Mobbing am Arbeitsplatz: Tipps vom Psychologen

Wie entsteht Mobbing? Welche Ursachen hat Mobbing am Arbeitsplatz?

Bei Erwachsenen kann Mobbing unterschiedliche Ursachen haben: Zum einen können es Machtkonflikte sein, die im Rahmen von Karriereschritten auftreten. Zudem können es ebenfalls Verlustängste oder Neidkonflikte sein. Allerdings liegt immer ein instabiles Selbstwertgefühl zugrunde. Das heißt: Wir alle sind dadurch herausgefordert, dass der andere „anders“ ist. Das kann uns in unserem Selbstwertgefühl irritieren und infrage stellen. Wenn wir das nicht aushalten, entwerten wir lieber andere, als uns selbst in Frage zu stellen.

 

Wird Mobbing am Arbeitsplatz des Öfteren unterschätzt?

Ja das wird es. Zehn Prozent aller Arbeitsunfähigkeiten haben etwas mit Mobbing zu tun. Oftmals wird Mobbing gar nicht erst wahrgenommen, oder eben erst zu spät.

 

Was sollte man tun, wenn man mitbekommt, dass eine Kollegin oder ein Kollege am Arbeitsplatz gemobbt wird?

Solltet ihr mitbekommen, dass jemand in eurem Betrieb gemobbt wird, sollte man den Betroffenen ansprechen. Es kann für die Person sehr hilfreich sein, wenn ihr realistisch rückmeldet, wie ihr die Situation von außen erlebt. Dabei könnt ihr eure Unterstützung anbieten oder gemeinsam zum Betriebsrat gehen. Für den Betroffenen ist es aber erstmal wichtig, dass er das Gespräch mit dem Mobber selbst sucht.

 

Gibt es typische „Mobbing-Opfer“?

Generell kann es jeden treffen, aber man weiß, dass bestimmte Gruppen häufiger betroffen sind. Besonders Frauen im Beruf und Berufsanfänger bis 25 Jahre sind häufig betroffen. Allerdings müssen auch Menschen, die soziale, besondere Merkmale haben und somit anders sind als andere, darunter leiden.

 

Gibt es typische „Mobber“ am Arbeitsplatz?

Der typische Mobber ist oft der, der im mittleren Berufsalter steht und schon lange im Beruf ist.

 

Gibt es unterschiedliche Arten von Mobbing?

Es gibt natürlich die seelische Art von Mobbing. Das geht in die Richtung der Verletzung der Würde, zum Beispiel durch Demütigung. Darüber hinaus gehört die Verbreitung falscher Tatsachen oder falscher Behauptungen ebenfalls dazu. Dies kann bis hin zu Gewaltandrohungen von körperlicher oder sexueller Art gehen.

 

Jeder 7. wurde am Arbeitsplatz schon gemobbt – gibt es Tipps gegen Mobbing am Arbeitsplatz?

Man sollte sich immer gut vernetzen mit seinen Kollegen und darauf achten, dass man sich bezüglich seines Auftretens nicht klein macht. Dennoch sollte man auch nicht versuchen seine Kompetenzen zu überschreiten. Außerdem kann man versuchen mit Konflikten konstruktiv umzugehen und eben selbstbewusst auftreten.

 

Woran erkennen Eltern, wenn ihr Kind gemobbt wird?

Eltern können das an einer starken Verunsicherung, einem erhöhten Misstrauen oder Nervosität erkennen. Leistungsblockarden in der Schule können ebenfalls ein Anzeichen dafür sein. Ein eindeutiges Warnsignal sind auch Demotivation, sozialer Rückzug, Depressionen bis hin zu Lebensübertrust und Suizidgedanken. Körperlich kann ihr Kind dann Schlafstörungen, Magen- und Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Nackenschmerzen, Herzklopfen und Atemnot aufzeigen.

 

Wie kann man sein Kind darauf ansprechen?

Wenn man seinem Kind eins dieser Symptome anmerkt, könnte man erstmal das Kind selbst fragen. Wenn es verschlossen bleibt, könnte man versuchen Freunde zu fragen oder gemeinsam die Kinderschar zu fragen, was gerade los ist: Ob die Schule Spaß macht und was sie in der Freizeit so zusammen machen, wie das Fußballspielen so ist… Da kommt man manchmal über so ein Seitengleis schon dahin, dass Konflikte erstmal nicht benannt sind, aber bestehen. Oftmals sagen das Kinder nicht sofort, weil sie sich vielleicht schämen.

 

Sollte man zu einem Lehrer gehen, oder kommt es dann noch mehr zu Mobbing?

Ja, das hilft. Gerade wenn der Lehrer vor der Klasse das Thema Mobbing dann auch aufgreift, kann das manchmal sehr gut helfen. Oder auch wenn in der Schule sogenannte Mobbing-beauftragte Schüler weitergebildet werden. Wenn das Kind sich traut, zum Lehrer zu gehen oder zu einer Vertrauensperson in der Lehrerschaft hat, wäre das sicherlich ein guter Weg den Lehrer als Unterstützer und Hilfspartner anzusprechen.

 

Woher kommt es, dass Kinder andere Kinder mobben?

Das ist in Machtkonflikten begründet: Kinder müssen ihre Position im Leben erstmal erobern und da haben Rang- und Machtkonflikte ihren ständigen Platz. Natürlich schauen sie sich das auch bei älteren Schülern ab.

 

Beratungsstellen in München

 

BEFORE
Mathildenstraße 3c, Maxvorstadt
Tel: 0894622467-0
E-Mail: kontakt@before-muenchen.de

 

Netzwerk Rassismus- und Diskriminierungsfreies
Bayern e.V. Zeppelinstr. 63
 Au-Haidhausen Tel.: 09678 2310626
E-Mail: info@rassismusfreies-bayern.de

 

Beratung und Antidiskriminierungsstelle für Menschen
mit Behinderungen

Burgstraße 4, Altstadt
el.: 089/ 233 - 21977
E-Mail: Helga.Prinoth-Kurth@muenchen.de

 

Beratungsstelle Frauennotruf München
Saarstraße 5, Schwabing-West
Tel.: 089 - 76 37 37
E-Mail: info@frauennotruf-muenchen.de

 

Evangelisches Beratungszentrum München e.V. (ebz)
Landwehrstraße 22, Ludwigsvorstadt
Tel.: 089-59048170
E-Mail: pibs@ebz-muenchen.de

 

Frauen helfen Frauen Starnberg e. V.
Mühlfelder Straße 12, Herrsching
Telefon: 08152 5720
E-Mail: info@frauenhelfenfrauen-sta.de

 

Prop e.V.
Landshuterstr. 9, Erding
Tel.: 08122 / 99 98 130
-Mail: erding@prop-ev.de

 

Frauen helfen Frauen FFB e.V.
Am Sulzbogen 56, Fürstenfeldbruck
Telefon: 08141 290850
E-Mail: frauennotruf@fhf-ffb.de

 

Studentenwerk München Weihenstephaner Berg
lte Akademie 1, Freising
el.: + 49 89 357135-40
E-Mail: psycho-beratung-freising@stwm.de

 

Gleichstellungsstelle im Landratsamt
Eichthalstraße 5, Ebersberg
Telefon: 08092/823-423