Bayer-Coach Schmidt über Schmidt-Gerücht nicht verwundert

16.02.2017, 13:46

Leverkusen (dpa) - Das mögliche 50 000. Bundesliga-Tor wird angesichts neuer Spekulationen um Bayer-Trainer Roger Schmidt zum Randaspekt.

«Nein, mich wundert das nicht mehr. Das gehört einfach zum Geschäft dazu», antwortete der Leverkusener Coach einen Tag vor dem Spiel am Freitag beim FC Augsburg auf die Frage, ob ihn das jüngste Gerücht nerve.

Nach einem Bericht des «Kicker» sollen die Verantwortlichen des Fußball-Bundesligisten in der vergangenen Woche Kontakt zum Mainzer Trainer Martin Schmidt aufgenommen haben. Zielsetzung: eine Art Notfallplan dafür zu entwickeln, falls Roger Schmidt die bislang inkonstante Saison des Champions-League- Achtelfinalisten nicht mehr positiv gestalten kann und die hohen Vorgaben verpasst. «Schwachsinn», sagte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler der Deutschen Presse-Agentur zu den angeblichen Schmidt-Wechselspielchen. Und auch Martin Schmidt dementierte: «Es gab 100 Prozent keinen Kontakt zu Bayer Leverkusen! Das ist reine Spekulation!»

Die Ansprüche für Roger Schmidt und die Bayer-Auswahl sind ganz klar: neuerliche Qualifikation für die Königsklasse. Das wird schwer genug angesichts der erst 27 Punkte, die beim Tabellenneunten nach 20 Spieltagen auf der Habenseite stehen.

Roger Schmidt wollte sich lieber auf die nächste sportliche Aufgabe konzentrieren. Er hätte nichts dagegen, wenn einer seiner Spieler den geschichtsträchtigen 50 000. Treffer erzielen würde. Noch steht die Marke bei 49 999. «Es wäre schön, wenn wir dieses historische Tor schießen würden, denn es wäre das 1:0 - und in Führung zu gehen, ist immer ein Ziel», sagte er.

Auch deshalb fordert der Bayer-Coach nach dem 3:0 gegen Frankfurt deutlich mehr Beständigkeit. «Am Freitag ist die nächste Gelegenheit», sagte er. «Wir sind in der Lage, Dinge sehr schnell wieder abzurufen.» Das indes war vor dem souveränen Erfolg über die Eintracht nicht so; die vorangegangenen Niederlagen in Hamburg (0:1) und gegen Mönchengladbach (2:3) sind eher der gegenteilige Beweis.

Personelle Probleme kommen in der Augsburg-Partie dazu: Jonathan Tah fällt verletzt aus, Ömer Toprak muss wegen seiner fünften Gelben Karte aussetzen, Hakan Calhanoglu sitzt seine viermonatige Sperre ab. Zudem hat Lars Bender laut Roger Schmidt «leichte Probleme»: Er könne nicht zu hundert Prozent sagen, ob der Kapitän beim FCA zur Verfügung stehen wird.

Beim Gegner Augsburg stand das Bundesliga-Torjubiläum ebenfalls nicht im Vordergrund. «Wer das Tor von unserer Mannschaft schießt, ist mir egal. Dass wir eins schießen wollen, ist klar. Wir werden versuchen, ein Tor von Leverkusen zu vermeiden», sagte FCA-Trainer Manuel Baum. Eine ähnliche Ansicht hat auch sein Mittelfeldspieler Dominik Kohr. «Mir ist es egal, wer von uns das 50 000. Bundesliga-Tor schießt. Von mir aus auch Marwin Hitz.»

Der Schweizer ist zwar Torwart, hat aber in der Bundesliga schon seine Torjägerqualitäten bewiesen. Und zwar in einem Heimspiel gegen Bayer Leverkusen! In der Saison 2014/15 rettete Hitz dem FCA mit seinem Treffer in der Nachspielzeit (90.+4) das 2:2-Remis. Zeit für eine Neuauflage?

FC Augsburg: Hitz - Verhaegh, Gouweleeuw, Hinteregger, Max - Baier - Schmid, Kohr, Koo, Ji - Bobadilla

Bayer Leverkusen: Leno - Henrichs, Jedvaj, Dragovic, Wendell - Bender, Kampl - Bellarabi, Brandt - Chicharito, Havertz

Schiedsrichter: Osmers (Hannover)