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«Schlitzohr» Köhler, Gose und Werner bejubeln EM-Medaillen

14.08.2026, 20:08

Angelina Köhler, Isabel Gose und Maya Werner bejubelten ihre Medaillen, Lukas Märtens verarbeitete seine Enttäuschung mit Humor: Das deutsche Schwimm-Team hat bei den Europameisterschaften sein Edelmetallkonto im Becken von Paris auf acht aufgestockt, aber auch Chancen nicht genutzt. Köhler und Gose gewannen Silber, Werner freute sich über Bronze.

Direkt nach dem ersten Rennen eines ereignisreichen Abends feierte Köhler ihren zweiten Platz über 100 Meter Schmetterling wie einen Titel. Die 25-Jährige reckte noch im Wasser die Faust Richtung Hallendach, fiel Siegerin Roos Vanotterdijk aus Belgien um den Hals und war auch Minuten danach noch völlig euphorisch. «Das war der absolute Mega-Hammer. Endlich wieder so schnell geschwommen», sagte Köhler.

Köhler berichtet von mentalen Schwierigkeiten

Für die Berlinerin war es die erste Medaille bei einem internationalen Großereignis seit ihrem WM-Triumph 2024. Sowohl bei den Olympischen Spielen in Paris als auch im vergangenen Jahr bei der WM in Singapur war es für sie nicht so gelaufen wie erhofft. Danach stellte Köhler Training und Ernährung um. «Ich habe viel auf Süßigkeiten verzichtet, viel auf Zucker, viel auf süße Getränke», sagte sie. «Das war für mich schon schwer. Aber das hat sich jetzt ausgezahlt.»

Köhler berichtete zudem von mentalen Schwierigkeiten in den vergangenen Tagen. «Ich habe so viel mental gearbeitet und das ist einfach die tollste Belohnung, dass es jetzt so klappt», sagte sie. «Ich habe mich selbst bestärkt», schilderte sie. «Ich habe gesagt, Angie, du kannst dir vertrauen, du bist das Schlitzohr hier. Du bist jemand, der hinten raus kommen kann. Dir kann niemand was.» Mit ihrer Zeit von 56,39 Sekunden fehlten 31 Hundertstelsekunden zu Gold.

Wieder nur Quadarella besser als Gose

Bei Gose war der Abstand nach ganz vorne größer. Der 24-Jährigen fehlten etwas mehr als drei Sekunden auf die italienische Siegerin Simona Quadarella. «Ich glaube, ich muss mir eingestehen, dass sie letzte und diese Saison schon etwas stärker ist als ich», sagte Gose in der ARD. Mit ihrer persönlichen Leistung war sie mehr als zufrieden. «Ich bin super happy mit meiner Zeit», sagte sie.

Weil sich Werner Bronze sicherte, war die Besetzung des Podiums genauso wie über 800 Meter Freistil. Freudig und anerkennend reckte Gose beide Daumen in Richtung ihrer Teamkollegin. «Ich kann es gerade noch gar nicht so in Worte fassen», sagte Werner über ihren Erfolg.

Für Gose war es schon die vierte Medaille bei den Titelkämpfen in der französischen Hauptstadt. Vor Silber über die zweitlängste Beckendistanz hatte sie im Freiwasser Gold im Knockout Sprint sowie mit der Mixed-Staffel gewonnen. Werner freute sich über ihr zweites Edelmetall.

Märtens: «Das Rennen war vorbei, ehe ich gefühlt im Wasser war»

Goses Ex-Freund und Teamkollege beim SC Magdeburg Lukas Märtens konnte seine eigenen Erwartungen im Rennen über 200 Meter Freistil nicht erfüllen. Zumindest nach außen hin nahm der Olympiasieger über die doppelte Distanz das aber ziemlich locker. «Ich wäre gern schneller hier gewesen, so zwei Sekunden», sagte er in der Interviewzone des Centre Aquatique Olympique und lächelte.

Märtens schlug nach 1:45,58 Minuten an und belegte damit Rang sieben. Wäre er die gewünschten zwei Sekunden schneller geschwommen, hätte der 24-Jährige Gold gewonnen. Das ging so an den rumänischen Favoriten David Popovici.

«Das Rennen war vorbei, ehe ich gefühlt im Wasser war - vom Kopf her», sagte Märtens. «Das ist natürlich schade, wenn man nicht auf den Punkt da sein kann, alles abwerfen kann, alles rauslassen kann.» An diesem Sonntag soll das über 400 Meter besser gelingen.

Wie Märtens verpasste auch Anna Elendt Edelmetall deutlich. Die Brustschwimmerin und Weltmeisterin über 100 Meter schwamm über 200 Meter in 2:23,81 Minuten auf Rang fünf. Zu Bronze fehlten fast anderthalb Sekunden.

Zwei Deutsche als Favoriten über 1500 Meter

Am Samstag haben Oliver Klemet und Johannes Liebmann Goldchancen. Der 24 Jahre alte Klemet qualifizierte sich als Erster, der fünf Jahre jüngere Liebmann als Zweiter der Vorläufe für das Finale über 1500 Meter Freistil. Den Endlauf erreichte zudem Brustschwimmer Melvin Imoudu über 50 Meter. Die Abendsession beginnt wieder um 18.30 Uhr (ZDF).

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