Welche teuren Reparaturen am eigenen Haus kann man aufschieben und welche nicht?

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Eine eigene Immobilie ist vor allem dank der niedrigen Zinsen derzeit nach wie vor für viele der absolute Traum und ein nicht zu unterschätzendes Lebensziel. Doch eine eigene Immobilie bzw. ein eigenes Haus ist auch immer mit sehr hohen Kosten verbunden. Gerade die immer wieder anfallenden Reparaturen, die über die Jahre hinweg unabdingbar sind, können langfristig einiges an Geld kosten. So gibt es eine ganze Reihe an Reparaturen, die sich aus Kostengründen aufschieben lassen und wiederum andere, bei denen dies eher nicht anzuraten ist. Generell gibt es an einem Haus einige wichtige Punkte, die wir im Folgenden einmal auflisten wollen.

Dachsanierung

Ein Dach ist bei einem Haus ein essentiell wichtiger Baustein und damit immens wichtig im Rahmen der Instandhaltung. Ist ein Dach undicht oder sind hier bestimmte Baumängel vorhanden, kann dies durch Feuchtigkeitsschäden oder ähnliches zu langfristigen Folgeschäden führen, die dann letztlich noch teurer werden. Wenn es um die reine Dachsanierung geht, spricht man im Groben von ca. 20 – 30 Jahren je Sanierung. Hier sollte man zudem rund 60 EUR je m2 an Grundfläche als Kostenpunkt im Blick haben.

Dach neu eindecken

Von einem komplett neuen Dach spricht man im Fachjargon meist in einem Rahmen von ca. 30 – 40 Jahren. Das heißt, in diesem Zeitraum sollte das Dach immer komplett neu eingedeckt werden. Hierbei muss natürlich mit höheren Kosten gerechnet werden, da das Material sowie der Stundenlohn der Handwerker ebenfalls mit einbezogen werden müssen. Als grobe Kostenkalkulation kann man hier ca. 100 EUR je m2 einplanen und sollte dies mit in seine Planung mit aufnehmen. Bei einer größeren Immobilie kann dies natürlich schon zu einem sehr hohen Kostenfaktor werden, weshalb eine solche Investition von langer Hand geplant werden sollte. Insbesondere dann, wenn man bereits einiges abzuzahlen hat und für die Reparatur ein neues Darlehen in Erwägung zieht.

Außenanstrich

Ein neuer Außenanstrich ist bei einem Haus ca. alle 10 – 15 Jahre fällig. Hier muss man mit Kosten in der Höhe von ca. 20 EUR je m2 Fassadenfläche rechnen. Die Kosten hierfür sind natürlich auch immer abhängig von der Art und Form des Anstrichs, der gewählt wird. Generell gesehen ist ein Außenanstrich natürlich vor allem eine optische Sache, die im Hinblick auf die verschiedenen Kostenpunkte genau abgeschätzt sein sollte.

Fenster und Haustür

Gerade die Fenster und Türen sind ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor bei einer Immobilie. Hierbei geht es nicht nur um den optischen Aspekt, denn gerade neuere Fenster sorgen bekanntlich für ein deutlich schöneres Erscheinungsbild als beispielsweise alte Holzfenster. Im Rahmen der Modernisierungen spricht man bei Fenstern und Haustüren von einem Zeitraum zwischen 20 – 30 Jahren. Je Fenster sollte man hier rund 1000 EUR zzgl. Montage einplanen. Bei einer Haustür ist es ähnlich, da es hierbei auch ca. ab 1000 EUR zzgl. Montagekosten los geht. Insgesamt somit auch eine kostspielige Angelegenheit, die bei einigen Fenstern und Türen schnell ins Geld gehen kann.

Außenputz

Der Außenputz ist bei einem Haus auch ein ebenfalls wichtiger Aspekt. Dieser sollte ca. alle 20 Jahre erneuert bzw. modernisiert werden. Preislich kann man hier rund 60 EUR je m2 Fassadenfläche einplanen.

Heizung

Die Heizung ist ein sehr wichtiger und essentieller Bestandteil einer Immobilie. Gerade diese Kosten lassen sich oftmals nur schwer aufschieben, da eine Heizung letztlich bei einem Totalausfall dringend von Nöten ist. Generell spricht man im Rahmen einer Reparatur. bzw. Modernisierung einer Heizung von einem zeitlichen Rahmen von etwa 15 – 20 Jahren. Als Kosten kann man hier rund 12000 EUR zzgl. Montagekosten einplanen, da letztlich eine Therme, Wassertank o.ä. erneuert bzw. repariert werden muss.

