So grün ist München: Unbekannte Parks und Gärten

Jeder kennt den Englischen Garten, den Olympiapark oder Schloss Nymphenburg. Doch München hat noch weit mehr grüne Oasen zu bieten, die zur Erholung und der Lebensqualität der Stadt beitragen. Viele davon sind echte Kleinode, die einen Besuch allemal wert sind.

Der Englische Garten ist Münchner Lebensart pur, im Olympiapark schlägt das Sportlerherz höher und im Schlosspark Nymphenburg erwartet Euch royale Pracht.

Insgesamt zählt München zwar nicht gerade zu den grünsten Städten Deutschlands, dennoch wird stetig in die Verbesserung der Lebensqualität durch mehr Grünflächen investiert. So gibt es seit einiger Zeit ein fortwährendes Förderprogramm, das nicht nur auf Parks abzielt, sondern auch die Begrünung von Dächern, Fassaden, Firmengeländen oder Innenhöfen unterstützt.

Mehr Natur in der Stadt sorgt nicht nur für eine schönere Umgebung, sondern wirkt sich auch positiv auf das Stadtklima aus. Grünflächen sorgen für eine bessere Luft, binden CO2, dienen als Drainageflächen für Regenwasser und haben gerade im Sommer eine abkühlende Wirkung. Vor allem Bäume bringen dabei einen unschätzbaren Nutzen – egal ob am Straßenrand oder in größerer Zahl in den einzelnen Parks.

Doch in der bayrischen Landeshauptstadt gibt es noch viel mehr „Grüne Oasen“ zu entdecken: Ob kleine Schmuckstücke oder größere Parks – in allen kann man richtig schön die Seele baumeln lassen.

Der Hofgarten am Odeonsplatz

Im Herzen von München – direkt hinter dem Odeonsplatz befindet sich der zur Residenz gehörende Hofgarten mit majestätischem Flair. Liebevoll gepflegte Blumenbeete säumen den Weg bis zum Englischen Garten.

Mit seinen Kieswegen, Brunnen und Beeten und dem runden Pavillon lädt der Hofgarten zu einem Spaziergang oder zum Verweilen auf einer der zahlreichen Bänke ein. Am Pavillon sind regelmäßig Klänge von Musikern, die sich dort niedergelassen haben, zu hören. Wer eine „ruhige Kugel“ schieben – und sich trotzdem sportlich betätigen will, kann im Hofgarten dem vor allem in Frankreich als Volkssport geltenden Boulespiel nachgehen.

Der Hofgarten entstand am Anfang des 17. Jahrhunderts unter Herzog Maximilian I. nach dem Muster italienischer Renaissancegärten. Im Arkadengang, welcher den Hofgarten zu zwei Seiten hin abschließt, zeigen unterschiedliche Wandmalereien Momente aus der Geschichte des Wittelsbacher Hauses.

Familienparadies Westpark

Die 60 Hektar große Parkanlage entstand 1983 für die Internationale Gartenausstellung nach dem Entwurf von Peter Kluska, der sich dabei an der Landschaft des Voralpenlandes orientierte. Entstanden sind dabei künstliche Hügel- und Tallandschaften sowie zwei größere Seen, der Westsee und der Mollsee.

Das Bauwagencafé „Gans am Wasser“, der Biergarten Hopfengarten (Ostteil), das Wirtshaus am Rosengarten und der „Steckerlfischstand“ laden zum Verweilen ein. Besonders toll für Familien und Freunde: Im Westpark sind mehrere Grillzonen ausgewiesen.

Herausragend ist das Ostasien-Ensemble im Westteil des Parks- Es dient als beliebtes Fotomotiv. Dort kann auch die Thai-Sala, das erste buddhistische Heiligtum in Deutschland, bestaunt werden. Eine komplett aus Holz bestehende Nepalpagode wurde von 300 nepalesischen Handwerkern nach alter Tradition geschnitzt. Im Chinagarten durchschreitet der Besucher sinnbildlich die vier Jahreszeiten. Der Japangarten ist ein Geschenk der Münchner Partnerstadt Sapporo.

Im Sommer steigt auf der Open-Air-Bühne direkt am See im Westpark das Kinofestival „Kino, Mond und Sterne“. Im Mai lockt das buddhistische Vesakh-Fest mit Aktionen und Vorführungen Besucher an.

Der alte Botanische Garten

Er gilt als kleiner Park mit großer Geschichte und Raum für zeitgenössische Kunst: Der alte Botanische Garten zwischen Hauptbahnhof und Stachus. Die Anlage gibt es schon seit etwas mehr als 200 Jahren. Vogelgezwitscher, das Plätschern von Wasser am Neptunbrunnen und Kinderlachen: Im Alten Botanischen Garten kann man vielen Geräuschen lauschen. Trotz der zentralen Lage werden Besucher nicht vom tosenden Verkehrstreiben in der Innenstadt gestört.

Rund um den Neptunbrunnen können es sich Parkbesucher auf den L-förmigen Grünflächen gemütlich machen oder direkt am Brunnenrand ihre Füße im kühlen Nass baumeln lassen. Beim Betrachten der Blumenpracht vergisst man schnell die Großstadt um sich herum. Schlendert man weiter, findet man auf der Höhe des Parkcafés großzügige und von Bäumen geschützte Liegeflächen.

