Angriff auf Bahn-Kontrolleure: Teilerfolg nach Öffentlichkeitsfahndung, zweiter Täter weiterhin gesucht

Zu der am Montag veröffentlichten Fahndung nach zwei Tatverdächtigen konnte nun einer der beiden, ein 29-Jähriger Deutscher - nach Zeugenhinwiesen - ermittelt werden. Nach dem zweiten, dunkelhäutigen Tatverdächtigen wird weiter gefahndet.

Der bislang unbekannte Tatverdächtige ging bei der Fahrscheinkontrolle aktiv auf die Kontrolleure zu und zeigte seine Fahrkarte vor, die als gültig bewertet wurde. Als sich die beiden Kontrolleure weiteren Fahrgästen zuwandten echauffierte sich der bereits kontrollierte Dunkelhäutige in der fast vollbesetzten S-Bahn lautstark über die Art und Weise seiner Kontrolle, die er seiner Hautfarbe zuschrieb.

Beim Verbringen aus der S-Bahn setzte sich der Dunkelhäutige zur Wehr und versuchte nach dem 44-jährigen Kontrolleur zu schlagen. Infolge des anschließenden Gerangels gingen beide am Bahnsteig zu Boden. In diesem Moment eilte ein Reisender, ein 35-Jähriger aus Herrsching, dem am Boden liegenden DB-Kontrolleur zu Hilfe.

Der 44-Jährige DB-Mitarbeiter erlitt eine starke Schulterprellung und war zunächst mehrere Tage arbeitsunfähig - sein 32-jähriger Kollege blieb äußerlich unverletzt. Der 35-jährige Helfer erlitt eine schwere Sprunggelenksfraktur, die bereits zweifach operativ versorgt werden musste.

Die Münchner Bundespolizei bittet die Bevölkerung um Hinweise zu dem Gesuchten. Wer ihn bzw. seinen Aufenthaltsort kennt, wird gebeten sich unter 089/515550-111 an die Bundespolizei zu wenden.

Bei dem mittlerweile ermittelten zweiten Tatverdächtigen handelt es sich um einen 29-jährigen Deutschen aus München. Gegen ihn wird von der Bundespolizei wegen Gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung ermittelt.

Nach einer Öffentlichkeitsfahndung mit Lichtbildern meldeten sich Personen, die den Gesuchten identifizieren konnten. Aufgrund konkreter Hinweise konnte er ermittelt werden. Zudem konnten Beweismittel sichergestellt werden, mit denen eine gerichtsverwertbare Tatbeteiligung nachzuweisen sein dürfte. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen blieb der 29-Jährige auf freiem Fuß.

Ein Münchner Bürger, der von der Fahndung in den Medien erfuhr, setzte für Hinweise, die zur Ergreifung des noch gesuchten Mannes führen, eine Belohnung von 500 € aus.