Lehrermangel in München

 München ist in den zurückliegenden Jahren gewachsen. Die Wirtschaft profitiert von jungen Fachkräften, für die Stadt bedeutet der Zuzug aber auch eine große Herausforderung. München muss sich um die Kinder sorgen – im Rahmen eines Kitaausbaus oder steigender Schülerzahlen. Genau hier entwickelt sich gerade eine Situation, welche die bayerische Landeshauptstadt in den kommenden Jahren sehr viel Kopfzerbrechen bereiten wird. Die Lehrergeneration der Babyboomer geht in Rente, gleichzeitig steigen die Schülerzahlen wieder an.
Der Lehrermangel in Bayern und speziell in München wird zu einem Problem, welches sich immer schwieriger in den Griff bekommen lässt. Mehrarbeit wird hier nicht reichen. Bild: © sebra, Adobe Stock

Damit braucht es dringend Nachwuchs, um freie Stellen zu besetzen. Im Bereich der Gymnasien ist die Situation noch vergleichsweise entspannt. Aber an den Grundschulen und Mittelschulen sind die Folgen bereits offensichtlich. Angespannt ist die Lage auch bei den Berufsschulen. Hier werden in den kommenden Jahren hunderte neue Lehrer gebraucht. 

Das Problem: Viele Schüler sehen den Lehrerberuf nicht mehr als besonders attraktiv an – speziell im Bereich der Berufsschulen und Mittelschule. Doch wie lässt sich das Problem dauerhaft lösen?

Bereits jetzt Lehrerknappheit in München 

Lehrermangel ist in so gut wie allen bundesdeutschen Ländern ein Problem. Teilweise sind Probleme hausgemacht – etwa, weil angehenden Lehrern Perspektiven immer wieder genommen wurden. Bei der aktuell schon angespannten Situation in München kommen viele Probleme zusammen, die für ganz Bayern und die Bundesrepublik gelten. Ein Grund: Die Zahl der Schüler steigt. Für Bayern gehen Statistiker von zahlreichen Veränderungen aus, die aktuell nur schwer aufgefangen werden können. Allein an den Grundschulen wird die Schülerzahl in den nächsten fünf Jahren um etwa 80.000 Schüler ansteigen; an den Mittelschulen ist ein Zuwachs von rund 37.000 Schülerinnen und Schülern zu erwarten.

Gleichzeitig spüren auch die Lehrer, dass eine wachsende Zahl in Rente geht. Die Folge: Nicht mehr alle Klassen können – wie eigentlich vorgesehen – beschult werden. Zu welchen Problemen führt der Mangel an Lehrern in München? Durch:

  • Krankheit
  • Schwangerschaft
  • Renteneintritt

fällt an den Bildungseinrichtungen der Fachunterricht aus, es werden Klassen zusammengefasst oder mehrere Klassen von einem Lehrer parallel unterrichtet.

München braucht tausende zusätzliche Lehrer durch Betreuungsmehrbedarf

Allein angesichts des zu erwartenden Betreuungsmehrbedarfs braucht es Hochrechnungen zufolge schon mehr als 4.000 neue Lehrer. Hier sind jene Lehrkräfte, die Lücken durch den Ruhestand oder längere Krankheit füllen, noch gar nicht mitgerechnet. Inzwischen schlagen Experten für München und Bayern Alarm. Teils werden Experten und Lehrervertreter – wie Simone Fleischmann vom Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) – mit marken Sprüchen zitiert. Es macht unter anderem in Medienberichten die Phrase die Runde, dass „die Hütte brennt“.

Mittlerweile ist der Mangel an Lehrkräften so groß, dass die Verantwortlichen in der Landesregierung auf der Suche nach Lösungen unterwegs sind. Auf der einen Seite setzt das bayerische Kultusministerium auf Freiwilligkeit. Hier stellt sich das Kultusministerium vor, dass:

  • der Ruhestand später angetreten werden soll
  • Teilzeiten entsprechend angepasst werden
  • Rückkehrer aus dem Urlaub eher wieder da sind.

Bei allen Maßnahmen handelt es sich aber um Ideen, die auf Freiwilligkeit seitens der Lehrer setzen. Hier ist letztlich zu befürchten, dass die Wunschziele des bayerischen Kultusministers nicht erreicht werden.

