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Baurecht für zwei 155 Meter hohe Türme in Neuhausen rechtskräftig
Die zwei bis zu 155 Meter hohe Türme an der Paketposthalle dürfen weiter geplant werden – der Versuch, per Bürgerentscheid einzugreifen, ist gescheitert.
Klage für Bürgerentscheid ohne Erfolg
Der Widerstand gegen die geplanten Hochhäuser an der Münchner Paketposthalle hat einenDämpfer bekommen. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat eine Klage des Bündnisses Hochhausstop abgewiesen. Damit ist klar: Einen Bürgerentscheid zu dem Projekt wird es vorerst nicht geben – die Entscheidung ist endgültig.
Die Initiatoren wollten die Münchner darüber abstimmen lassen, ob die Stadt alle rechtlich möglichen Mittel einsetzen soll, um Hochhäuser über 60 Meter Höhe in Neuhausen zu verhindern. Die Stadt hatte das Bürgerbegehren jedoch bereits gestoppt – zu Recht, wie das Gericht nun bestätigte.
Gericht: Frage war zu unklar
Das Hauptproblem aus Sicht der Richter: Die Fragestellung war zu schwammig. Für die Bürgerinnen und Bürger müsse klar erkennbar sein, was die Stadt im Fall eines erfolgreichen Bürgerentscheids konkret tun müsste. Das sei hier nicht gegeben.
Außerdem fehlte in der Frage ein entscheidender Punkt: das laufende Bebauungsplanverfahren. Dieses hatte der Stadtrat im November 2025 mit großer Mehrheit beschlossen – ein Detail, das laut Gericht nicht einfach ausgeklammert werden durfte.
Zwei Türme mit bis zu 155 Metern Höhe geplant
Auf dem rund 8,7 Hektar großen Areal rund um die historische Paketposthalle soll ein neues Viertel entstehen. Geplant sind zwei Zwillingstürme mit bis zu 155 Metern Höhe, dazu zwei kleinere Hochhäuser, etwa 1.200 Wohnungen und rund 3.000 Arbeitsplätze. Die Paketposthalle selbst soll öffentlich zugänglich bleiben und als Aufenthalts- und Erholungsort dienen.
Schon 2021 sorgte das Projekt für Aufsehen, als die geplante Höhe der Türme mit großen Ballons sichtbar gemacht wurde.
Alte Hochhaus-Debatte flammt wieder auf
Das Thema Hochhäuser ist in München seit Jahren heikel. Ein Bürgerentscheid aus dem Jahr 2004 hatte Gebäude über 100 Meter praktisch ausgeschlossen. Auch wenn dieser Entscheid rechtlich nur kurz galt, prägt er die Diskussion bis heute.
Hochhausgegner wollen weitermachen
Trotz der Niederlage vor Gericht gibt sich das Bündnis Hochhausstop kämpferisch und will den Bebauungsplan nun genau prüfen. Der frühere Oberbürgermeister Christian Ude kritisierte den Stadtrat scharf und sprach von einer „Bevormundung“ der Münchnerinnen und Münchner.
OB Dieter Reiter (SPD) hält dagegen: Es gehe nicht um politische Blockade oder fehlende Bürgerbeteiligung, sondern um rechtliche Klarheit. Wer einen Bürgerentscheid wolle, müsse eine eindeutige und umsetzbare Frage stellen – und genau daran habe es in diesem Fall gehapert.
19.01.2026