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Spritpreise weltweit: Diese Maßnahmen ergreifen Länder gegen teures Tanken

Die steigenden Kraftstoffpreise sorgen weltweit für Druck auf Verbraucher und Politik. Seit Beginn des Iran-Krieg haben zahlreiche Staaten reagiert und unterschiedliche Strategien eingeführt, um Benzin und Diesel bezahlbar zu halten. Ein Überblick über die wichtigsten Maßnahmen im Ausland – von Preisdeckeln bis hin zu kostenlosem Nahverkehr.

Preisdeckel: Staat greift direkt ein

Einige Länder setzen auf klare Obergrenzen für Spritpreise:

  • In Ungarn und Kroatien gelten staatlich festgelegte Höchstpreise. Benzin kostet dort rund 1,51 Euro pro Liter, Diesel etwa 1,56 Euro (in Kroatien leicht günstiger).

  • Auch Slowenien reguliert die Preise zeitlich befristet. Hier liegen sie aktuell bei etwa 1,62 Euro für Benzin und 1,81 Euro für Diesel.

Diese Maßnahmen sorgen kurzfristig für Entlastung, stehen jedoch oft in der Kritik, da sie den Markt verzerren können.

Steuersenkungen: Direkte Entlastung für Verbraucher

Andere Länder setzen auf steuerliche Maßnahmen, um die Preise zu senken:

  • Polen hat die Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe drastisch von 23 % auf 8 % reduziert. Das bringt Autofahrern eine Entlastung von rund 28 Cent pro Liter.

  • In Italien wurde die Steuer um etwa 25 Cent pro Liter gesenkt.

  • Österreich kombiniert Steuererleichterungen mit Eingriffen entlang der Lieferkette – rund 10 Cent pro Liter weniger.

Diese Strategie gilt als marktnäher, belastet jedoch die Staatshaushalte erheblich.

Eingriffe in Gewinne: Kontrolle der Margen

Ein anderer Ansatz kommt aus Griechenland:

Hier werden die Gewinnmargen im Energiesektor gedeckelt. Raffinerien dürfen maximal etwa 5 Cent pro Liter verdienen, Tankstellen rund 12 Cent. Ziel ist es, übermäßige Gewinne zu verhindern und die Preise stabil zu halten.

Nachfrage steuern: Ungewöhnliche Maßnahmen

Die Slowakei geht einen besonderen Weg:

  • Begrenzung der Tankmenge pro Fahrzeug

  • Höhere Preise für Ausländer, orientiert am Durchschnitt der Nachbarländer

Damit soll verhindert werden, dass es zu „Tanktourismus“ kommt und die Nachfrage künstlich steigt.

Alternativen stärken: Kostenloser Nahverkehr

Auch außerhalb Europas gibt es kreative Lösungen:

In Melbourne setzt Australien auf kostenlosen öffentlichen Nahverkehr – zunächst für einen Monat. Zusätzlich wurde die Kraftstoffsteuer für drei Monate halbiert.

Das Ziel: Autofahrer zum Umstieg auf Bus und Bahn bewegen und so die Nachfrage nach Sprit senken.

07.04.2026

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