Warnung: Diese gängigen Antibiotika solltet ihr nicht mehr benutzen

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Sehnenrisse, Schlaflosigkeit, Depressionen: Fluorchinolon-Antibiotika können heftige Nebenwirkungen auslösen. Ärzte dürfen sie deshalb nur noch in Ausnahmefällen verschreiben.

Ärzte sollen die weit verbreitete Antibiotikagruppe der Fluorchinolone wegen schwerer Nebenwirkungen nur noch stark eingeschränkt verschreiben. Das teilte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) am Montag mit. Die
Medikamente sollen nach Möglichkeit nicht mehr bei "leichten und mittelschweren Infektionen" eingesetzt werden. Laut Wissenschaftlichem Institut der AOK waren im Jahr 2015 knapp sechs Millionen Packungen mit fluorchinolonhaltigen Antibiotika verordnet worden. 

"Bestimmte schwerwiegende Nebenwirkungen von Fluorchinolonen können
lang anhalten, die Lebensqualität beeinträchtigen und sind möglicherweise irreversibel", schreibt das BfArM. Betroffen seien vor allem Sehnen, Muskeln, Gelenke und das Nervensystem. Beim ersten Anzeichen einer dieser schwerwiegenden Nebenwirkungen solle die Behandlung beendet werden. Diese Nebenwirkungen treten den Angaben zufolge sehr selten auf.  

Das BfArM stellte aber auch klar: "Fluorchinolone sind eine wichtige Behandlungsoption gegen verschiedene Infektionserkrankungen, darunter
einige lebensbedrohliche, bei denen andere Antibiotika nicht ausreichend wirksam sind.

 

Ab sofort sollen die Medikamente daher nur noch nach einer sorgfältigen "Nutzen-Risiko-Bewertung" verschrieben werden. In Deutschland betrifft das folgende Wirkstoffe:

  • Ciprofloxacin

  • Levofloxacin

  • Moxifloxacin

  • Norfloxacin

  • Ofloxacin

 

Diese Mittel dürfen beispielsweise nicht mehr bei Mandelentzündungen, akuter Bronchitis oder zur Vorbeugung von Harnwegsinfektionen eingesetzt werden. 

Bei chronischen Lungenerkrankungen oder Harnblasenentzündungen kommen sie nur noch infrage, wenn andere Antibiotika versagen oder beispielsweise wegen Unverträglichkeiten ausgeschlossen werden müssen.

Besonders ältere Menschen sollten nicht mit  Fluorchinolon behandelt werden. Das gilt auch für Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion oder nach Organtransplantationen.

Wer solche Symptome nach Einnahme von Fluorchinolonen bei sich beobachtet, sollte die Tabletten nicht weiter einnehmen und sich an den behandelnden Arzt wenden.

 

Quelle: dpa