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Solarenergie

Ist man hingegen auch Besitzer bzw. möchte sich eine Solar- bzw. Photovoltaikanlage anschaffen, ist mit Kosten im Rahmen von ca. 5000 – 20.000 EUR zu rechnen. Auch hierbei sind die Kosten für Reparaturen, Instandhaltung und weiteres nicht zu unterschätzen. Hier muss im Vorfeld immer genau berechnet werden, wie sich eine solche Anlage amortisiert und wie sich diese dann langfristig rechnen kann.

Wintergarten

Wer einen Wintergarten besitzt, der kennt sicherlich auch die damit verbundenen Kostenfallen und Punkte. Bei einem Wintergarten fallen rund 4.000 – 30.000 EUR je m2 an Kosten für die üblichen Reparaturintervalle an. Dies natürlich in Abhängigkeit der Nutzung, des Materials und je nach Größe des Wintergartens. So gibt es hier eine ganze Reihe an verschiedenen Möglichkeiten, die sich vor allem anhand der verschiedenen Bauweisen und Arten unterscheiden können.

Badezimmer

Ein Badezimmer ist für viele nicht mehr nur ein Ort fürs Waschen, sondern wird oftmals auch in Richtung Wellness- und Erholungsort gebaut und eingerichtet. Generell sollte man bei einem Bad von einem Intervall an Reparaturen bzw. Erneuerungen in Höhe von 12.000 EUR ausgehen. Ein neues Bad ist dabei ca. alle 15 – 20 Jahre fällig und muss daher entsprechend modernisiert werden. Gerade bei älteren Menschen ist es häufig auch so, dass ein Badezimmer später hin entsprechend umgebaut wird und so beispielsweise auf eine Barrierefreiheit hin ausgerichtet wird. Hier gibt es sehr viele verschiedene Möglichkeiten, die sich vor allem auch anhand der jeweils aktuellen Lebenslage- und Situation unterscheiden können. Die Bedürfnisse spielen dabei auch eine gewaltige Rolle, da gerade Einrichtungsgegenstände wie Fliesen, Badgestaltung usw. schon im Vorfeld möglichst zeitlos gewählt werden können.

Einbauküche

Eine neue Einbauküche bzw. eine Reparatur eben dieser ist ca. alle 10 – 15 Jahre fällig. Gerade in den letzten Jahren sind Einbauküchen immer umfangreicher geworden, sodass es hierbei mittlerweile kaum ein Limit mehr nach oben gibt. Die Kosten für eine neue Einbauküche bzw. für eine Erweiterung oder Modernisierung sollten ab rund 5000 EUR eingeplant werden. Letztlich kommt es hierbei natürlich auch auf die jeweiligen Ansprüche und Möglichkeiten an, denn gerade bei einer individuell geplanten Küche können häufig auch viele unerwartete Kosten entstehen. Der Kauf einer neuen Küche sollte daher immer gut durchdacht und geplant werden.

Welche Kosten lassen sich aufschieben?

Bei den o.g. Kosten handelt es sich um alle wichtigen und relevanten Kosten, die bei einer Immobilie bzw. einem Haus über die Jahre hin entstehen. Gerade in wirtschaftlich eher schlechteren Zeiten sind Einsparungen natürlich von immenser Wichtigkeit. Aus diesem Grund ist es auch nicht unüblich, bestimmte Investitionen oder Reparaturen aufzuschieben.

Grundsätzlich sollte man immer zwischen Reparaturen, die für die Substanz wichtig sind und denen die rein optische Relevanz haben, unterscheiden. So ist der „kosmetische“ Aspekt gerade in finanziell eher schwierigen Zeiten eher zu vernachlässigen als der substanzielle. Bei einem Dach bzw. einer notwendigen Reparatur sollte man beispielswiese nicht zu lange warten. Häufig lassen sich zwar leichte Schäden über einen geringen Zeitraum etwas hinausschieben, allerdings sind dies meist nur begrenzte Zeiträume.

Grob gesagt kann man zusammenfassen, dass das Dach, die Heizung und der Außenputz einer hohen Priorität unterliegen sollten. Gerade die Heizung spielt eine immens wichtige Rolle, da es ohne eine Heizung gerade im Winter bzw. auch in den normalen Monaten kaum vertretbar ist. Auch das Warmwasser wird schließlich durch die Heizung geregelt, weshalb hier eine Reparatur unabdingbar ist. Auch der Außenputz bzw. Schäden an der Fassade können bei Nichtbehandlung ins Mauerwerk einziehen und so langfristige Schäden verursachen. So sollte man bei all diesen Punkten nicht zu lange warten und diese Reparaturen nicht aufschieben.

Im Gegensatz dazu ist eine neue Einbauküche, ein neues Bad oder gar eine Reparatur des Wintergartens meist nur von kosmetischer Natur. Grob gesagt lässt sich festhalten, dass alle Reparaturen, die für den Erhalt der Immobilie nötig sind und damit die Struktur erhalten, von allergrößter Dringlichkeit sind und nicht aufgeschoben werden sollten.

21.02.2020