Clemens Fritz es formulierte. Die Verletzung am Oberschenkel, die Jens Stage tags zuvor im Abschlusstraining erlitten hatte, erwies sich als schwer. Der Däne wird monatelang fehlen. Die Bremer, so kündigte Fritz es an, werden sich um kurzfristigen Ersatz für ihn bemühen.
Matanovic erhöht sehenswert
Bei Freiburg indes läuft's weiter wie geschmiert. Die Breisgauer verlagerten das Spiel im Laufe der ersten Halbzeit mehr und mehr in die Hälfte der Gäste. Ein Flachschuss von Maximilian Eggestein rauschte noch knapp rechts am Tor vorbei (19.). Zehn Minuten später war dann aber Suzuki zur Stelle. Der Japaner köpfte nach einer Ecke von Niklas Beste völlig unbedrängt zum 1:0 ein.
Die Bremer, die auf Umschaltsituationen aus waren, wurden immer passiver - und wurden kurz vor der Pause dafür bestraft. Matanovic schoss die Kugel aus gut 20 Metern halbhoch ins linke Eck und stellte auf 2:0. Für den Kroaten war es bereits das vierte Pflichtspieltor in dieser Saison. Sportvorstand Jochen Saier lobte bei DAZN die «wunderbare Entwicklung» des WM-Fahrers.
Suzuki nach Füllkrug-Patzer zum Dritten
Die von Flügelspieler Derry Scherhant dürfte den SC-Bossen genauso gefallen. Der 23-Jährige, zuletzt gegen Motherwell schon in Gala-Form, sprintete kurz nach der Pause über die linke Seite und legte den Ball in die Mitte. Dort wartete Suzuki und drückte die Kugel aus kurzer Distanz zum 3:0 über die Linie.
Und es wurde noch bitterer für Werder - und für Füllkrug. Nachdem der Stürmer im Mittelfeld den Ball vertändelt hatte, erzielte Suzuki nach Vorarbeit von Matanovic bereits seinen dritten Treffer an diesem Nachmittag. In der Schlussphase ließen es die Freiburger ruhiger angehen. Werders Stalmach nutzte das und überwand Backhaus nach einer Ecke noch zum Ehrentreffer.