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Marty McFly in Hamburg - «Zurück in die Zukunft» als Musical
Vor über 40 Jahren reisten Marty McFly und Doc Brown erstmals mit ihrem DeLorean durch die Zeit und begeisterten Millionen Kinozuschauer. Zwei Fortsetzungen folgten. Heute ist «Zurück in die Zukunft» Kult. Statt weiterer Kinofilme wurde die Geschichte in den letzten Jahren als Musical im Londoner West End und am Broadway in New York sowie in Tokio und Sydney aufgeführt.
Jetzt ist die Zeitmaschine in Hamburg gelandet. Sonntag (22.3.) ist Premiere im Stage-Operettenhaus. Die Rollen, die einst Michael J. Fox und Doc Brown 1985 weltberühmt machten, spielen jetzt Raphael Groß («& Julia» (ja, wirklich ohne Romeo im Namen)) und Jan Kersjes («Der König der Löwen»). Bei einem Besuch der britischen Version in London stellte sich das Duo vor.
Darsteller Kersjes hat Filme «mindestens 100 Mal» gesehen
«Schnappatmung war meine erste Reaktion», sagte Kersjes über den Moment, als er erfuhr, dass er die Rolle als Doc Brown bekommen hat. Der gebürtige Klever ist selbst riesiger «Zurück in die Zukunft»-Fan und hat die Filme oft gesehen. Sehr oft. «Ich würde sagen mindestens 100 Mal oder so. Ich weiß es wirklich nicht. Ich gucke den regelmäßig, immer wieder, also ungeplant. Es gab eine Zeit als Jugendlicher, da habe ich den jeden Abend geguckt.»
Hingegen sah sein Co-Darsteller Raphael Groß den Originalfilm zum ersten Mal in Vorbereitung auf das Vorsprechen. «Bevor die Casting-Ausschreibung da war, habe ich den Film einfach noch nicht geguckt», gibt er zu und lacht. «Das kann man ja auch niemandem erzählen, aber es war so.» Inzwischen habe er den Film mehrfach geschaut, versichert er.
Angesichts der berühmten Rollenvorbilder gilt es für die Darsteller, die richtige Balance zwischen Wiedererkennungswert und eigener Interpretation zu finden. Groß will Michael J. Fox auf keinen Fall imitieren. Sein Ziel ist eine Hommage an die ikonischen Momente des Films - «und dann aber auch zu suchen, wo ich so ein bisschen meine eigenen Farben, meine eigene Persönlichkeit mit reinbringen kann.»
Produzent Gale: «Wir hätten jederzeit aufhören können»
Der Amerikaner Bob Gale hat «Back to the Future» (Originaltitel) auf die Bühne gebracht. Der 74-Jährige ist einer der Schöpfer des «Zurück in die Zukunft»-Franchise. Zusammen mit Regisseur Robert Zemeckis schrieb er die Drehbücher und produzierte die Filme.
«Vor 45 Jahren haben Bob Zemeckis und ich uns abgemüht, das Skript zu schreiben», sagte Gale der Deutschen Presse-Agentur in London. Dass daraus einer der größten Filmhits und ein weltweit aufgeführtes Musical wurden, überrascht ihn selbst. «Wenn der Bob Gale von heute in der Zeit zurückgereist wäre, um uns das vorherzusagen, hätte ich die Security gerufen: "Schmeißt den alten, betrunkenen Mann raus."»
Die Idee zum Musical hatte Zemeckis' Ehefrau Leslie. «Wenn jemand mit einem Vorschlag zu mir kommt, etwas Größeres mit "Zurück in die Zukunft" zu machen, sage ich normalerweise automatisch nein», berichtet Gale, der den Ruf nach weiteren Filmfortsetzungen seit Jahrzehnten ablehnt. Doch die Idee gefiel ihm, zumal Zemeckis und er als Autoren die alleinige kreative Entscheidungsfreiheit hatten.
«Wir hatten auch die Macht, es nicht zu tun», betont Gale. «Wir hätten jederzeit aufhören können. Wenn wir das Gefühl hätten, dass diese Show nicht so gut wird, wie sie sein sollte, wenn sie den Namen "Zurück in die Zukunft" nicht verdient hätte, dann hätten wir das einfach abgeblasen. Und niemand hätte etwas davon mitbekommen. Es ist ja nicht so, dass die Welt drauf gewartet hat.»
Und dann kommt der DeLorean
Neben vielen neuen Songs aus der Feder von Hollywood-Komponist Alan Silvestri und Songwriter Glenn Ballard sorgen bereits bekannte Stücke wie «The Power of Love» - ursprünglich von Huey Lewis & the News - und Silvestris ikonische Titelmelodie für ein vertrautes Gefühl und viel Nostalgie.
Das Musical erzählt die Geschichte des ersten Films, in dem Marty McFly im Jahr 1955 landet. Doch was auf der Bühne passiert, ist nicht identisch. «Wir wussten, dass wir keine Skateboard-Verfolgungsjagd machen können», sagte Gale. «Wir haben auch keine Terroristen, weil wir keine Schüsse auf der Bühne haben wollten. Eine Autoverfolgungsjagd wäre auch keine gute Idee gewesen. Also haben wir uns überlegt, was wir stattdessen in der Show zeigen, und das funktioniert auf dramatischer Ebene perfekt.»
Die Zuschauer werden viele Filmszenen wiedererkennen, dazu kommen viele neue originelle und witzige Ideen. Eins darf natürlich auf der Bühne nicht fehlen: der berühmte DeLorean DMC-12. Der Sportwagen mit den Flügeltüren, der mit einem Flux-Kompensator zur Zeitmaschine umgebaut wurde, sorgt für einen der spektakulärsten Momente. Mit 450.000 Euro ist er laut Stage Entertainment das teuerste Bühnenauto Deutschlands.
Gale hofft, dass er auch Musical-Skeptiker überzeugen kann und verspricht: «Ihr bekommt ein "Zurück in die Zukunft"-Erlebnis, das euch daran erinnert, warum ihr den Film liebt, und euch darüber hinaus noch mehr bietet.»