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Pilotprojekt in München soll gefährliche Situationen im Radverkehr erfassen
Wie sicher fühlen sich Radfahrerinnen und Radfahrer auf Münchens Straßen? Diese Frage lässt sich bislang nur teilweise beantworten. Die meisten Daten, die Kommunen für die Verkehrsplanung nutzen, stammen aus Unfallstatistiken. Situationen, in denen es zwar zu kritischen Momenten kommt, aber kein Unfall passiert, werden in der Regel nicht systematisch erfasst.
Ein gemeinsames Pilotprojekt des Radentscheids München und des Unternehmens BlossomEdge soll jetzt Daten zu solchen Situationen sammeln. Ziel ist es, Orte und Verkehrssituationen zu dokumentieren, die von Radfahrenden als gefährlich oder unsicher wahrgenommen werden.
Erfassung während der Fahrt
Für das Projekt kommt die App „Go-Bike“ von BlossomEdge zum Einsatz. Sie ist für iPhone und Android verfügbar und kann während einer Fahrradfahrt genutzt werden.
Dafür wird das Smartphone am Lenker befestigt und die App gestartet. Kommt es unterwegs zu einer Situation, die als kritisch empfunden wird – etwa durch ein knappes Überholmanöver, eine unübersichtliche Kreuzung oder andere Verkehrssituationen –, kann diese per Fingertipp markiert werden.
Nach Angaben von BlossomEdge speichert die App dabei automatisch einen kurzen Videoausschnitt sowie Informationen zu Ort und Zeitpunkt. Erfasst werden die fünf Sekunden vor und die zwei Sekunden nach dem markierten Ereignis.
Unterstützung durch KI-Funktionen
Zusätzlich analysiert die App während der Fahrt das Kamerabild mithilfe von künstlicher Intelligenz. Die Software soll potenzielle Risikosituationen erkennen und entsprechende Hinweise geben.
Diese Funktion befindet sich laut Entwickler derzeit in Weiterentwicklung. Für die Dokumentation innerhalb des Pilotprojekts gilt die manuelle Markierung durch die Nutzerinnen und Nutzer als zentrale Erfassungsmethode.
Auswertung der gesammelten Daten
Die aufgezeichneten Fahrten und markierten Situationen werden anonymisiert ausgewertet. Daraus soll eine Übersicht entstehen, die zeigt, an welchen Orten besonders häufig kritische Situationen gemeldet werden.
Die Ergebnisse werden dem Radentscheid München zur Verfügung gestellt. Das Projektteam erhofft sich dadurch zusätzliche Erkenntnisse über Bereiche im Stadtgebiet, die in Unfallstatistiken bislang nicht auffallen, von Radfahrenden jedoch wiederholt als problematisch wahrgenommen werden.
01.06.2026