Für Azubis: So wird das Büroleben zum Genuss

Dieser Tage können im Großraum München mehrere zehntausend junge Menschen mit Stolz verkünden „erster Ausbildungsmonat geschafft!“. Ein großer Teil davon wird diesen ersten Monat sowie noch alle weiteren, die folgen, in Büroräumen verbracht haben bzw. verbringen. Die ersten vier Wochen gingen meist dafür drauf, sich an die große Zahl an Neuerungen des Berufs und Berufslebens zu gewöhnen. Mit den folgenden Tricks knüpft man daran an und sorgt dafür, dass das Leben und Arbeiten im Büro so richtig angenehm wird.

Als Büro-Azubi hat man es, gerade am Anfang, nicht leicht. Doch der Bürojob hat viele Möglichkeiten, sich angenehmer gestalten zu lassen.

 

1. Kaffee-to-clever

Das schwarze Gebräu ist ohne Übertreibung der Treibstoff, der einen Betrieb am laufen hält. Kaum ein Kollege, der sich nicht mindestens eine Tasse am Morgen besorgt, um Energie für den Tag zu bekommen. Das Risiko liegt jedoch darin, dass Koffein, ein potentes Suchtmittel ist. Wer Kollegen sieht, die sich tagtäglich drei, vier Tassen einverleiben, sieht die Auswirkungen – zumal Kaffee in solchen Mengen auch nicht gut für Herz, Magen und Co. ist.

Deshalb: Nicht nachmachen. Besser ist es, sich eine Warmhalte-Tasse mit Deckel zu besorgen. Da kommt morgens frischer Büro-Kaffee rein und man kann die heiße Dosis bis in den Nachmittag strecken – und wird von Vorgesetzten auch nicht dauernd am Kaffeeautomaten gesehen.

2. Augen-Check

Eigentlich schon vor Beginn der Ausbildung, spätestens aber dieser Tage, sollte man sich zum Optiker begeben und einen Checkup machen lassen. Aus einem einfachen Grund: Die dauernde Büroarbeit ist eine völlig neue Anstrengung für die Augen. Nur der Profi kann feststellen, ob es durch bereits bestehende Schärfe-Probleme – etwa zu lange oder zu kurze Augäpfel – in Zukunft durch die neuen Belastungen zu weiteren Problemen kommen wird. Man selbst wird es kaum erkennen, denn das Gehirn ist in der Lage, selbst starke Fehlsichtigkeiten so zu kompensieren, dass sie einem nicht auffallen.

3. Headset für die Haltung

Beinahe in jedem Bürojob gehört es dazu, mehr oder weniger häufig telefonieren zu müssen. Nicht nur eine blöde Körperhaltung, die in Arme und Nacken gehen kann, sondern auch eine, die einen von der Arbeit abhält – mit einer Hand tippt es sich schlecht.

Dagegen sollte man sich entweder in der Haus-IT oder auf eigene Kosten ein Telefon-Headset besorgen. Der Rücken bleibt gerade, die Arme auf der Tastatur und allgemein reißen einen Anrufe nicht so aus der Konzentration heraus.

 

Headsets machen auch Wenigtelefonierern das Leben leichter weil die Arme unten, Kopf und Rücken gerade bleiben.

 

4. Himmlische Ruhe

Je nachdem, wie groß das Büro ist, existiert dort zu jeder Zeit ein Hintergrundrauschen aus Tastaturklappern, Telefonklingeln und mehr. Gerade für Neu-Azubis ist das oft enorm konzentrationsstörend – und selbst bei alten Hasen reduziert es noch die Leistung.

Sobald man nicht andauernd Kundenkontakt hat, sondern einfach nur für sich arbeitet, sollte man sich klare (weniger auffällig) Gehörschutzstöpsel besorgen und vorsichtig(!) einsetzen. Gespräche bekommt man immer noch mit, aber das Tippen und Gepiepe nur viel schwächer.

5. Bequem und  Business-adrett

Generell ist Geschäftsmode zwar heute weniger steif als noch vor einigen Jahren. Aber dort, wo es wirklich noch auf die Dresscodes im Business ankommt, sind die Sachen trotzdem weit von Bequemlichkeit entfernt. Oft genug gilt dabei „je schicker, desto unbequemer“.

Für Frauen bietet sich da die „Trainings-Lösung“ an. Mittlerweile gibt es auf dem Markt unzählige superbequeme Trainingshosen, die aber so seidig-schwarz schimmern wie eine Hose vom Business-Kostüm. Merkt niemand, wenn man die trägt

Für Männer gibt es weniger solche Umwege, dafür aber einen direkten: Einfach die Anzughose eine Bundnummer größer kaufen und statt des Gürtels auf Hosenträger setzen. Sieht Boss-mäßig aus, drückt aber selbst nach der Mittagspause nicht unangenehm

Und für heiße Tage sollten beide Geschlechter sowieso Bekleidung aus Leinen besitzen, die selbst mit Sakko noch luftiger sind als kurze Hose und T-Shirt.

Mehr Bundweite, weniger Gürtel – die magische Formel, damit ein Anzug sich so bequem wie eine Trainingshose anfühlt.

