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Bei Oman auf Grund gelaufen: Tanker soll geborgen werden
Die Sicherheitsfirma Ambrey ist eigenen Angaben zufolge mit der Bergung des vor der Küste des Oman auf Grund gelaufenen Tankers beauftragt worden. «Bergungsschiffe zur Unterstützung des Einsatzes sind unterwegs und werden in Kürze vor Ort eintreffen», teilte das Unternehmen mit. Ambrey arbeite bei der Aktion «eng mit allen relevanten Akteuren zusammen».
Der Tanker «Caroline Bezengi», der Russlands sogenannter Schattenflotte zugerechnet wird und unter EU-Sanktionen steht, hatte vor der Küste des Oman Öl verloren. Der ausgelaufene Rohstoff treibt nordöstlich an der omanischen Insel al-Kiblidscha und ist teilweise bereits am Festland angekommen, wie die Weltschifffahrtsorganisation IMO am Mittwoch mitteilte.
Nach IMO-Angaben war der Tanker mit insgesamt 130.000 Tonnen Öl beladen, das bereits seit einiger Zeit auslaufe. Der Tanker führte nach Angaben der Umweltorganisation Greenpeace fast die dreifache Menge des Öls, das bei der Havarie der «Exxon Valdez» vor Alaska 1989 ins Meer gelangte. Diese Ölpest gilt als eine der größten Umweltkatastrophen der internationalen Schifffahrt.
An der laut Ambrey «signifikanten internationalen Aktion» ist den Angaben nach auch ein internationales Unternehmen für die Bekämpfung von Ölverschmutzungen beteiligt. Geborgen werden soll der Tanker demnach etwa mit Bergungsschiffen und Flugzeugen, auch ein «erfahrenes Team von Fachkräften mit über 100 Tonnen Ausrüstung» sei beteiligt. Ein Monsun in der Region erschwert derzeit allerdings den Zugang auf das Schiff. Auf See herrschen laut Ambrey «extrem schwierige Bedingungen».
Greenpeace: Umweltkatastrophe droht
Greenpeace warnt weiter davor, dass es zu einer Umweltkatastrophe von gewaltigem Ausmaß kommen könnte. Die verschmutzte Fläche sei mittlerweile auf 1.400 Quadratkilometer angewachsen, teilte die Umweltorganisation unter Berufung auf Satellitenaufnahmen mit. Eine Analyse örtlicher Schiffsbewegungen zeige, dass sich bisher keine Signale von Rettungsschiffen in der Nähe des Wracks finden würden, hieß es.
Die «Caroline Bezengi» liegt in einer ökologisch sensiblen Region vor der omanischen Küste. Gefährdet sind Greenpeace zufolge unter anderem Korallenriffe, Meeresschildkröten, Zugvögel und Meeressäuger. In den Gewässern um die geschützten Inseln in dem Gebiet, wo Seevögel brüten und Schildkröten ihre Eier ablegen, lebt auch der seltene Arabische Buckelwal.
Laut einer Auswertung des Geodaten-Unternehmens Synmax hatte der Tanker mit großer Wahrscheinlichkeit im russischen Hafen Noworossijsk Öl geladen, dann Anfang Juni aber wohl einen Zwischenfall auf See erlitten und keine Standortdaten mehr mitgeteilt. Berichten zufolge steuerte der Tanker einen Hafen in Indien an.