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Sperrstunde: Zverev spielt Achtelfinale am Dienstag fertig
French-Open-Sieger Alexander Zverev muss mit einer glänzenden Ausgangsposition für seinen angestrebten erstmaligen Viertelfinaleinzug in Wimbledon nachsitzen. Das umkämpfte Achtelfinale des besten deutschen Tennisspielers gegen den Tschechen Jiri Lehecka wurde am späten Abend wegen der Sperrstunde beim Londoner Rasen-Grand-Slam-Turnier beim Stand von 6:4, 7:5, 3:3 abgebrochen.
Das Duell wird damit am Dienstag fortgesetzt werden. Bis zum Abbruch zeigte Zverev eine souveräne und selbstbewusste Vorstellung.
Im Gegensatz zu den anderen drei Grand-Slam-Turnieren wird in Wimbledon nicht bis in den frühen Morgen gespielt. Die Sperrstunde um 23.00 Uhr Ortszeit (24.00 Uhr MESZ) dient einerseits dem Lärmschutz der Anwohner. Andererseits sollen laut den Organisatoren die Besucher mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause kommen.
Struff strebt Sensation an
Am Dienstag bestreitet zudem der Sauerländer Jan-Lennard Struff das bisher größte Grand-Slam-Match seiner Karriere (14.00 Uhr/Prime Video). Der Warsteiner fordert im Viertelfinale den italienischen Weltranglisten-Ersten und Titelverteidiger Jannik Sinner heraus.
Federer anfangs als einsamer Zuschauer in der Royal Box
Weil die ersten beiden Matches lange dauerten, betrat Zverev erst um 20.41 Uhr Ortszeit den Centre Court für seine vierte Runde gegen den tschechischen Weltranglisten-14. Lehecka. Erst nach knapp vier Stunden hatte zuvor der britische Wildcard-Inhaber Arthur Fery sein Tennis-Märchen gegen den Bulgaren Grigor Dimitrow fortgesetzt.
So musste sich Zverev für einen erhofften Sieg noch am Abend beeilen. Die Royal Box war zu Beginn beinahe verwaist, die Schweizer Tennis-Ikone Roger Federer saß einsam in Reihe eins.
Bei geschlossenem Hallendach nutzte Zverev konsequent die erste Gelegenheit, die sich beim Aufschlag des Tschechen bot. Der Tokio-Olympiasieger sicherte sich das Break zum 5:4 und nur wenige Ballwechsel später den ersten Satz.
Im zweiten Durchgang lief es schon auf einen Tiebreak hinaus. Doch zum 6:5 nahm die deutsche Nummer eins seinem Kontrahenten wieder den Aufschlag ab, Zverev feierte dies mit einem lauten «Yes». Als der Hamburger den zweiten Durchgang mit 7:5 verbucht hatte, waren 97 Minuten gespielt. Nur rund eine halbe Stunde blieb, um das Match vor 23.00 Uhr zu beenden. Das reichte nicht. In jedem der Durchgänge war Zverev bis zum Abbruch zwar Breakbälle bei eigenem Service konfrontiert gewesen, wehrte aber alle ab.
Kommt es zum Duell mit dem Angstgegner?
Dass Zverev bei seinem schwächsten Grand-Slam-Turnier bisher noch nie im Wimbledon-Viertelfinale stand, sei kein Thema im Team, hatte Bruder Mischa Zverev vor dem Spiel bei Prime gesagt. «Er weiß schon seit Jahren, dass er hier gutes Tennis spielen kann», sagte der 38-Jährige. «Seit ein paar Jahren fühlt er sich besser auf Rasen, er spielt auch anders und er weiß, es ist nur eine Frage der Zeit. Deswegen bin ich entspannt, dieses Jahr wird es so weit.» Es fehlt nicht mehr viel.
Im Falle eines Sieges würde im Viertelfinale am Mittwoch Angstgegner Taylor Fritz auf Zverev warten. Der US-Profi, gegen den der Deutsche siebenmal in Serie verloren hat, gewann sein Achtelfinale 7:6 (7:1), 6:4, 6:4 gegen den Kasachen Alexander Bublik.