Reiter und Rinderspacher reagieren auf SPD-Kanzlerkandidatur

24.01.2017, 15:30

SPD-Chef Sigmar Gabriel verzichtet auf die Kanzlerkandidatur und schlägt Martin Schulz als Herausforderer von Kanzlerin Angela Merkel vor. Schulz solle auch Parteichef werden, sagte Gabriel nach Teilnehmerangaben in der SPD-Fraktionssitzung in Berlin. Gabriel selbst will Außenminister werden.

Reaktionen aus den eigenen Reihen

SPD-Landesfraktionschef Markus Rinderspacher zu Gabriels Verzicht auf die Kanzlerkandidatur

"Siegmar Gabriel stellt sich in den Dienst der Sache in den Dienst seiner Partei und in den Dienst des Landes. Ich finde das Großartig.", erklärt der SPD-Landesfraktionschef Markus Rinderspacher exklusiv gegenüber Radio Gong 96.3. Mit Gabriels Vorschlag, Martin Schulz als Kanzlerkandidaten antreten zu lassen, ist er sehr zufrieden. Schulz habe durch sein Amt als Präsident des Europäischen Parlaments sowohl Wahlkampf-Erfahrung, als auch bewiesen sich auf komplizierter europäischer Ebene behaupten zu können, erklärt Rinderspacher. Und weiter: "Martin Schulz ist ein leidenschaftlicher Demokrat, ein hervorragender Rethoriker und jemand der auch die Jugend begeistern kann. Die SPD ist im Rennen, die SPD kann Kanzler und die SPD will regieren – das ist das Signal das vom heutigen tag ausgeht."

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter äußerte sich wie folgt:

"Ich halte es für legitim, dass Sigmar Gabriel es selbst einschätzt, wie er seine Unterstützung in der eigenen Partei und in der Bevölkerung sieht. Und deswegen ist es sicherlich auch zu respektieren, wenn er jetzt den Weg frei macht für Martin Schulz, der für sich gesprochen ein respektabler SPD Politiker ist, der durchaus auch Akzeptanz in der Bevölkerung finden kann.

Ich glaube auch, dass Martin Schulz ein guter Kandidat sein wird. Ich glaube aber ganz ehrlich, dass es für die SPD in der kommenden Bundestagswahl nicht so sehr darum gehen wird, wer Kanzlerkandidat ist, sondern dass es eher darum gehen muss, klarzumachen, für welche Werte und für welche Ziele sie steht. Das halte ich für wesentlich wichtiger als die Personalfrage."