Medikamente per E-Rezept kaufen? Diese Möglichkeiten gibt es

pixabay.de © Arek Socha CCO Public Domain Das E-Rezept ermöglicht es Patienten, schnell und einfach an benötigte Medikamente zu kommen.

Unsere Lebenswelt wird immer digitaler. Das betrifft zunehmend auch das Gesundheitswesen. Gute Beispiele sind das E-Rezept und die elektronische Patientenakte, die schon seit längerer Zeit geplant sind. In diesem Jahr macht das E-Rezept einen großen Schritt nach vorne. Patienten ist es nun besonders leicht und bequem möglich, an benötigte Medikamente zu kommen. Insbesondere die Telemedizin und Online-Apotheken profitieren von dem neuen Verfahren, aber auch Ärzten, Patienten und Apotheken erleichtert es das Leben enorm.

 

 

Hintergründe zum E-Rezept

Zwischen 400-450 Millionen Rezepte werden in Deutschland alljährlich ausgestellt. Hierbei entstehen riesige Papierberge, die einerseits umweltschädlich sind und andererseits einen riesigen bürokratischen Aufwand verursachen. Mit dem E-Rezept soll Abhilfe geschaffen werden. Die Patienten bekommen das digitale Rezept von ihrem behandelnden Arzt und können es digital in einer Apotheke einlösen. Der Verwaltungsaufwand reduziert sich spürbar und Fehler bei der Ausstellung oder der Verarbeitung der Rezepte werden unwahrscheinlicher.

Ursprünglich war angedacht, dass E-Rezepte bereits Ende 2020 einsetzbar sein sollten. Zu diesem Zweck hat Gesundheitsminister Spahn das „Gesetz zum Schutz elektronischer Patientendaten in der Telematikinfrastruktur (Patientendaten-Schutz-Gesetz – PDSG) realisiert, das seit dem 20. Oktober 2020 in Kraft ist. Die Umsetzung erfolgt 2021 schrittweise und ab Januar 2022 sollen alle verschreibungspflichtigen Medikamente nur noch mittels E-Rezept verschrieben werden.

 

So funktioniert ein E-Rezept

Der behandelnde Arzt stellt an seinem Praxisrechner das gewünschte E-Rezept aus und wandelt es in einen QR-Code um. Dieser wird dann an das Smartphone der Patienten gesendet. Hierbei wird größtmöglicher Wert auf Datenschutz gelegt. Bei der Übermittlung kommt ein besonders sicheres Verfahren zum Einsatz, das die bestehenden Datenschutzbestimmungen voll einhält. Das E-Rezept können die Patienten dann an eine Online-Apotheke weiterleiten oder in einer stationären Apotheke vor Ort vorzeigen. Im letzteren Fall lesen die Mitarbeiter der Apotheke das E-Rezept aus und geben die jeweiligen Medikamente heraus. Die E-Rezepte können sie dann in digitaler Form an die Krankenkassen zur Abrechnung weiterleiten.

Es sind aber noch weitere Optionen im Gespräch, wie mit E-Rezepten verfahren werden könnte. So wird in Hamburg beispielsweise eine Strategie getestet, bei der die Public Keys von Apotheken genutzt werden. Die Patienten geben bei der Behandlung an, bei welcher Apotheke sie das E-Rezept einlösen möchten. Das E-Rezept wird dann so verschlüsselt, dass es von der ausgewählten Apotheke ausgelesen werden kann. Ebenso ist im Gespräch, eine eigene App zu entwickeln, mit der die Übertragung und Auswertung der E-Rezepte besonders sicher erfolgen soll. Bisher ist eine solche App aber noch nicht verfügbar.

 

Ein E-Rezept in einer Online-Apotheke einlösen

pixabay.de © Michal Jarmoluk CCO Public Domain Die Übermittlung eines E-Rezepts an eine Online-Apotheke ist einfach, sodass Patienten benötigte Medikamente schnell erhalten.

 

Kranke wollen ihr Bett nach Möglichkeit nicht verlassen, sondern sich ganz entspannt und ohne Stress auskurieren. Da ist es kontraproduktiv, wenn sie zu einer Arztpraxis fahren und anschließend noch eine Apotheke aufsuchen müssen. Deswegen gewinnen Online-Apotheken immer mehr an Popularität. Die Menschen empfinden es als praktisch, ihre E-Rezepte an die Online-Apotheke ihres Vertrauens zu schicken und die benötigten Medikamente direkt an die Haustür geliefert zu bekommen. Sie müssen die eigenen vier Wände somit nicht verlassen und gegebenenfalls zweimal in eine Apotheke gehen, wenn ein bestimmtes Medikament aktuell nicht vorrätig sein sollte.

