Sanieren und Reparieren: Welche Arbeiten lassen sich selbst bewältigen?

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Sei es im Zuge eines Hauskaufs oder weil der Zahn der Zeit am Eigenheim nagt: Früher oder später wird bei Wohneigentum immer ein gewisser Aufwand für Reparaturen oder eine komplette Sanierung notwendig. Wer Kosten einsparen möchte, legt dabei gerne selbst Hand an. Das ist jedoch nicht bei allen Arbeiten möglich, sei es aus Sicherheitsaspekten oder schlichtweg, weil sie fachmännisches Know-how erfordern. Es stellt sich daher die Frage, welche Tätigkeiten beim Sanieren und Reparieren von einem Profi durchgeführt werden müssen – und welche nicht unbedingt.

 

DIY vs. Profi: Die Vor- und Nachteile

Bevor konkrete Aufgaben in Angriff genommen werden, sollten die Eigenheimbesitzer eine Grundsatzentscheidung treffen. Selbst Hand anzulegen, kann zwar viel Geld sparen, bedeutet aber auch einen größeren Zeitaufwand. Nicht jeder kann oder will diesen leisten. Wer dafür vielleicht seine Arbeitszeit (zeitweise) reduziert, muss wiederum finanzielle Einbußen in Kauf nehmen, sodass unterm Strich keine Kostenvorteile mehr entstehen. Zudem müssen auch Kosten wie beispielsweise für das Material einkalkuliert werden. Manchmal führt eine unsachgemäße Ausführung von Arbeiten am Eigenheim zu Folgeschäden, welche die Besitzer nach einiger Zeit teuer zu stehen kommen – oder dieselbe Arbeit muss erneut ausgeführt werden, dann vielleicht doch von einem Profi. „Do-It-Yourself“, kurz DIY, ist daher nicht in jedem Fall die günstigere Lösung. Es gilt also, bei dieser Entscheidung viele verschiedene Faktoren zu berücksichtigen.

Selbiges gilt bei der Auslagerung an einen Profi. Das bedeutet zwar höhere Kosten, dafür aber weniger Zeitaufwand. Diese Zeit kann für andere Tätigkeiten genutzt werden, um insgesamt mit der Renovierung oder Sanierung schneller voranzukommen. Vorausgesetzt, dass die richtigen Handwerker ausgewählt wurden, bedeutet das zugleich eine höhere Qualität und damit langlebigere Ergebnisse, sodass eine weitere Erneuerung erst weit in der Zukunft notwendig wird. Ebenso stellen kompliziertere Aufgaben oder schwierige Sonderwünsche in der Regel kein Problem dar. Jedoch herrscht derzeit ein Handwerkermangel in Deutschland und daher sind unter Umständen lange Wartezeiten notwendig – manchmal so lange, dass die Arbeit bis dahin längst selbst erledigt wäre. Es gibt also kein „Richtig“ oder „Falsch“, sondern die Entscheidung für DIY oder einen Profi muss stets im Einzelfall getroffen werden.

Diese Arbeiten müssen stets vom Profi erledigt werden

Trotzdem lassen sich einige pauschale Aussagen zu dieser Frage treffen. Denn es gibt Tätigkeiten im Eigenheim, die immer von einem Profi erledigt werden müssen. Selbst, wenn die Beauftragung von Handwerkern in diesem Fall Nachteile wie höhere Kosten mit sich bringt, darf also nicht an der falschen Stelle gespart werden. Ansonsten zahlen eventuell die Versicherungen bei Folgeschäden nicht oder es kann im Zuge der Arbeit zu schwersten Verletzungen kommen – um nur zwei von vielen möglichen Konsequenzen zu nennen. Laien sollten daher unbedingt die Finger von folgenden Aufgaben lassen:

· Elektrik

Alles, was mit Strom zu tun hat, muss unbedingt einer ausgebildeten Fachkraft überlassen werden. Das gilt beispielsweise für das Verlegen neuer Stromleitungen, für die Reparatur von kaputten Kabeln oder für Anschlüsse mit Starkstrom. Nicht nur, dass während solcher Tätigkeiten bei unsachgemäßer Ausführung Lebensgefahr besteht – sie kann auch zu Folgen wie einem Brand führen und dann zahlt die Versicherung nicht.

· Wasser

Auch wo mit großen Mengen an Wasser gearbeitet wird, ist ein Experte unverzichtbar. Typische Beispiele sind hierfür das Verlegen oder Reparieren von Wasserleitungen oder der Anschluss von Wasch- und Spülmaschine. Fehler sind an dieser Stelle zwar meist keine direkte gesundheitliche Gefahr, können aber zu teuren Folgen am Objekt führen. Ein Wasserschaden oder eine

Schimmelbildung sind nur zwei von vielen Beispielen und dann ist der daraus folgende Zeit- sowie Kostenaufwand deutlich größer als jener, der durch das Selbermachen eingespart wurde.

· Dach

Eine komplette Dacherneuerung ist auf eigene Faust natürlich nicht möglich. Aber auch kleinere Arbeiten können gefährlich werden. Schnell kommt es zu einem folgenschweren Sturz und viele Versicherungen bezahlen dann aufgrund von „fahrlässigem Handeln“ nicht. Eine professionelle Sicherung ist daher ein Muss, wann immer das Dach betreten wird. Besser ist es jedoch, direkt einen Fachmann ans Werk zu lassen.

