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RB-Einigung: Klopps Final-Showdown für den Bundestrainer-Job

19.07.2026, 19:07

Jetzt gibt es praktisch keine Zweifel mehr. Schon in ein paar Tagen dürfte Deutschland wieder einen Bundestrainer haben. Jürgen Klopp hat kurz vor dem Anpfiff des WM-Endspiels noch von ein paar offenen Details gesprochen und dennoch direkt vor der Final-Arena vor den Toren New Yorks selbst den Startschuss für seine Zeit als neuer Chefcoach der Fußball-Nationalmannschaft gegeben.

Nach einem klärenden Gespräch mit Red Bull zu seiner eigentlich bis 2029 datierten Arbeit als weltweiter Fußball-Chef des Brause-Imperiums ist der große Wunschkandidat frei für die erhoffte Rettung der bei der WM schon wieder früh gescheiterten DFB-Elf. «Ich habe eine Einigung und eine Regelung mit Red Bull gefunden, eine sehr, sehr großzügige Regelung, wenn man so will», sagte Klopp vor dem Eingang der riesigen Betonschüssel in East Rutherford. 

Verkündung im TV-Gespräch

Bis zur Unterschrift und Präsentation auf dem DFB-Campus in Frankfurt sei noch ein bisschen was zu tun, merkte der 59-Jährige allerdings auch an. «Es ist nichts final und das ist nun mal so. Es ist ja so, die Gespräche liefen und alles geht in die richtige Richtung», sagte Klopp im aufgezeichneten TV-Gespräch mit Johannes B. Kerner und Laura Wontorra vor seinem finalen Experten-Einsatz bei der XXL-WM für MagentaTV.

Gewohnt lässig in schwarzem T-Shirt und seinem breiten Lächeln sprach Klopp von seiner kommenden Aufgabe und mokierte sich auch nebenbei über ein paar Indiskretionen der vergangenen Tage, die er recht unverblümt seinem künftigen Arbeitgeber zuschob. Zu viele Informationen über die Verhandlungen seien nach außen gesickert. «Ob sie jetzt richtig oder falsch sind, sei mal dahingestellt», sagte Klopp kurz vor der Final-Show zwischen Lionel Messis Argentinien und Lamine Yamals Spanien.

Praktisch Fakt ist aber: Der zur Rettung des deutschen Fußballs auserkorene Klopp wird nach den für die schwarz-rot-goldenen Fans entnervenden Amerika-Wochen die größte Trainer-Mission seiner Karriere antreten. Offizieller Vollzug samt Vorstellung in Frankfurt soll spätestens am Freitag sein. Das ist der Masterplan. «Es ist nichts entschieden, aber wir sind auch nicht weit davon entfernt, etwas zu verkünden», sagte Klopp.

Klopps Rückkehr zur Final-Show

In zuletzt ungewöhnlich ruhigen Tagen hatte es in der Bundestrainer-Causa bis zu seiner Rückkehr auf die Bildfläche bei MagentaTV keine Wasserstandsmeldungen von mehr oder weniger offiziellen Seiten gegeben. Im Hintergrund wurde aber das Geschäftliche geregelt. 

Das Gespräch von Klopp mit Red-Bull-Boss Oliver Mintzlaff ist nun erledigt. Da ging es dann vermutlich nur noch um die Beteuerung gegenseitiger Wertschätzung. Der DFB hielt sich am Sonntag noch bedeckt. «Der DFB kommentiert den aktuellen Verhandlungsstand mit Jürgen Klopp nicht. Eine finale Entscheidung treffen die zuständigen Gremien», teilte der DFB der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit. 

So läuft in den kommenden Tagen alles auf eine finale Sitzung der Aufsichtsräte und der Gesellschafter der DFB GmbH und Co. KG hinaus, deren Zustimmung in Bundestrainerfragen die Verbandsstatuten vorsehen. Die Funktionäre treffen sich für gewöhnlich digital. Einberufen wird die virtuelle Versammlung von DFB-Präsident Bernd Neuendorf, der bislang sachlich durch die Krise führt.