Zunächst sind E-Rezepte für verschreibungspflichtige Medikamente gedacht. Wer also ein bestimmtes Antibiotikum für die Behandlung einer Krankheit benötigt, kann sich dieses mittels eines E-Rezepts besorgen. Grundsätzlich ist es aber kein Problem, alle Medikamente in digitaler Form zu verschreiben und zu bekommen. Ganz gleich ob es sich um medizinisches Marihuana, medizinisches Equipment wie Mullbinden und Pflaster oder Hilfsmittel wie ein Blutdruckmesser handelt, grundsätzlich können all diese Artikel über ein E-Rezept in einer Online-Apotheke bestellt werden.

 

Das E-Rezept ist ein wichtiger Baustein der Telemedizin

Die Telemedizin ist eine wunderbare Möglichkeit, Patienten zu behandeln, die ihr Zuhause nicht verlassen können oder wollen. Ärzte können sich den Kranken widmen, ohne einen aufwendigen Hausbesuch machen zu müssen. Die Begutachtung und Diagnosestellung erfolgen digital. Gerade für ältere, bettlägerige und schwerkranke Menschen ist das eine hervorragende Lösung. Anschließend kann ein E-Rezept erstellt und den Patienten zugeschickt werden. Dank Online-Apotheken können sie dieses im Internet einlösen und müssen ihr Bett quasi nicht verlassen. Ohne die Möglichkeit, E-Rezepte zu nutzen, wäre die Telemedizin nur halb so attraktiv, da sich die Patienten nach der Diagnose ihr Rezept immer noch in der Praxis abholen müssten. Nun steht einer flächendeckenden Einführung dieses Verfahrens kaum noch etwas im Weg.

 

Wem bringt ein E-Rezept Vorteile?

Ein E-Rezept bringt zuallererst einmal den Patienten Vorteile. Diese müssen nicht mehr so lange Wege in Kauf nehmen, sondern können sich von zu Hause aus untersuchen und ein E-Rezept ausstellen lassen. Das fördert den Genesungsprozess, da sie sich nicht erst zu einem Arzt und in eine Apotheke begeben müssen. Sollten Betroffene ein Folgerezept benötigen, müssen sie dieses nicht erst in der Praxis abholen, sondern können es sich direkt zuschicken lassen. Durch einen Medikationsplan wird sichergestellt, dass die Medikamente optimal wirken und möglichst keine Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten verursachen. Zudem kann eine Medikationserinnerung genutzt werden, um die Medizin immer pünktlich zu nehmen und den Behandlungserfolg nicht zu gefährden.

Aber auch die Ärzte profitieren von diesem digitalen Verfahren. Sie haben einen geringeren Verwaltungsaufwand und müssen weniger Geld für Papierrezepte, Drucker und Strom ausgeben. Neben der Kostenersparnis entsteht so ein Vorteil für die Umwelt, da Millionen Rezepte weniger auf Papier gebracht werden müssen. Für die Apotheken bedeuten E-Rezepte ebenfalls einen reduzierten Verwaltungsaufwand. Rezeptfehler werden unwahrscheinlicher und die Kommunikation mit der Krankenkasse leichter. Nicht zuletzt lassen sich mit dem E-Rezept Ängste wegen der Pandemie bekämpfen, da eine kontaktarme Beschaffung von Medikamenten möglich wird.

 

Fazit

E-Rezepte bringen allen Beteiligten im Gesundheitswesen viele Vorteile. Durch das Inkrafttreten des neuen Gesetzes zum Schutz elektronischer Patientendaten können medizinisch relevante Informationen digital übertragen werden, ohne dass sich Betroffene Sorgen um ihre Daten machen müssten. Es wird noch einige Zeit dauern, bis sich das E-Rezept in Deutschland durchgesetzt haben wird und vermutlich wird auch weiterhin die Möglichkeit bestehen, ein Papierrezept zu bekommen. Sobald das E-Rezept aber erst einmal zum Standardrepertoire von Medizinern gehört, wird es das Gesundheitswesen spürbar verbessern.