Die Berlinale und die «Zeiten des abnehmenden Lichts»

17.02.2017, 07:53

Berlin (dpa) - Es ist eine Zeitreise in die letzten Wochen der DDR: Bei der Berlinale hat die Bestsellerverfilmung «In Zeiten des abnehmenden Lichts» in der Regie von Matti Geschonneck ihre Weltpremiere gefeiert.

Der Film nach dem Buch von Eugen Ruge handelt von einem ranghohen SED-Funktionär (Bruno Ganz), dessen Leben kurz vor dem Mauerfall im Herbst 1989 aus den Fugen gerät. In weiteren Rollen sind Alexander Fehling und Sylvester Groth zu sehen.

Ruge hatte für den Roman 2011 den Deutschen Buchpreis bekommen. Das Drehbuch schrieb Wolfgang Kohlhaase («Solo Sunny», «Sommer vorm Balkon»), der zuletzt 2015 mit «Als wir träumten» im Berlinale-Wettbewerb vertreten war.

Ruge gefiel das Ergebnis. «Ich glaube, dass der Film sehr stimmig ist», sagte er nach der Vorstellung am Donnerstagabend. Bei der Dramaturgie des Films und der Motivation der Figuren sei viel verändert worden, aber das sei auch richtig so.

Bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin lief die Produktion als Special, also nicht im Rennen um die Bären-Trophäen.

Den Film habe er erst vor knapp zwei Wochen fertiggestellt, sagte Regisseur Geschonneck der Deutschen Presse-Agentur. Auf die Premiere bei der Berlinale hatte er sich gefreut. «Das ist eine tolle Plattform, der Film gehört hierher nach Berlin.»

Geschonneck sieht Parallelen zwischen dem Ende der DDR und aktuellen Veränderungen. «Wir befinden uns gerade in einer Zeit, wo niemand weiß, wie es weitergeht und ob es so weitergeht», sagte er. «Ich will nicht sagen, dass wir am Ende einer Epoche oder in einem gesellschaftlichen Umbruch sind, aber wir spüren deutlich die Anzeichen.»

Geschonneck (64) führte bei zahlreichen Filmen fürs Kino und Fernsehen Regie. Dazu gehört auch die Komödie «Boxhagener Platz», die vom Osten Berlins in den 60er Jahre erzählt. «In Zeiten des abnehmenden Lichts» kommt am 1. Juni ins Kino.