Jetzt nachhören: Der Erste Hilfe Crash Kurs

Gemeinsam hören & helfen

Das gabs noch nie im Radio! Am Sonntag haben sich pünktlich um 18 Uhr viele Menschen in München und der Region vor ihren Radios versammelt um den ersten Erste Hilfe Crashkurs im Radio zu hören und daran teilzunehmen.

Das Ziel: Mit einer Stunde Radio hören kann im Notfall jeder zum Lebensretter werden.

Auf die Idee kam Morningman Mike als er über die Geschichte von Peter aus Thalkirchen berichtet hat. Der Mitarbeiter eines Autohauses hat seinem 19-jährigen Arbeitskollegen mit Erster Hilfe das Leben gerettet, nachdem dieser einen Herzstillstand erlitten hatte.

Gemeinsam mit dem Bayrischen Roten Kreuz haben wir dann diesen Erste Hilfe Kurs mit den wichtigsten Tipps entwickelt, sodass man im Notfall Ersthelfer sein kann.

Wer den Kurs verpasst hat, kann ihn hier nochmal nachhören:

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Ladet euch >> HIER euer Gong 96.3 Erste Hilfe Crashkurs- Zertifikat herunter!

 

Hier gibt es die wichtigsten Tipps nochmal zum Nachlesen und schauen:

 

Die stabile Seitenlage:

Der Hausnotruf

 

Erste Hilfe im Radio

 

Einleitung:

Ersthelfer sind ein wichtiger Bestandteil der Rettungskette! Und jeder kann seinen Teil zur Ersten Hilfe beitragen.

Man denke da an das HELD-Prinzip:      H-Hilfe rufen/ Notruf absetzen

                                                                 E- ermutigen/ trösten

                                                                 L- lebenswichtige Funktionen kontrollieren

                                                                 D- Decke unterlegen/ zu decken

Ersthelfer sollen aber immer an den Eigenschutz denken, da es nichts bringt, sich selber in Gefahr zu bringen um anderen zu helfen!

 

Was sage ich, wenn ich einen Notruf absetze?

5 W´s:

Wo ist was passiert?

Was ist passiert?

Wie viele Verletzte?

Welche Art der Verletzung?

Warten auf Rückfragen durch die Rettungsleitstelle!

 

Notfälle im Alltag

 

  1. Nasenbluten:

Beruhigend einreden; Betroffenen auffordern den Kopf nicht nach hinten zu überstrecken, so dass das Blut nach hinten fließt und man das eigene Blut schluckt; dieses führt irgendwann zu Übelkeit und Erbrechen. Richtig ist es den Kopf über Waschbecken oder Eimer zu halten, mit einem Taschentuch/ Kompresse leichten Druck auf Nase ausüben und einen kalten Lappen in den Nacken des Betroffenen legen.

Mit dem kalten Lappen möchte man erreichen, dass sich große Blutgefäße etwas zusammen ziehen um die Blutung etwas zu lindern!

Rettungsdienstgeschichte dazu:

Wurden zum Einsatz gerufen mit dem Meldebild „Nasenbluten“, beim Eintreffen kam uns ein junger Mann mit Tampos seiner Freundin in der Nase entgegen! Dieses stoppte zwar vorerst das Nasenbluten, aber das entfernen der Tampos gestaltete sich etwas schwierig.

 

  1. Wundversorgung:

Wenn Einmalhandschuhe vorhanden sind, diese auch benutzen! Verbandspäckchen mit integrieter Kompresse anwenden, Kompresse auf die Wunde (z.B Unterarm) auflegen und Verband gleichmäßig verbinden; ACHTUNG: nicht zu fest verbinden, da sonst die Durchblutung beeinträchtigt wird-> Finger werden langsam blau und es kann zu Taubheitsgefühlen in den Fingerspitzen kommen.

Sollte es jedoch stark bluten, dann verwenden wir einen Druckverband. Im Prinzip das selbe Verfahren wie bei einem normalen Verband, nur setzen wir etwas mehr Druck auf die betroffene Stelle indem wir z.B beim verbinden zusätzlich ein verpacktes Verbandspäckchen/ Mullbinde auf die Wunde auflegen und diese mit einbinden. So entsteht etwas mehr Druck auf der Wunde. Dabei sollte man die betroffene Stelle, wie z.B Unterwarm hoch halten. Wenn man kein zweites Verbandspäckchen/ Mullbinde zu Hand hat, kann man auch ersatzweise ein Tempotaschentuchpackung oder ähnliches verwenden! Hauptsächlich es ist nicht saugfähig.

