×
Radio Gong 2000 GmbH & Co KG
Die Radio Gong App
Jetzt installieren und entdecken!

Gruppensieg verpasst: Portugal enttäuscht gegen Kolumbien

28.06.2026, 03:06

WM-Mitfavorit Portugal hat nach dem nächsten schwachen Auftritt den Gruppensieg bei der Fußball-Weltmeisterschaft verpasst. Im dritten und letzten Vorrunden-Spiel kam das Team von Cristiano Ronaldo nur zu einem sehr glücklichen 0:0 gegen starke Kolumbianer.

Platz eins in der Gruppe K ging damit völlig verdient an die Südamerikaner und hat für die auch einen vermeintlich großen Wert: Denn in der K.o.-Runde geht es jetzt zunächst gegen Ghana und im Fall eines Erfolgs danach gegen den Sieger des nächsten Schweizer Spiels.

Portugal droht früh Duell mit Spanien

Das liest sich zumindest auf dem Papier deutlich einfacher als der weitere Turnierpfad der Portugiesen: Ihr nächster Gegner ist Kroatien. Dahinter lauert Spanien in einem möglichen Achtelfinale. Das sind der aktuelle WM-Dritte und danach vielleicht der Europameister.

Aus Portugals Sicht ist das allerdings auch die Konsequenz für eine enttäuschende Vorrunde mit zwei schwachen Auftritten und einem nicht überzubewertenden 5:0 gegen den Gruppenletzten Usbekistan. Gerade Ronaldo blieb wie schon beim 1:1 gegen die Demokratische Republik Kongo über weite Strecken unsichtbar.

25. WM-Spiel für Ronaldo

Sein einziger Benefit aus dieser Partie: Mit jetzt 25 WM-Einsätzen zog der 41 Jahre alte Stürmer in der entsprechenden Statistik mit Lothar Matthäus gleich. Nur Lionel Messi kommt in der Historie dieses Spiels auf noch mehr Weltmeisterschafts-Spiele. 

Wann immer ein südamerikanisches Team in Miami spielt, hat es dort faktisch ein Heimspiel. Rund 40.000 kolumbianische Fans waren gegen Portugal sogar noch lauter als die brasilianischen gegen Schottland oder die uruguayischen gegen Kap Verde. 

Vor allem sahen sie, dass ihr Team von Beginn an deutlich mehr Power entwickelte als die hoch gehandelten Portugiesen. Schon nach 59 Sekunden köpfte der frühere Bundesliga-Profi Jhon Cordoba (1. FC Köln und Hertha BSC) nur knapp über das gegnerische Tor.

Kolumbien mit viel mehr Wucht

Die Kolumbianer setzten den Portugiesen in jedem Drittel des Spielfelds zu. Vorne waren Angreifer Diaz, der wuchtige Cordoba und vor allem der starke Jhon Arias deutlich zielstrebiger als Ronaldo und Co. auf der anderen Seite. Das lag aber auch daran, das Kolumbiens Defensive derart kompakt stand, dass ihr namhafter Gegner kaum Räume besaß. Zeitweise agierte Portugals Offensive aus dem Stand.

Entsprechend sah in der ersten Halbzeit auch das Chancenverhältnis aus: In der 17. Minute zwang Cordoba den portugiesischen Torwart Diogo Costa zu einer starken Reaktion mit der linken Hand. Vier Minuten später klärte Ruben Neves den Ball nur kurz vor der eigenen Torlinie (21.).

Portugal wurde nur in einem ganz kurzen Zeitfenster gefährlich: In der 39. Minute scheiterte Brúno Fernandes aus acht Metern Entfernung mit einem Schuss aus der Drehung am stark reagierenden Torwart Camilo Vargas. Im Nachsetzen versuchte sich Ronaldo erfolglos an einem Fallrückzieher.

Kurz danach legte sich Joao Felix den Ball im Strafraum mit der Brust vor, schloss elegant im Fallen ab - schoss dabei aber knapp über das Tor (42.). Mehr war von Portugals Offensive nicht zu sehen. Wie so häufig bei vergangenen Welt- und Europameisterschaften gelingt es diesem Team nicht, viele klangvolle Namen zu einem stimmigen Verbund zusammenzuführen.

Ronaldo im Abseits

Daran änderte sich auch nach der Pause nichts. Eine Kombination über Diogo Dalot, Joao Felix und Ronaldo sah zwar vielversprechend aus (60.). Aber erstens schoss der Superstar den Ball am Tor vorbei. Und zweitens war er zuvor auch noch klar ins Abseits gelaufen.

Hinten waren die Portugiesen viel mehr beschäftigt. Richard Rios von Benfica Lissabon vergab die nächste Großchance für Kolumbien (62.). Und dass Portugals bester Spieler diesmal der Torwart war, bewies Diogo Costa zum wiederholten Mal in der 66. Minute: Da parierte er einen abgefälschten Schuss von Jhon Arias.

Je länger das Spiel dauerte, desto glücklicher wurde das Ergebnis aus portugiesischer Sicht. In der 88. Minute flog ein Seitfallzieher von Luis Suarez über das Tor. In der Nachspielzeit wurde sogar noch ein Kopfballtor von Davinson Sanchez aberkannt (90.+1). Der Torschütze stand nur mit einer Schuhspitze im Abseits.

Deine News.

mehr News laden

Gong 96.3 Live
Audiothek