Ein Gedanke, welcher auch den betreffenden Stellen scheinbar gekommen ist. Dies hat zu einer zweigleisigen Strategie geführt. Seitens des Kultusministeriums wurden dienstrechtliche Maßnahmen ergriffen. Im Rahmen der Zwangsmaßnahmen setzt das Kultusministerium unter anderem darauf, dass Lehrer zeitlich begrenzt eine Stunde Mehrarbeit leisten. Verständlich, dass dieser Vorstoß bei den Lehrern nicht auf besonders viel Gegenliebe stößt. Zudem stellt dies natürlich keine dauerhafte Lösung des Problems dar. 

 

Mehr Lehrer ausbilden – nur mittelfristig wirksam

Wie prekär die Lage im Bildungssektors Bayerns und Münchens ist, zeigen Studienergebnisse der Kultusministerkonferenz Ende 2019. Hierin wird ein Fehlbestand bis 2025 an Lehrern für die Sekundarstufe II von 1.700 Stellen prognostiziert. Nicht weniger groß wird der Bedarf im Grundschulbereich. Von 2.080 veranschlagten Stellen, die gebraucht werden, dürfte Bayern am Ende nur rund 1.270 besetzen können. Diese Lücke klafft bereits 2021.

 Mehrarbeit und freiwillige Zusatzleistungen können am Ende nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein sein. Was den Mangel auf lange Sicht wirksam bekämpfen wird, ist die Einstellung neuer Lehrer. Hier bleibt am Ende nur ein Szenario realistisch – mehr Lehrer ausbilden. An genau dieser Stelle krankt das System bisher. In den kommenden Jahren beläuft sich der Bedarf nach neuen Lehrern auf eine mittlere vierstellige Zahl. Das Problem: Die Zahl der Studenten, welche ins Lehramtsstudium einsteigen, ist 2019 wieder relativ niedrig.

Die aktuellen Studierenden auf Lehramt werden den künftigen Bedarf kaum decken können. Bild: © Racle Fotodesign, Adobe Stock

Übersicht Lehramtsstudenten 1. Semester (WS 2019):

  1. Grundschule: 153
  2. Mittelschule: 265
  3. Realschule: 206
  4. Gymnasium: 612

Unter Berücksichtigung der Abbrecherquote und der durchschnittlichen Zahl an Fachsemestern wird deutlich, dass der Jahrgang 2019 beim Stopfen der Lücken bis 2025 keine besonders große Rolle spielen wird. Selbst eine schnelle Aufstockung der verfügbaren Studienplätze bringt in diesem Zusammenhang wenig. Die bayerische Landesregierung kann vielleicht bessere Rahmenbedingungen schaffen. Was sie allerdings nicht erreichen wird, ist ein schnelleres Lehramtsstudium aus dem Boden zu stampfen.

Das Kultusministerium hat darüber hinaus noch ein weiteres Problem: Von zehn Lehramtsstudierenden im 1. Semester bleibt am Ende nur ein Bruchteil übrig. Viele brechen das Studium ab – aufgrund des fachlichen Anspruchs oder wegen der sich abzeichnenden psychischen Belastung. Was zählt ist also nicht die Zahl der Immatrikulationen, sondern die Zahl jener Absolventen eines Lehramtsstudiums, die bis zum Schluss durchhalten.

Berufsschulen stark betroffen: Kaum noch neue Berufsschullehrer 

Im Grund- und Mittelschulbereich ist die Lage angespannt. Extrem brenzlig könnte es für Bayern und München in den kommenden Jahren allerdings im Bereich der Berufsschulen werden. Ein Segment, welches in der öffentlichen Wahrnehmung selten eine Rolle spielt. Die Beschulung bis zum ersten Bildungsabschluss haben Eltern im direkten Fokus. Berufsschulen fehlt andererseits die Lobby. Dabei ist deren Wirken für den späteren Berufseinstieg in Ausbildungsberufen immens wichtig.

 Aktuell unterrichten in München mehr als 2.000 Berufsschullehrer. Das Problem: Mit über 50 Jahren ist der Ruhestand für knapp die Hälfte der Lehrer an Berufsschulen langsam aber sich in Sichtweite. Für die bayerische Landeshauptstadt gehen die Prognosen dahin, dass in den nächsten 15 Jahren etwa 900 Lehrkräfte in den Ruhestand gehen werden. Der Mangel lässt sich aktuell nicht einmal ansatzweise durch die Neubewerber ausgleichen. 