 

  1. Knochenbruch:

Bei Knochenbrüchen ist es vor allem wichtig beruhigend auf den Verletzten einzuwirken und rechtzeitig den Notruf abzusetzen. Die betroffene Stelle ruhig zu stellen, ggf. abpolstern. Bei einem offenen Bruch, sollte wenn möglich, mit Kompressen die Stelle abgedeckt werden. Gerade in solchen Situationen, ist die Betreuung des Verletzten enorm wichtig, da keiner in so einem Fall alleine sein möchte, vor allem bei Kindern.

 

  1. Vorfinden einer Bewusstlosen Person ( Übung mit Partner/-rin möglich!):

Laut ansprechen/ anfassen und Überprüfung der Atmung, wenn vorhanden, dann in die stabile Seitenlage, andere Passanten um Unterstützung bitten und Notruf absetzen!

  • Atmung überprüfen in dem man zuerst den Mund leicht öffnet und nach Fremdgegenstand schaut, wenn keines vorhanden, den Kopf überstrecken, das eigene Ohr nah am Mund/ Nase des betroffenen halten, mit Blick auf dem Brustkorb, um einerseits eine Atmung zu hören, fühlen oder eine Erhebung des Brustkorbes zu sehen ist
  • Spielt keine Rolle von welcher Seite man die stabile Seitenlage angeht!
  • z.B von rechts, dann den re. Arm der betroffenen Person nach oben legen, so das dieser in ca. 90° Winkel zum Oberkörper liegt
  • mit der li. Hand, ebenfalls die li. Hand der betroffenen Person nehmen ( als würde man nun Händchen halten wollen) und diese mit dem Handrücken an dessen re. Wange anlegen, wichtig ist es nicht loszulassen, da bei bewusstlosen keinerlei Körperspannung vorhanden ist und der Arm wieder zurück fallen würde!
  • Nun das li. Bein anwinkeln, indem man in die Kniekehle greift und dieses anhebt, der li. Fuß sollte so nah wie möglich am Gesäß der betroffenen Person sein, auch hier ist es wichtig das Bein nicht mehr loszulassen, da dieser sonst wieder zu Boden gehen würde
  • Das angewinkelte Bein wird nun wie ein Hebel über das noch gestreckte Bein gedrückt, durch die Hebelwirkung dreht sich der Körper mit wenig Kraftaufwand zur Seite, dabei auf den Kopf achten, dass dieser nicht zu Boden fällt, erst dann kann man mit der li. Hand loslassen
  • Der Kopf wird dann leicht überstreckt, der Mund sollte der tiefste Punkt sein, sollte der betroffene erbrechen, die Flüssigkeit rauslaufen kann. Danach wird noch einmal die Atmung überprüft und der betroffen mit einer Decke zu gedeckt

 

  1. Vorfinden einer bewusstlosen Person ohne Atmung ( Herzdruckmassage mit Beatmung):

Auch hier spielt es keine Rolle von welcher Seite man zur Hilfe kommt. Laut ansprechen/ anfassen, Atmung überprüfen, weitere Passanten um Hilfe bitten und Notruf absetzen, wenn keine Atmung vorhanden, Herzdruckmassage beginnen. 30x drücken/ 2x beatmen

  • Richtigen Druckpunkt finden, indem man sich auf dem Brustbein zwischen den beiden Brustwarzen orientiert und mit der flachen Handfläche senkrecht, kräftig zu drücken beginnt. Nach 30x drücken, wird 2x beatmet, indem man den Kopf überstreckt, Nase zu hält und in den Mund beatmet, alternative kann man auch den Mund zu halten und durch die Nase beatmen. Nach den 2x Beatmungen, wieder 30x drücken…das ganze wiederholt sich immer wieder, so lange bis Rettungskräfte vor Ort sind oder so lange wie das eigene Befinden es zulässt!

Wie schnell drücke ich?

Einer der beliebtesten Hilfsmittel bei der Herzdruckmassage ist der Hit „ Staying alive“ von den Bee Gee´s! An dessen Takt kann man sich sehr gut orientieren.

 

Zusammenfassung

Jeder kann helfen, da kann keiner juristisch belangt werden, nur wenn man nichts unternimmt, ist es unterlassene Hilfeleistung! Man kann als Ersthelfer nichts falsch machen außer NICHTS-TUN!

Dabei ist aber IMMER an den Eigenschutz zu denken!!!