FC Bayern holt sich das Triple

Lissabon (dpa) - In grenzenlosem Jubel reckte Manuel Neuer den silbernen Henkelpott in den Nachthimmel von Lissabon, um den Kapitän des FC Bayern herum tanzten und sangen die Münchner Triple-Könige zum Auftakt in eine lange Partynacht: «Campeones, Campeones, olé!»

Am Ende der außergewöhnlichen Corona-Saison hat der deutsche Rekordmeister das größte aller Ziele erreicht: In einem packenden Champions-League-Finale gegen Thomas Tuchels Paris Saint-Germain krönten sich die Münchner von Supertrainer Hansi Flick zu Europas Fußball-Königen. «Ein Traum für uns alle», sagte Neuer nach dem 1:0 (0:0), und Thomas Müller jubelte: «Das fühlt sich unglaublich an. Der Haufen ist Wahnsinn.»

Kingsley Coman ist Held des Abends

Held des Abends gegen die Superstars Kylian Mbappé und Neymar, der in Tränen aufgelöst fast nicht zu trösten war, war der in Paris geborene Kingsley Coman mit dem wichtigsten Tor seiner Karriere - dem insgesamt 500. Treffer der Münchner in der Königsklasse. «Das ist schwer, nach dem Spiel zu realisieren», sagte der zuvor bärenstark haltende Neuer beim Streamingdienst DAZN. Ein Traum, vor allem auch für Coman, der bei PSG ausgebildet wurde und dort auch als 16-Jähriger sein Profidebüt gefeiert hatte.

Bayerns «King» köpfte nach einer Superflanke von Joshua Kimmich in der 59. Minute das Tor zum Triple. Der Schachzug von Bayern-Trainer Hansi Flick war aufgegangen: Er hatte Coman für Ivan Perisic aufgeboten. «Ich bin stolz auf die Mannschaft», sagte Flick nach dem Spiel bei Sky. «Dass die Mannschaft heute diesen Weg ganz konsequent gegangen ist, war einfach klasse. Aufgrund der zweiten Halbzeit haben wir auch verdient gewonnen.»