Tipp: Wer allzu große Probleme mit dem Business-Look hat, sollte notfalls unter Hemd/Bluse sein Lieblings-T-Shirt tragen. Sieht kein Chef, gibt einem selbst aber ein gutes Gefühl

 

Mehr Bundweite, weniger Gürtel – die magische Formel, damit ein Anzug sich so bequem wie eine Trainingshose anfühlt.

 

6. Brille 2.0

Azubis, die schon zu Schulzeiten eine Brille trugen, kamen meistens mit einer zurecht – die, die es erlaubte, besser die Tafel zu erblicken. Dies, weil mehr Jugendliche kurz- als weitsichtig sind. Im Büro jedoch gibt es solches Distanzsehen kaum noch. Dafür aber drei Entfernungen direkt vor der Nase: Wandnotizen, Computerbildschirm, Schreibblock/Tastatur. Eine normale Brille schafft das manchmal nicht (womit wir wieder beim Kompensieren durch das Gehirn wären). Wer abends dauernd Kopfweh hat, sollte deshalb seine alte Brille gegen einen Nahkomfort-Helfer austauschen. Eine Art Mehrstärkenbrille für das nahe und mittlere Umfeld, mit der man ohne Hirn-Kompensation das Telefondisplay ebenso scharf sieht wie den Urlaubskalender an der Wand.

7. Pausiere nie alleine

Hand aufs Herz, gerade in kleineren Unternehmen, wo es keine anderen Azubis im gleichen Jahrgang gibt, fühlt man sich in der Pause etwas komisch. Alle stehen auf der Karriereleiter (und Lebensalter) über einem. Viele Neu-Azubis flüchten dann für die Pause.

Bloß nicht. Man sollte immer mit der Herde in den Pausenraum ziehen. Nicht, um dann aufs Smartphone zu gucken, sondern zuzuhören, ja, auch mitzudiskutieren. Wer sich jetzt schon absondert, wird nie so richtig Teil des Teams. Und irgendwelche interessanten Stories haben selbst Azubis im zweiten Ausbildungsmonat schon zu erzählen.  

8. Dekoriere

Es mag trivial klingen und wo man als Neu-Azubi noch keinen eigenen Schreibtisch hat, ist es auch (noch) nicht möglich. Aber ein bisschen zu dekorieren kann für die eigene Leistung Wunder wirken und ist – in Maßen – auch arbeitsrechtlich unproblematisch.

Ob nun persönlicher Desktophintergrund, verrückter Stifthalter oder Bilder an der Wand, solche kleinen Dinge können fürs Unterbewusstsein vielfältig positive Wirkungen haben. Die Wichtigste: Man fühlt sich in diesem noch neuen Umfeld gleich ein bisschen heimischer.

Tipp: Magnet-Buchstaben im Euro-Laden besorgen, sie in der Küche am Kühlschrank anbringen und irgendein Wort damit kreieren. Irgendwann wird der erste Kollege ein neues Wort draus machen, dann wird es zum spaßigen Selbstläufer.

9. Geh zum Spaßvogel

Apropos Spaß. Je nachdem, welche Karriere-Experten man befragt, gibt es zwischen sechs und zehn Charaktertypen von Kollegen. Immer jedoch gehört einer dazu, der in der Kategorie Classenclown/Bürospaßvogel einzuordnen ist. Er ist derjenige, der immer die neuesten Memes versendet, nie um einen lustigen Spruch verlegen ist, anderen Streiche spielt. Mit ihm sollte man sich gut stellen. Denn dadurch bekommt man jeden Tag zumindest eine kleine Dosis Humor – und an so manchen Tagen reicht das schon völlig aus, um diesem eine Wendung in Richtung „doch ganz gut“ zu geben.  

10. Gönn dir

In jedem Bürojob (und überhaupt jedem Beruf) wird es Dinge geben, die man herzlich ungern macht. Doch ebenso in jedem Job bekommt man Gehalt. Und das sollte man nutzen, um sich jeden Monat einen kleinen Wunsch zu erfüllen. Gut, als Azubi wird das nichts Großes sein. Aber auch wenn die Eltern noch so zum Sparen anhalten, sollte man sein Geld nicht nur für Alltäglichkeiten ausgeben. Denn nur beim Anblick solcher Geschenke, die man sich selbst machte, wird man erkennen, dass auch ungeliebte Aufgaben einen positiven Mehrwert nach sich ziehen.

11. Büro-Gadgets mit mehr Lebensfreude

Manchmal hilft es schon, eine kleine Schaumstoffrakete aus dem USB-„Raketenwerfer“ auf den Kollegen neben einem abzufeuern, um die Laune wieder über das Mindestniveau zu heben. Unter dem Stichwort „Büro-Gadgets“ bietet der Onlinehandel mittlerweile unzählige Produkte zwischen Mikro-Ventilator und Mülleimer-Basketballkorb (mit Johl-Funktion bei Treffern). Im Rahmen des vom Chef Erlaubten sollte man davon ruhig Gebrauch machen – um im besten Fall nicht nur sich selbst, sondern vielen anderen Kollegen den Tag zu versüßen.

 

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