Stiftung Warentest: Mineralwasser Test 2017

Stiftung Warentest hat 30 Mineralwasser Medium getestet. Welche Mineralwasser sind die besten? Sind es die teuren oder können wir beruhigt im Discounter kaufen? Die Ergebnisse hier.

Viele von uns greifen täglich zum Wasser, gerne auch mit Sprudel, vor allem im Sommer, wenn man sich nach erfrischenden Schorlen verzehrt. Aber welche Mineralwasser sind eigentlich die besten? Worauf sollte man bei der Wahl des richtigen Wassers für sich achten? Sind die teuren wirklich die besseren Mineralwasser? Stiftung Warentest hat nun 30 Produkte unter die Lupe genommen. Und das kam dabei heraus:

Der Test: Welche Produkte und welche Faktoren wurden getestet?

Insgesamt wurden 30 Mineralwasser mit mittlerem Kohlesäuregehalt (Medium) getestet, darunter 12 Markenwasser und 18 Eigenmarken, davon 3 in Glasflaschen abgefüllt und 27 in PET-Flaschen.

Die Bewertungskriterien: Geschmack, Schadstoffbelastung, mikrobiologische Qualität (Bakterien-, Schimmel- oder Hefepilzvorkommen, u.w.), oberirdirsche Verunreinigungen (Vorkommen von Pflanzenschutz- und Arzneimittel, stabile Süßstoffe, u.w.), Verpackung, Deklaration auf dem Etikett

Das Testergebnis

Insgesamt sei das Ergebnis laut Ina Bockholt von der Stiftung Warentest als mittelprächtig einzustufen. Keines hat mit der Note "sehr gut" abgeschnitten, nur elf waren gut, der Großteil ist befriedigend und ein Mineralwasser ist lediglich ausreichend. 

Zwei Mineralwasser aus Bayern waren ebenfalls im Test: Franken Brunnen und Adelholzener. Letzteres schneidet nur befriedigend ab, da geringe Gehalte an Arsen gefunden wurden. Arsen Ist zwar nicht gesundheitsgefährdend, aber der Anbieter hätte es durchaus entfernen können.

Zwei Handels- und zwei Traditionsmarken belegen die ersten Plätze im Test: Edeka Gut & Günstig (Vitaqua Quelle) und Lidl Saskia (Saskia Quelle, Wörth am Rhein) für je nur 13 Cent pro Liter sowie Franken Brunnen für 54 Cent und Gerolsteiner für 53 Cent je Liter. Die beiden teureren Wässer gehören geschmacklich zu den Besten und bieten außerdem hohe Kalzium-und Magnesiumgehalte. Auch gut, geschmacklich aber meist weniger überzeugend sind sieben weitere Wässer. Mit einer Ausnahme kosten sie 13 Cent je Liter. Das heißt, unter den Produkten, die die mit gut abgeschnitten haben, sind 9 Handelsmarken dabei – also entweder im Discounter erhältlich oder die Eigenmarken der Supermärkte. Das ist sehr erfreulich für den Verbraucher, da auch günstige Wasser mit guter Qualität überzeugen.

Auf die Mineralwasser Quelle kommt es an

Tipp: Achtet bei den Mineralwassern auf die Quelle. Denn eine gleiche Marke bietet unterschiedliche Quell-Produkte an. Manche davon schneiden besser, manche schlechter ab, z.B. bei Gut & Günstig von Edeka oder Naturalis von Netto. Bei Naturalis ist z.B. das Produkt mit der Quelle "Fonte Guizza" mit nur ausreichend auf dem letzten Platz gelandet ist, wobei die Kennzeichnung mit "Vitalbrunnen" mit befriedigend abgeschnitten hat.

Die Testergebnisse im Überblick

Diese Mineralwasser haben mit "gut" abgeschnitten

Fotoquelle: Stiftung Warentest

  • Gut & Günstig von Edeka (Vitaqua Quelle), Note 2,2
  • Franken Brunnen, Note 2,2
  • Saskia von Lidl (Saskia Quelle Wörth am Rhein), Note 2,2
  • Gerolsteiner, Note 2,3
  • K-Classic von Kaufland (Noé-Quelle), Note 2,4
  • Quellbrunn von Aldi Nord (Brandenburger Urstromquelle), Note 2,5
  • Aqua Culinaris von Aldi Süd (Altmühltaler Quelle), Note 2,5
  • Gut & Günstig von Edeka (Baruther Johannesbrunnen), Note 2,5
  • Mineau, Note 2,5
  • Naturalis von Netto Marken-Discount (Vitalbrunnen), Note 2,5
  • ja! von Rewe (aus dem Fontane-Brunnen), Note 2,5

