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Block-Anwalt als Zeuge: Information fiel «vom Himmel»
Ein Anwalt der Block-Familie hat im Hamburger Prozess um Kindesentführung als Zeuge die Tage unmittelbar nach der Tat in der Silvesternacht 2023/24 geschildert. Die Information, dass die Kinder nicht mehr in Dänemark seien, «ist vom Himmel gefallen», sagte der 55-Jährige vor dem Landgericht Hamburg.
Er sei am 2. Januar 2024 vormittags bei einem Treffen gewesen, an dem neben anderen der Großvater Eugen Block, Gründer der Steakhaus-Kette Block House, sowie der angeklagte Anwalt Andreas Costard teilgenommen hätten. «Keiner der Anwesenden hatte den blassesten Dunst, was passiert war», sagte der Zeuge. Über die Umstände, wie die Kinder nach Deutschland gelangt seien, sei zu diesem Zeitpunkt nichts bekannt gewesen.
Sechs der sieben Angeklagten bestreiten Vorwürfe
Die Hamburger Unternehmerin Christina Block (53) ist angeklagt, nach einem erbitterten Sorgerechtsstreit eine israelische Sicherheitsfirma damit beauftragt zu haben, ihre damals 13-jährige Tochter und den zehnjährigen Sohn vom Wohnort des Vaters Stephan Hensel in Süddänemark nach Deutschland zu entführen.
Ein 37-jähriger Israeli ist der einzige der insgesamt sieben Angeklagten, der die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft eingeräumt hat. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung. Eugen Block ist kein Angeklagter in dem Prozess.
Christina Blocks früherer Ehemann hatte die beiden jüngsten Kinder des Ex-Paares nach einem Wochenendbesuch im August 2021 nicht wie vereinbart nach Hamburg zurückgebracht. Zweieinhalb Jahre später ergriffen maskierte Männer die Kinder, als sie mit ihrem Vater in der Nähe ihres Hauses das Silvesterfeuerwerk anschauten.
Vorsitzende Richterin hakt beim Zeugen nach
Die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt fragte bei dem Zeugen oft kritisch nach. Ein angeklagter Sicherheitsunternehmer habe bei der Polizei ausgesagt, es sei bei dem Gespräch auch Thema gewesen, dass es in der Silvesternacht zu Gewalt gegen den Vater gekommen sein solle, betonte sie. Der Jurist antwortete, er könne sich nicht daran erinnern, dass darüber gesprochen worden sei.
Nach Angaben des 55-Jährigen war sein Mandant seit Januar 2023 Eugen Block, der ihn für diese Zeugenaussage von der Verschwiegenheitspflicht befreit habe. Er habe im Sorgerechtsstreit von Frau Block mit ihrem Ex-Mann beraten sollen.
Warum war der Zeuge vorher Zuschauer?
Warum er während dieses Prozesses so oft im Zuschauerraum gewesen sei, wollte die Vorsitzende Richterin wissen. Ob er beauftragt gewesen sei, Eugen Block Bericht zu erstatten. Das verneinte der Anwalt, es sei persönliches Interesse an dem Fall gewesen. Seine Anwesenheit im Zuschauerraum habe er nicht in Rechnung gestellt. Eugen Block verfolge den Live-Ticker zum Prozess.
Der Zeuge schilderte zudem, wie der 5. Januar 2024 verlief. Das war der Tag, an dem die Kinder nach einer Gerichtsentscheidung wieder zurück zum Vater gebracht wurden. Auch er sei an dem Tag zu dem Wohnhaus von Christina Block gefahren, damit sie in diesem schlimmen Moment nicht allein sei, sagte der Anwalt. «Frau Block war am Boden zerstört.»