An den Berufsschulen wird sich der Lehrermangel künftig besonders bemerkbar machen. Bild: ©industrieblick, Adobe Stock

Nur 38 Erstsemester bei Berufsschullehrern im WS 2019/2020

Eine Zahl, die offene Stellen – und damit eine riesige Lücke – hinterlassen wird. Im Vergleich zu den Studierenden, welche sich für ein Lehramt im Bereich Grundschule oder Gymnasium entscheiden, ist die Zahl der Studienanfänger für Berufsschulen deutlich geringer. Im Wintersemester 2019/2020 haben sich gerade einmal 38 Erstsemester für das Studium im Bereich der Berufsschulen eingeschrieben. 

Ehe diese allerdings das erste Mal nach ihrem Studium als Berufsschullehrer vor einer Klasse stehen, vergehen im Schnitt sieben Jahre. Sehr viel Zeit, in der sich die Stadt München anderes behelfen muss. Gesetzt wird auf Alternativen wie Quereinsteiger. Hierbei handelt es sich um Absolventen der technischen Berufe, die auf Lehrer umschulen. Unter bestimmten Voraussetzungen denkt die Stadt sogar darüber nach, solche Quereinsteiger sofort in die Klassen zu lassen.

Probleme, die bei Quereinsteigern als Berufsschullehrern auftreten:

  • fehlender berufliche Qualifikation
  • keine pädagogische Vorbildung
  • fehlende charakterliche Eignung

Angesichts solcher Schwierigkeiten ist es nicht verwunderlich, dass in München viele offene Stellen für Berufsschullehrer nicht besetzt werden. Gerade den fachlichen Anspruch falsch einzuschätzen ist ein Fehler, den Interessenten machen. 

Einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge haben sich auf eine Kampagne der Stadt im Jahr 2016 hin 150 Interessenten gemeldet. Zu Einstellungen ist es allerdings – so der Bericht weiter – nur in sehr wenigen Fällen gekommen. Eine weitere Herausforderung, welcher sich die Personalverwaltung der Stadt gegenübersieht, ist die Konkurrenz mit der Wirtschaft. Speziell die Gehaltsaussichten sind in vielen Berufen in der freien Wirtschaft sehr viel besser.

Viele Schulgebäude in Bayern sind dringend sanierungsbedürftig. Bild: ©bluedesign, Adobe Stock

Einfaches Beispiel: Um als Quereinsteiger für den Bereich Gesundheit/Pflege in Frage zu kommen, bräuchte es eigentlich einen Arzt. Da die Stadt an Tarifverträge gebunden ist, bleibt der Gehaltsspielraum weit hinter dem zurück, was niedergelassene Ärzte oder Klinikärzte verdienen. Dieses Beispiel findet sich in vielen Fachbereichen wieder und zeigt die ganze Misere des Sektors. 

G9 kommt - Lehrer fehlen 

Bayern stellt die Sekundarstufe in den kommenden Jahren wieder um. Nachdem der Freistaat – und damit auch München – in den vergangenen Jahren vom neunjährigen Abitur auf die Prüfung nach schon 12 Jahren (G8-Abitur) wechselte, schwenkt die Landesregierung wieder um. 2024 wird es in Bayern wieder ein G9-Abitur geben. Damit gehen Schüler ein Jahr länger aufs Gymnasium. Und müssen ein zusätzliches Jahr unterrichtet werden.

Hieraus ergibt sich, dass die Gymnasien dann wieder mehr Schüler betreuen müssen als zum aktuellen Zeitpunkt. Aktuell sind die Absolventenzahlen bei den Lehramtsstudenten für den gymnasialen Bereich relativ hoch und können Lücken, die durch:

  • Ruhestand
  • Krankheit/Beurlaubung

entstehen, füllen. Allerdings wird vor dem Hintergrund des neuen G9-Abiturs ab 2024 damit gerechnet, dass sich der Bedarf deutlich erhöht. Dies hat zur Folge, dass sich die Waagschale verschiebt.

Ein entsprechender Trend lässt sich aus dem STMUK (Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus) für 2019. Das Einstellungsbarometer für 2020 zeigt eine eher ungünstige Einstellungsprognose für Lehrkräfte im gymnasialen Bereich. Bis Mitte des Jahrzehnts wird sich – so zumindest die Prognose des Kultusministeriums – das Barometer deutlich verschieben. Absolventen auf Lehramt für Gymnasien sehen sich dann einer sehr günstigen Einstellungsprognose gegenüber. Diese Entwicklung des Ministeriums gilt zwar für ganz Bayern, lässt sich aber durchaus auch auf den Ballungsraum München übertragen.

