Live-Shopping in Deutschland – woher kommt der Trend und welche Shops springen auf?

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Live-Shopping ist der neue Trend und schwappt aus den USA und Asien langsam auch nach Europa über.

Live-Shopping ist in aller Munde. Viele Experten prophezeien der neuen E-Commerce Wunderwaffe rosige Zeiten. Doch woher kommt diese neue Art des Shoppens eigentlich genau, welche Vorteile bietet sie für Konsumenten und in welchen Shops hierzulande wird Live-Shopping bereits angeboten? Hier gibt es die wichtigsten Antworten auf die drängendsten Fragen zum Thema Live-Shopping.

Woher kommt dieser neue Shopping-Trend?

Im asiatischen und amerikanischen Raum ist Live-Shopping mittlerweile sehr populär. Als Erfinder von Live-Shopping gilt das amerikanische Unternehmen woot! Die Verkaufsplattform wurde im Jahr 2004 von Matt Rutledge in Texas gegründet. Im Rahmen des „Deal of the day“ wurde auf der Webseite jeden Tag ein Produkt zu einem besonders niedrigen Preis angeboten.

Die Gültigkeit der Produkte war dabei jeweils auf 24 Stunden begrenzt. Danach wurde das Produkt wieder ausgetauscht. Eine der Besonderheiten dabei war unter anderem, dass die jeweiligen Produkte niemals im Vorfeld angekündigt wurden. Die Benutzer mussten also der Webseite von woot! täglich einen Besuch abstatten, wenn sie sich über das aktuelle Angebot informieren wollten. 2010 wurde das Unternehmen dann von Amazon übernommen.

Apropos Amazon: Der Online-Gigant startete im Jahr 2016 seinen ersten Versuch im Live-Shopping. Bei der regelmäßig ausgestrahlten Show mit dem Namen „Style Code Live“ stellten erfolgreiche YouTuber und Influencer unterschiedliche Produkte vor. Aufgrund des geringen Verkaufserfolges wurde das Format jedoch nach etwa einem Jahr wieder eingestellt.

Entertainment und Konsum werden zu einer Einheit

In den letzten Jahren verschmelzen Unterhaltung und Shopping immer mehr. Das ist vor allem den sozialen Medien und ihren Influencern zu verdanken, die im Rahmen von Live-Auftritten ihren Followern von ihren Erfahrungen beim Kauf und der Nutzung eines Produkts oder Dienstleistung berichten.

Anders als beim ursprünglichen Trend aus den USA ist die Laufzeit der Angebote hier zwar nicht begrenzt, doch die Erwähnung sorgt in der Regel je nach Popularität der Influencer für einen Peak in den Verkaufszahlen des jeweiligen Produkts. In diesem Zusammenhang hat sich auch der Begriff „Social Commerce“ etabliert.

In Asien kommt dabei nicht mehr der Influencer zum Shop, sondern der Shop zum Influencer. Anders ausgedrückt: In den Urzeiten des Live-Shoppings wurden die Influencer bei ihren sogenannten Shopping-Hauls gefilmt und möglichst vorteilhaft auf dem eigenen Insta- oder Tik Tok-Channel präsentiert. Mittlerweile gibt es dafür zahlreiche Apps, die sich auf Live-Shopping Events spezialisiert haben.

Die Influencer präsentieren ihre Einkaufserlebnisse nun bei Apps wie ShopShops, Livby oder Shoclef und sorgen damit für Milliarden-Umsätze, von denen sie selbstverständlich auch selbst profitieren.

Langsam beginnt sich dieser Trend auch in Europa durchzusetzen. Und wer heute von Live-Shopping spricht, meint damit eher die Live-Shows von renommierten Unternehmen und Influencern als das Verknappungsmodell von woot!

Wer bietet in Deutschland Social-Live-Shopping an?

Zu den populärsten Anbietern von Social-Live-Shopping im deutschsprachigen Raum zählt das Unternehmen HSE, das sich vorgenommen hat, Shopping für seine Kunden zum Erlebnis zu machen. Auf der Webseite von HSE finden täglich mehrere Live Streams mit unterschiedlichen Persönlichkeiten, den sogenannten „HSE Creators“, statt. Dabei werden die jeweiligen Produkte in der Sendung live präsentiert und können währenddessen bereits in den Warenkorb gelegt werden. Oftmals werden die Produkte dabei zu besonderen Aktionspreisen angeboten.

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Bei HSE können die Produkte während des Betrachtens des Live-Streams in den Warenkorb gelegt werden.

Bei Tchibo übernehmen die Mitarbeiterinnen die Moderation

Auch andere Unternehmen wie Esprit, Douglas, Tchibo oder Weltbild sind mittlerweile auf den Zug aufgesprungen.

Der Hamburger Kaffeehändler Tchibo setzt dabei auf eine interaktive Video-Shopping-Show, die speziell für die Ansicht auf dem Smartphone konzipiert wurde. Dabei präsentieren keine Profi-Moderatoren, sondern die eigenen Angestellten des Unternehmens die Produkte. Schließlich kennen diese das Sortiment am besten.

Douglas setzt auf Stars und Influencer-Größen

Douglas bietet auf seiner Webseite täglich um 19 Uhr im Rahmen der Serie „Douglas Lives“ eine entsprechende Live-Shopping Sendung an.

Dabei präsentieren abwechselnd Mitarbeiterinnen, bekannte Influencer-Größen wie die YouTuberin Dana Rolle aber auch absolute Superstars wie beispielsweise Alicia Keys unterschiedliche Inhalte, die mit dem Thema Beauty in Verbindung gebracht werden können.

Live-Shopping bietet ungeahnte Möglichkeiten auch für kleine Shops

Das Live-Shopping ist jedoch nicht nur für renommierte Händler eine Möglichkeit, ihre Umsätze anzukurbeln, sondern bietet auch kleinen und unbekannten Online-Shops eine großartige Chance, um einfach und kostengünstig auf das eigene Sortiment aufmerksam zu machen, die Bekanntheit zu erhöhen und die Umsätze anzukurbeln.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Youtuberin Sally, die mit ihren Videos zu den Themen Kochen und Backen mittlerweile rund 2 Millionen Abonnenten auf ihrem YouTube-Kanal gewonnen hat. Dabei ist nicht nur die Anzahl der Abonnenten stetig angewachsen, sondern auch die Anzahl der Produkte im zugehörigen Online-Shop. Mittlerweile bietet Sally auch eigene Artikel an und diese nicht nur online, sondern auch in einem Flagship-Store in einem Einkaufszentrum in Mannheim.

Wie einfach die Umsetzung erfolgen kann, zeigen auch ein paar rüstige Seniorinnen aus Wien, die im Rahmen ihrer Live-Backkurse in der „Wiener Vollpension“ täglich frische Kuchen backen und dabei immer mehr Zuseherinnen und Zuseher begeistern. Interessierte können sich die „Perlen der Wiener Mehlspeiskunst“ in weiterer Folge einfach nach Hause liefern lassen.

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Bei der Wiener Vollpension können die Zuseher rüstigen Seniorinnen beim Backen auf die Finger kucken und sich die leckeren „Mehlspeisen“ in weiterer Folge gleich nach Hause liefern lassen.