Eier-Skandal weitet sich aus - Aldi nimmt Eier komplett aus dem Verkauf

04.08.2017, 08:15

(exemplarisches Foto)

Verseuchte Eier - Jetzt nimmt auch Aldi deutschlandweit Eier aus dem Verkauf

Der Skandal um die sogenannten Holland-Eier zieht weitere Kreise. In sämtlichen Filialen von Aldi Süd und Aldi Nord wird es deshalb keine Eier mehr zu kaufen geben.

Der Discounter hat am Freitagmorgen mitgeteilt alle Eier vorsorglich aus dem Verkauf zu nehmen. Bundesernährungsminister Schmidt spricht mittlerweile von zwölf deutschen Bundesländern, in denen die mit Fipronil belasteten Eier verkauft wurden.

Auch Bayern ist stärker betroffen als bisher angenommen: rund 270.000 Eier sind hierher geliefert worden. Schmidt hat am Donnerstag Abend außerdem erklärt: Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen würden eine „Schlüsselrolle“ einnehmen, denn dort hätten die verseuchten Eier ihren Ursprung beziehungsweise seien von dort aus in den Umlauf gebracht worden. Schmidt beruhigte zwar: eine akute gesundheitliche Gefährdung sei praktisch ausgeschlossen. Trotzdem sollten aber auch diese Eier vorsichtshalber nicht verzehrt werden. Erkennbar sind diese am Kürzel DE-03 für Niedersachsen und DE-05 für Nordrhein-Westfalen.

Wie erkenne ich die belasteten Eier, die bis nach Bayern gekommen sind?

Nach bisherigen Informationen (Status 07.08.2017, 10:30 Uhr) des bayrischen LGL sind in Bayern Eier mit den folgenden Printnummern betroffen::

  • 2-NL-4272201
  • 2-NL-4272202
  • 1-NL-4112901
  • 2-NL-4272301
  • 0-NL-4352601
  • 2-NL-4207903
  • 1-NL-4331901
  • 1-NL-4035701
  • 1-NL-4339912
  • 1-NL-4339301
  • 1-NL-4359801
  • 0-NL-4352602
  • 0-NL-4031001
  • 2-NL-4167901
  • 1-NL-4167902
  • 2-NL-4212103
  • 2-NL-4332602
  • 2-NL-4385702
  • 1-NL-4385701
  • 1-NL-4402101

Die Eier mit diesen Nummern sollten nicht konsumiert werden. 

 

Hintergrund und Wissenswertes

Ab welcher Verzehrmenge sind die belasteten Eier gesundheitsgefährdend?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät Verbrauchern: Unbedenklich sind bis zu sieben Eier pro Tag bei Erwachsenen und bis 1,7 Eier bei Kindern. Bei Kindern unter einem Jahr sei bis zu ein Ei unbedenklich. Grundlage der Empfehlung sind Messungen des Bundesinstituts mit den am stärksten verseuchten Eiern.

Was bedeutet der Code auf den Eiern?

In der EU produzierte Eier müssen seit 2004 mit einem Code gekennzeichnet sein. Die erste Zahl gibt Auskunft über die Haltung der Legehennen:

  • 3 = Eier aus Käfighaltung
  • 2 = Bodenhaltung
  • 1 = Freilandhaltung
  • 0 = ökologisch erzeugte Eier

Die beiden darauffolgenden Buchstaben stehen für das Herkunftsland (z.B.: DE steht für Deutschland, NL für Niederlande), gefolgt von einer mehrstelligen Betriebs- und Stallnummer. Die ersten beiden Ziffern der Nummer stehen für das Bundesland, aus dem das Ei kommt. Bayern hat die Nummer 09. Eier aus Niedersachsen tragen Nummer 03, aus Nordrhein-Westfahlen die Nummer 05.

Was ist Fipronil und wie gefährlich ist es?

Das Insektizid Fipronil ist ein Kontaktgift und in der Landwirtschaft bei Lebensmittel liefernden Tieren verboten, sowie in Lebensmitteln nicht zugelassen. Das Mittel hat toxische Wirkungen auf das Nervensystem - es sorgt für Krämpfe. Dies wurde so bei Tierversuchen beobachtet. 

Wenn man mit Fipronil belastete Eier verzehrt hat, könne man folgende gesundheitlichen Probleme bekommen: Kopfschmerzen, Benommenheit, Übelkeit. So lange man allerdings die oben aufgeführte Verzehrmenge nicht überschreitet, sind diese Beeinträchtigungen eher unwahrscheinlich. Insgesamt bewertet das Bundesinstitut für Risikobewertung die Gefahr, die von Fipronil belasteten Eiern in Deutschland ausgeht, als relativ gering.