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20-Jähriger nach Anschlagsdrohung im ICE in U-Haft

03.04.2026, 18:04

Schock im abendlichen Reiseverkehr: In einem ICE in Nordrhein-Westfalen droht ein junger Mann laut Polizei mit einem Anschlag und zündet zwei Sprengkörper. Mindestens zwölf Menschen werden bei dem Vorfall am Donnerstag, kurz vor dem langen Osterwochenende, leicht verletzt. Das Motiv dafür ist laut Angaben der Generalstaatsanwaltschaft in Düsseldorf am Tag danach noch unklar. Bei der Bewertung der Tat beziehen die Ermittler verschiedene Hintergründe mit ein.

Einerseits gibt es laut einer Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft Erkenntnisse, dass der Mann politisch «dem rechten Spektrum zuzuordnen» sei. Andererseits gebe es auch Hinweise auf eine psychische Erkrankung des Mannes. Der genaue Hergang müsse noch ermittelt werden. Die Behörde ermittelt gemeinsam mit dem Staatsschutz der Bonner Polizei.

Ein Ermittlungsrichter erließ am Freitagnachmittag in Aachen Haftbefehl gegen den 20-jährigen Deutschen. Er befinde sich in Untersuchungshaft, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Der Haftbefehl laute unter anderem auf den Verdacht des versuchten Mordes, der gefährlichen Körperverletzung und der Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz.

Festnahme am Bahnhof

Bundespolizisten hatten den jungen Mann aus Aachen am Abend am Siegburger Bahnhof festgenommen. Er soll den ICE in Aachen betreten und auf der Fahrt Richtung Frankfurt die beiden mit Plastikkugeln gefüllten Sprengkörper geworfen haben. Elf Menschen seien durch herumfliegende kleine Kugeln verletzt worden, sagte die Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft. Dann habe der Mann sich auf die Zugtoilette zurückgezogen. Ein Fahrgast und ein Mitarbeiter der Bahn setzten ihn dort fest, bis die Einsatzkräfte hinzukamen. Der Zug wurde geräumt.

In einer Mitteilung der Polizei hieß es, dass ein weiterer Mensch vermutlich ein Knalltrauma erlitten habe. Er wurde demnach in ein Bonner Krankenhaus gebracht, kurze Zeit später aber wieder entlassen. Eine Sprecherin der Bundespolizei sprach in der Nacht auch von «leichten, oberflächlichen Hautverletzungen» bei Betroffenen. Die meisten der rund 180 Fahrgäste kamen aber mit dem Schrecken davon. 

Gezündete Gegenstände werden untersucht

Der Beschuldigte sei strafrechtlich bereits in Erscheinung getreten, sagte die Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft weiter. «Hierbei spielten unterschiedliche Delikte eine Rolle.» Seine Wohnung sei durchsucht worden. Die Ermittler hätten mehrere Gegenstände sichergestellt, darunter das Handy des Verdächtigen.

Am Freitag hieß es, die Spuren vom Tatort sowie die gezündeten Sprengkörper würden weiter untersucht. Weitere Details dazu nannten die Ermittler zunächst nicht. 

«Um 20.55 Uhr wurden vermeintliche Schüsse im Zug ICE 19 am Bahnhof Siegburg gemeldet», hatte eine Bahn-Sprecherin in der Nacht gesagt. Später stellte sich heraus, dass die gezündeten Böller die Knallgeräusche ausgelöst hatten. 

Zwei Messer gefunden

Nach Angaben der Bundespolizei aus der Nacht hatte der Mann mit einem Anschlag gedroht. Bei seiner Durchsuchung fanden die Einsatzkräfte zwei Messer, eine Maske sowie zwei frei verkäufliche Rauchkörper. 

Viele der Fahrgäste waren den Angaben zufolge Urlaubsreisende und standen am Abend mit Koffern auf dem Bahnsteig in Siegburg. Die Passagiere seien in einer nahegelegenen Turnhalle von der Feuerwehr versorgt und durch Notfallseelsorger betreut worden, hieß es. Der Zug und das Bahngleis seien untersucht und später wieder freigegeben worden. Der Zugverkehr in der Region war vorübergehend eingeschränkt.

Am Donnerstagnachmittag hatte es bereits einen Zwischenfall in der Region gegeben: Wegen einer Bombendrohung war der Aachener Hauptbahnhof vorübergehend gesperrt worden. Die Bundespolizei gab jedoch nach kurzer Zeit Entwarnung. Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen gibt es laut Generalstaatsanwaltschaft bisher nicht. Die Ermittlungen dauerten aber an.

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