Kinder können sich auf einem großen eingezäunten Spielplatz auf der Westseite des Parks austoben. Gleich daneben, in der Sophienstraße befindet sich ein vom Kreisjugendring München geleitetes Spielhaus. Ein Team von Pädagogen bietet dort abwechslungsreiche Freizeitprojekte für Kinder von sechs bis zwölf Jahren an.

Etwas versteckt in einem kleinen Wäldchen neben dem Neptunbrunnen befindet sich der Kunstpavillon. 1937 entstand ein kleines Ausstellungsgebäude, das nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg nach Kriegsende wiederaufgebaut und 1950 als Ausstellungsbau wiedereröffnet wurde. Seitdem initiieren Künstler dort kritische Kunstprojekte.

Der Pavillon dient dabei weniger als Ausstellungsraum im klassischen Sinn, vielmehr ist er Werkstätte und Diskussionsforum für bildende Künstler und interessierte Bürger. Spannende Ausstellungsprojekte und Installationen von Künstlern und Kunststudenten finden im Alten Botanischen Garten das ganze Jahr über statt.

Der Rosengarten beim Kolumbusplatz

Der Rosengarten der Baumschule Bischweiler in der Nähe des Kolumbusplatzes (Sachsenstraße 2) lockt vor allem im Sommer mit einem Meer aus blühenden und duftenden Rosen. Ein Anblick für die Götter!

In den Jahren von 1986 bis 1989 hat das Münchner Baureferat den Rosengarten neu gestaltet und vergrößert, um allen interessierten Hobbygärtnern zu zeigen, wie Profis Rosen arrangieren und verwenden. Experten teilen die Rosen nach ihren Wuchsformen in Gruppen ein. Unterschieden werden Beet-, Strauch- und Kletterrosen sowie Bodendecker.

Des Weiteren gibt es dort einen Tastgarten für Blinde. Besonders spannend: Im direkt neben dem Tastgarten gelegenen Giftpflanzengarten erfahren Besuche alles über gefährliche Gewächse. Eltern, Kindergarten- und Schulkinder können sie sich dort mit Giftpflanzen wie Oleander, Tollkirsche, Eibe oder Goldregen vertraut machen. Nach dem Besuch wissen sie, warum es keine gute Idee ist, Bärenklau anzufassen. Info-Tafeln erklären, wie gefährlich verschiedene Pflanzen sind - und wie ihre Giftstoffe wirken. Zu diesem Thema hat die Stadt zudem einen informativen Flyer veröffentlicht.

Vom Flughafen zum Erholungsgebiet

Der Riemer Park im Stadtteil Messestadt Riem ist mit seinem großen See binnen weniger Jahre zu einem beliebten Erholungsgebiet geworden. Auf dem Gelände des ehemaligen Flughafen Riems entstand zwischen 1997 und 2005 durch den Landschaftsarchitekten Gilles Vexlard der 210 Hektar große Park.

Er zieht besonders Spaziergänger und auch Schwimmer an. Denn der zehn Hektar große Riemer See ist Teil des Erholungsgebiets.

Zwei Hügel locken mit einer schönen Aussicht – und können, wenn Schnee liegt zum Rodeln genutzt werden. Der Riemer Park wurde 2005 mit der Bundesgartenschau eingeweiht. Deshalb ist er auch unter dem Namen BUGA-Park bekannt.

Barocke Pracht: Der Schleißheimer Hofgarten

Der Schleißheimer Garten wurde von Henrico Zucalli im Zusammenhang mit der Errichtung von Schloss Lustheim ab 1684 konzipiert. Fünf Jahre später wurde ein umfangreiches Kanalsystem für einen barocken Lustgarten großen Stils geschaffen. Auf dieser Grundlage legte Dominique Girard, der auch in Nymphenburg tätig war, parallel zum Bau des Neuen Schlosses, zwischen 1717 und 1726 den Garten an.

Vor dem Neuen Schloss entstand ein vertieftes Parterre mit ausgedehnten Zierbeeten, Skulpturen und einer prächtigen Kaskade. Die ursprünglich halbkreisförmig im Hintergrund von Schloss Lustheim angeordneten Zirkelbauten, die als Orangerie dienten, verfielen bald und sind heute durch Hecken ersetzt.

Schleißheim zählt zu den ganz wenigen Barockgärten, die in ihrer ursprünglichen Aufteilung erhalten geblieben sind. Mitte des 19. Jahrhunderts restaurierte Carl Effner im Auftrag König Ludwigs I. den Garten.

Bewegung in den Parks

In vielen Münchner Parks kann man nicht nur wunderbar entspannen oder joggen, sondern auch mit anderen Menschen gemeinsam Sport treiben – und das völlig kostenlos. Das ganze Jahr über werden Kurse angeboten. Vom Ganzkörper-Training, über Yoga, bis hin zum Zumba ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Speziell für junge Menschen konzipiert wurde das kostenfreie Bewegungsangebot der Münchner „Spielnachmittage“. Bei diesen können Kinder und Jugendliche (sofern die Corona-Beschränkungen eine Durchführung ermöglichen) sich sonntags zum Spielen im Freien treffen.

Von November bis April finden Winter-Spielnachmittage im Ost-, Westpark sowie im Luitpoldpark, jeweils von 13:30 bis 16:30 Uhr, statt. Von Mai bis Oktober steht Bewegung

und Spiel im Mittelpunkt der sonntäglichen Spielnachmittage zwischen 14:30 und 18 Uhr. Zusätzlich zu den drei oben genannten Parks werden in den Sommermonaten auch der Riemer Park und die Isar zur Spielfläche. Bei Regen entfallen die Veranstaltungen jedoch.