Manch anderem in der DFB-Zentrale geht es dem Vernehmen nach nicht schnell genug mit der Klopp-Verkündung. Aus der Führung des Verbandes war keiner beim Finale in New Jersey als Gast von FIFA-Boss Gianni Infantino dabei, auch auf dieser Ebene der Fußball-Entscheider glänzte der DFB durch Abwesenheit. Auch Neuendorf als Mitglied des FIFA-Councils fehlte.

Schnappschuss von Nagelsmann

Gute Schlagzeilen kann der deutsche Fußball vertragen. Zu präsent ist noch der Zwischenrunden-K.-o. gegen Paraguay, der das schnelle Ende der Ära von Julian Nagelsmann als Bundestrainer besiegelte.

Ansonsten wölbt sich allenfalls noch die Erzählung von den Kakerlaken im DFB-Hotel in North Carolina über alle Ereignisse. An den unangenehmen Schädlingen hat das sportliche Scheitern am wenigsten gelegen. Klopp und Kakerlaken, auf diese verkürzende Alliteration lässt sich der Zustand des deutschen Fußballs dieser Tage dennoch sinnbildlich reduzieren. Von Messi ist man viel weiter entfernt als der Mittelkreis vom Spielfeldrand.

Klopp selbst hatte früh den Auftrag beschrieben. «Es geht um viel. Wer es auch immer machen wird, hat einen Haufen zu tun», sagte er kurz nach dem Scheitern in Foxborough. Da war schon klar, dass alles auf ihn zulaufen würde. So hört sich jene Formulierung wie eine Absicherung an. Der Erfolgscoach weiß natürlich, welches Wagnis er eingeht. Am Sonntag merkte er an, dass es nur rund 60 Tage bis zum nächsten Länderspiel in den Niederlanden seien. Dann mit ihm auf der Trainerbank. 

Experten mit harten Worten

Zur Vergewisserung des Status quo gibt es auch genügend prominente Aussagen. Jürgen Klinsmann, der Macher des Sommermärchens 2006, und Philipp Lahm, der letzte siegreiche deutsche WM-Kapitän von 2014, sind da gewichtige Stimmen in der Kakophonie der Experten. 

«Wir sind jetzt absolut im Mittelmaß, ganz verloren irgendwo angekommen», sagte Klinsmann bei Sport1. «Schämen» müsse man sich mittlerweile. Sein Urteil über die DFB-Stars: «Sie waren zu weich, sie waren nicht fähig, zu leiden oder auch mal die Ellbogen auszufahren und sich Respekt zu verschaffen», sagte Klinsmann dem TV-Sender Sky.

Als Vorbild in dieser Hinsicht nannte der 61-Jährige den Messi-Clan. «Was die Argentinier der ganzen Welt vorgemacht haben bei diesem Turnier, ist einfach: Vielleicht sind wir nicht die beste Mannschaft, aber wir sind bereit, bis an die Grenzen und darüber hinauszugehen und Spiele in den letzten Minuten zu entscheiden», sagte Klinsmann. 

Dies konnte in der Vergangenheit auch die DFB-Auswahl. Den Weg dorthin zurück wird Klopp gehen müssen. «Ich wünsche es mir sehr, weil er ein Typ ist, der so einen Neuanfang starten kann, weil er die Energie hat, die positive Art, andere Leute mit ins Boot zu bringen», erklärte Klinsmann.

Lahm will keine «Sonderwege» mehr

Lahms Auftrag an Klopp ist auch klar. «Für mich zählen Klarheit und Ordnung», schrieb er im Gastbeitrag der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». Nagelsmann habe zu viele Experimente gemacht, zu viele Spieler auf falschen Positionen eingesetzt. Statt «Sonderwege» zu beschreiten, müsse man den Weltfußball im Blick haben. Das hatte Klopp bei seinem WM-Job immerhin schon.

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