· Dämmung

Die Dämmung ist ein essentielles Thema, wenn es um die Energieeffizienz geht, und daher meist eine der wichtigsten Maßnahmen im Zuge der Sanierung. Hier ist jedoch größte Vorsicht geboten, denn viele – vor allem ältere – Dämmstoffe enthalten giftige Substanzen. Bei Häusern mit einem Baujahr vor 1993 ist beispielswiese die Gefahr hoch, dass in der Dämmwolle noch Asbest enthalten ist. Auf keinen Fall darf deren Beseitigung auf eigene Faust erfolgen, ansonsten drohen gesundheitliche und sogar rechtliche Konsequenzen. Stattdessen ist eine fachmännische Entsorgung ein Muss; selbst, wenn sie vergleichsweise teuer ist.

· Gas

Alle Arbeiten an Gasleitungen müssen unbedingt von Profis durchgeführt werden. Das gilt beispielsweise bei einem Gasherd, bei einem Gasboiler oder bei einer Gasheizung. Sollte es nämlich zu einem Gasleck kommen, kann Lebensgefahr für alle Bewohner des Hauses herrschen.

· Heizung

Mit der Heizung ist ein weiteres wichtiges Stichwort gefallen, denn die Erneuerung der Heizung oder größere Reparaturarbeiten gehören ebenfalls in fachmännische Hände.

Auch alle komplizierteren Aufgaben sollten nur in Eigenregie durchgeführt werden, wenn das entsprechende Know-how und handwerkliche Geschick vorhanden ist. Größere Reparaturen oder Sanierungsmaßnahmen gehören daher eher in professionelle Hände. Im Außenbereich muss außerdem darauf geachtet werden, wann eine Genehmigungspflicht durch die Nachbarn oder das Bauamt besteht, was beispielsweise oft bei einem neuen Anstrich oder der Errichtung eines Grundstückszauns der Fall ist.

Was Eigentümer oder Mieter selbst übernehmen können

Es sind also wenige, aber die großen und anspruchsvollen Aufgaben, die ausgelagert werden müssen. Das bedeutet im Umkehrschluss, das viele kleinere Arbeiten im Zuge einer Renovierung oder Sanierung problemlos selbst übernommen werden können – auch ohne entsprechende Vorkenntnisse. Dabei handelt es sich vor allem um optische Verbesserungen oder um Tätigkeiten, die keine schwerwiegenden Konsequenzen nach sich ziehen können. Typische Beispiele hierfür sind:

· Streichen von Wänden und Decken

Das Streichen, aber auch das Verputzen oder Tapezieren, von Wänden und Decken kann problemlos auf eigene Faust durchgeführt werden. Ein bisschen Know-how ist trotzdem erforderlich, das jedoch im Internet oder durch Bekannte eingeholt werden kann. Auch schadet es nicht, einige Familienmitglieder oder Freunde zur Hilfe zu holen, was die Arbeit deutlich vereinfacht und beschleunigt

Was speziell die Farben anbelangt, so darf man heute darauf vertrauen, dass sämtliche hierzulande erhältlichen Innenraumfarben unbedenklich sind, da sie auf Wasser oder ähnlich unproblematischen Lösungsmitteln basieren. Jedoch entbindet diese Sicherheit nicht von der Pflicht, sich tiefer mit der Farbe auch jenseits des Farbtons auseinanderzusetzen. So kann es dort, wo möglicherweise ein hohes Luftfeuchtelevel zu befürchten ist, die bessere Wahl sein, von vornherein auf Anti-Schimmel-Farbe zu setzen - eine spezielle Rezeptur, die die Ausbildung dieses Pilzes verhindert. Auch der Untergrund sollte bedacht werden: Holz benötigt andere Farben als beispielsweise Tapete und in Kinderzimmern sollte nochmals auf besonders ungefährliche Farben gesetzt werden.

· Verlegen von Böden

Seien es Teppich-, Fliesen-, Parkett- oder andere Böden: Mit etwas Grundwissen ist das Verlegen solcher Böden ebenfalls ohne Handwerker möglich. Auch hier kommt es jedoch auf die Auswahl des richtigen Bodenbelags für den jeweiligen Einsatzzweck an. Zudem muss der Untergrund trocken sein,

bevor mit dem Verlegen begonnen wird, um eine Schimmelbildung zu verhindern. Ein Feuchtigkeitsmessgerät ist diesbezüglich ein praktischer Helfer.

· Umrüstung zum Smart Home

Immer mehr Menschen in Deutschland rüsten ihr Eigenheim zumindest teilweise zum Smart Home um. In der Regel sind dafür nur um kleine Veränderungen oder Nachrüstungen notwendig, die problemlos selbst getätigt werden können. Wer neu baut oder grundsaniert, sollte entsprechende Maßnahmen direkt einplanen, vor allem für mehr Sicherheit oder eine bessere Energieeffizienz.

· Montage von Mobiliar & Co

Die Inneneinrichtung kann ebenfalls in die eigenen Hände genommen werden. Die Montage von Möbeln, das Aufhängen von Regalen und ähnliche Maßnahmen stellen für handwerklich begabte Laien schließlich kein Problem dar.

Sollte eine Tätigkeit hingegen nicht (ganz) auf eigene Faust möglich sein, können die Eigentümer zumindest als Bauherren fungieren, dadurch die Handwerker unterstützen und ihre Arbeit beschleunigen. Das mindert die Kosten und sorgt zugleich für eine zusätzliche Kontrolle, damit es nicht zu folgenschweren Fehlern oder Baupfusch kommt. Wichtig ist daher, immer zuerst einen Plan aller anstehenden Maßnahmen zu machen, diese in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen und anschließend zu überlegen, was ganz oder teilweise selbst übernommen werden kann. Eine fachmännische Beratung ist dabei oftmals hilfreich und daher ein sinnvoller erster Schritt für eine gelungene Reparatur oder Sanierung.