Eine Möglichkeit, um auf die Situation zu reagieren, wäre in den höheren Klassen die zunehmende Digitalisierung des Unterrichts. Hierdurch lässt sich eine größere Zahl Schüler mit nur einem Lehrer erreichen. Allerdings zeichnet sich als Hürde ab, dass Schüler Präsenzunterricht brauchen, um die gesteckten Ziele aus dem Lehrplan zu erreichen.

Bundesweit immer wieder Lehrermangel - Woran liegt es? 

München, Bayern und Deutschland – beim Blick in die Schulen gibt es trotz unterschiedlicher Maßstäbe immer wieder sehr ähnliche Probleme. Die Infrastruktur, sprich die Bausubstanz ist teils marode. In München betrifft dies beispielsweise die Grund- und Mittelschule Torquato-Tasso-Straße, die sich in einem Zustand befindet, aufgrund dessen der Neubau empfohlen wird. Ähnliche Empfehlungen gelten für:

  • Grund- und Mittelschule Zielstattstraße
  • Grund- und Mittelschule Situlistraße
  • Sonderpädagogisches Förderzentrum Nord-West

Marode und sanierungsbedürftige Schulen sind aber letztlich nur das sichtbare Ergebnis einer Haushaltspolitik, die an allen Ecken und Enden spart. In den letzten Jahren hat dies bundesweit auch das Lehrerkollegium getroffen.

Besonders deutlich ist diese Entwicklung in den neuen Bundesländern geworden. Hier haben sich einige Länder gegen die breite Verbeamtung von Lehrern an:

  • Grundschulen
  • Mittel-/Oberschulen
  • Gymnasien

entschieden – auch, um Pensionsverpflichtungen zuvorzukommen. Viele Absolventen aus den Lehramtsstudiengängen haben daraufhin nach Jobs in den alten Bundesländern gesucht, die deutlich bessere Rahmenbedingungen angeboten haben. Aufgrund dieser Entwicklung ist der Lehrermangel auch in Bayern in den letzten Jahren nicht ganz so stark ins Gewicht gefallen.

Doch gerade für Bayern und die alten Bundesländer gibt es Gründe, warum gerade jetzt Lücken so massiv auf den Schulbetrieb durchschlagen:

  • Abbau von Stellen: Als die Kinder der Babyboomer-Generation eingeschult wurden, brauchten die Länder sehr viele neue Lehrer, die in den 1980er Jahren in den Unterricht einstiegen. Inzwischen gehört diese Generation Lehrer zu jenen Pädagogen, welche in den kommenden zehn Jahren in den Ruhestand gehen. Ein Wegfall an Lehrkräften, der sich über einen relativ kurzen Zeitraum abspielen wird.
  • Demografische Veränderungen: Viele Kultusministerien sind in den letzten Jahren von sinkenden Schülerzahlen ausgegangen. Ein Trend, der sich in den vergangenen Jahren verändert hat. Inzwischen steigen nicht nur die Geburtenraten wieder. Durch den Zuzug aus der Flüchtlingskrise 2015 hat sich schlagartig ein Mehrbedarf an Kapazitäten ergeben.
  • Inklusion: In der Vergangenheit hat eine starke Trennung zwischen Kindern mit Behinderung und Kindern ohne entsprechende Einschränkungen stattgefunden. Im Rahmen der Inklusion werden diese Grenzen zunehmend aufgebrochen. Dies bringt für jeden einzelnen Lehrer eine größere Arbeitsbelastung mit – auf was unter anderem mit kleineren Klassen reagiert werden müsste. Hierdurch ergibt sich ein wachsender Bedarf an Lehrern bzw. an entsprechend spezialisierten Lehrkräften.

Bei den genannten Gründen für den Lehrermangel handelt es sich vor allem um systemische Aspekte. Angesichts der Vorteile, welche eine Beschäftigung als Lehrer hat, dürfte es eigentlich nicht besonders schwerfallen, Stellen zu besetzen?