 

Diese Mineralwasser haben mit "befriedigend" abgeschnitten

  • Alasia, Note 2,6
  • K-Classic von Kaufland (aus der Fonsanaquelle), Note 2,6
  • Naturpark Quelle, Note 2,6
  • ja! von Rewe (aus der Arnoldi Quelle), Note 2,6
  • Adelholzener Sanf, Note 2,7
  • Saskia von Lidl (Saskia Quelle Löningen), Note 2,7
  • Surf von Norma (Quintus-Quelle Bruchsal), Note 2,8
  • Elitess von Penny (Fontane Brunnen), Note 2,8
  • Merkur, Note 2,9
  • Apollinaris, Note 3,0
  • Frische Brise (Marius Mineral-Quelle), Note 3,0
  • Förstina Sprudel Premium, Note 3,1
  • Rudolf-Quelle, Note 3,2
  • Surf von Norma (Vitaqua Quelle), Note 3,5
  • Real Quality (Bergquelle), Note 3,5
  • Tip von Real (Erbeskopf-Quelle), Note 3,5
  • Vilsa Brunnen, Note 3,5

 

Diese Mineralwasser hat mit "ausreichend abgeschnitten

  • Naturalis von Netto Marken-Discount (Fonte Guizza Quelle), Note 3,7

 

Welches Mineralwasser für wen?

Magnesium, Kalzium, Kalium – nicht jedes Mineralwasser enthält viele Mineralstoffe. Im Test trifft das nur auf jedes dritte zu, meist teurere Traditionsmarken. Je nach Gehalt einzelner Mineralstoffe sind die Wässer für bestimmte Personengruppen interessant. Besonders streng geregelt sind Wässer für Säuglinge.

Für Babys

Vier geprüfte Wässer sind zur „Zubereitung von Säuglingsnahrung“ ausgelobt: Netto Marken-Discount Naturalis (Vitalbrunnen), Norma Surf (Vitaqua Quelle), Real Tip (Erbeskopfquelle), Vilsa Brunnen. Für sie gelten hohe Anforderungen an Keimgehalte, kritische Stoffe wie Arsen, Nitrat, Nitrit, Uran, Radium-226 und 228 sowie
die Mineralstoffe Natrium, Sulfat und Fluorid. Im Test. Die Analyse zeigt: Die vier Wässer, die für Babys beworben sind, halten die Grenzwerte ein.

Für Milchmuffel

Wer Milch und Milchprodukte nicht mag oder verträgt, braucht andere Quellen für das knochenstärkende Kalzium. Da bieten sich einige Mineralwässer an. Im Test. Ein Liter Naturpark Quelle deckt den täglichen Kalziumbedarf eines Erwachsenen von 1000 Milligramm zur Hälfte. Gut ein Drittel steuern je ein Liter Gerolsteiner, Frische Brise und Förstina bei. Etwa ein Viertel liefert ein Liter Franken Brunnen, etwas weniger Merkur und Penny Elitess (Astoria Quelle).

Für Sportler

Sport, intensive Gartenarbeit, Hitze – wenn der Mensch stark schwitzt, verliert er mit dem Schweiß auch Magnesium. Der Mineralstoff hilft den Muskeln bei der Arbeit sowie dem Nervensystem. Eine Frau braucht 300 Milligramm pro Tag, ein Mann 350 Milligramm. Im Test. Mit einem Liter Apollinaris kann eine Frau den Magnesiumbedarf nahezu zur Hälfte decken. Gerolsteiner liefert rund 30 Prozent – Franken Brunnen,
Frische Brise und Merkur immerhin gut ein Fünftel.

Für Magengereizte

Das säuerlich schmeckende Hydrogenkarbonat reguliert den Säure-Basen-Haushalt im Körper und soll bei Sodbrennen und gereiztem Magen hilfreich sein. Hydrogenkarbonat kann der Mensch selbst bilden, etwa aus Lebensmitteln wie Obst und Gemüse, oder mit manchem Mineralwasser aufnehmen. Gehalte ab 600 Milligramm pro Liter dürfen Anbieter bewerben. Im Test. Apollinaris und Gerolsteiner haben einen sehr hohen Hydrogencarbonatgehalt, Förstina einen hohen.