Bayern und noch einige andere Bundesländer machen die Verbeamtung der Lehrer im Regelfall möglich, wenn die beamtenrechtlichen Voraussetzungen, wie:

  • Nichterreichen des Höchsteintrittsalters
  • deutsche Staatsbürgerschaft
  • gesundheitlich geeignet

erfüllt sind. Außerdem sind die Gehälter für Lehrer auf den ersten Blick attraktiv. In Bayern erreichen Lehrkräfte je nach Besoldungsgruppe auf der höchsten Stufe schnell ein Bruttogehalt in mittlerer vierstelliger Höhe. Und gerade der Beamtenstatus hat Vorteile – wie die Möglichkeit einer Absicherung über Beihilfetarife in der Privaten Krankenversicherung oder den Zugang zu Beamtenkrediten. Beamte können nicht ohne Weiteres aus dem Dienst entlassen werden, was die Bonität aus Sicht der Banken deutlich verbessert. Somit erhalten Beamte auch deutlich günstigere Rahmenbedingungen als andere Kreditnehmer. 

Vorteile des Lehrerberufs in München:

  1. Verbeamtung durch den Staat
  2. hohe Arbeitsplatzsicherheit
  3. Beihilfe durch Freistaat
  4. hohe Besoldungsgruppe
  5. exzellente Bonität

Die Ausbildung neuer Lehrer nimmt zum einen Zeit in Anspruch und zum anderen müssen Studierende erst wieder für den Lehrerberuf begeistert werden. Bild: © luckybusiness, Adobe Stock

Attraktivität des Lehrerberufs hängt nicht am Geld

Auf den ersten Blick sehen die Rahmenbedingungen für den Lehrerberuf gut aus. Dass bundesweit viele Länder auf eine größere Zahl an Fehlstellen zusteuern, liegt nicht am Geld- Und auch nicht dem Interesse der Abiturienten am Lehramt für Gymnasium oder Realschule. Was sich sehr stark auswirkt, sind die psychischen Belastungen. Unterschätzt wird beispielsweise, wieviel Zeit Lehrer in die Unterrichtsvorbereitung stecken müssen.

Aber auch das Füllen von Lücken durch Krankheit oder Beurlaubung macht sich bemerkbar. Hierdurch entsteht eine Spirale. Das verbliebene Kollegium muss den „Mangel verwalten“ und ist mit einem hohen Arbeitspensum konfrontiert. Dieses führt wiederum zu psychischen Belastungen – bis hin zum Burn-Out. Betroffene Lehrer fallen aus, die Belastung auf den Schultern anderer wird größer. Insgesamt nimmt der Druck auf Lehrer seit Jahren zu. Ein Missstand, den Medien immer wieder thematisieren.

Schuld daran sind aber nicht nur die Landesregierungen, welche in den Augen der Pädagogen einfach zu wenig tun. Zwischen Eltern und Lehrern hat sich die Beziehung verändert. Heute sind Eltern sehr schnell bereit, bei subjektiven Missstimmungen zwischen Kind und Lehrer diesen verantwortlich zu machen. Die Reaktionen reichen bis zur Anzeige und juristischen Verfahren. Ein Spannungsfeld, dass den Beruf unattraktiver macht. Dies sorgt natürlich auch bei Abiturienten für entsprechend negative Reaktionen, wenn es um die Attraktivität des Lehrerberufs geht.

Nachteile des Lehrerberufs in München:

  1. Unterrichtsvorbereitung zu Hause
  2. hohe Arbeitsbelastung durch Fehlstellen
  3. Spannungen zwischen Lehrer und Eltern
  4. Spannungen in den Klassen
  5. hohe psychische Belastung

Fazit: München braucht innovative Ideen für neue Lehrer

München boomt und sorgt bundesweit durch die hohen Immobilienpreise für Schlagzeilen. Inzwischen kommt Publicity allerdings auch aus anderer Richtung. München und ganz Bayern sind derzeit Schauplatz einer Auseinandersetzung zwischen Lehrern und dem Kultusministerium. Es geht um vom Ministerium verordnete Mehrarbeit. Gestopft werden sollen damit Löcher, welche durch den immer eklatanter werdenden Lehrermangel entstehen. Gerade an den Berufsschulen, Mittelschulen und der Grundschule wird dieser schon jetzt mehr als offensichtlich. 

Fakt ist: München braucht neue Lehrer – und zwar in vielen Bereichen. Und muss jetzt etwas tun, um in einigen Jahren nicht mit massiven Problemen konfrontiert zu werden. Diesbezüglich ist es nämlich wirklich bereits fünf vor zwölf.