Lohnt sich der Goldverkauf während der Corona-Krise?

Ein einfaches „Ja“ würde den Schnell-Entschlossenen vielleicht reichen, um diese Frage, die von der Unsicherheit der aktuellen Situation gezeichnet ist, zu beantworten. Wer hingegen mehr darüber wissen möchte, warum die Corona-Krise den Goldverkauf lohnenswert macht, findet darüber einige Informationen im folgenden Beitrag.
Abbildung 1: pixabay.com © Stevebidmead (CC0 Public Domain) Gerade in Krisenzeiten scheint Gold als verlässliche Wertanlage eine große Rolle zu spielen, denn sie sorgt für Sicherheit bei den Anliegern und für gute Preise für all jene, die sich jetzt für einen Verkauf ihres Goldes entscheiden.

Wie hat sich die Corona-Krise auf den Goldverkauf ausgewirkt?

Die einen beantworteten die Panik im Land mit Hamsterkäufen. Andere wiederum verkauften panisch ihre Aktien. Nach den ersten Kurzschlusshandlungen dieser Art wurde dann darüber nachgedacht, ob dieses Vorgehen überhaupt sinnvoll gewesen ist und was denn nun überhaupt noch ein sinnvolles Investment in Zeiten der Krise sein könnte.

Die einfachste Antwort auf diese Frage war und ist: Edelmetall. Gold also war seither eine sichere Bank in Krisenzeiten und hat sich auch in der aktuellen Krise als solche bewährt. Das begrenzte Vorkommen des Goldes, das nicht etwa schnell nachgedruckt werden kann, wie Papiergeld, sowie der Wert des Goldes, der bestehen bleibt, auch wenn eine Hyperinflation die Wirtschaft lähmen würde, machen Gold zur sicher(er)en Bank in Krisenzeiten.

Macht es Sinn, jetzt zu investieren oder zu verkaufen?

Experten gehen davon aus, dass mit der Unsicherheit, die die Corona-Krise mit sich bringt, auch der Investitionswille in Gold steigen könnte, denn: Um das eigene Vermögen vor einem Börsencrash zu schützen, sei das Investment in Gold ein beliebter Weg geworden. Wer in Gold investieren möchte, dem wird grundsätzlich und außerhalb besonderer Krisenzeiten empfohlen, etwa zehn Prozent des Depots in Gold zu investieren. Das heißt umgekehrt aber auch: Hiesige Privatpersonen können Gold auch als Option nutzen, um aus ihren Goldvorräten Geld zu machen, um die Krise privat oder geschäftlich überstehen zu können. Damit ist jetzt also auch ein guter Zeitpunkt, um die Goldbarren zu verkaufen.

Der schwache Dollar sorgt dafür, dass ausländische Investoren nach dem Gold greifen, was sich unterm Strich auch auf den Preis auswirken wird: Der Goldpreis ist angestiegen, was bedeutet, dass es aktuell für ein Investment in Gold fast schon zu spät ist, denn der Kaufpreis ist heute schon hoch – für einen Verkauf ist jetzt aber (noch) der richtige Zeitpunkt.

Abbildung 2 pixabay.com © a_leovinus (CC0 Public Domain): Gerade im Krisenjahr 2020 kann es eine Überlegung wert sein, das Gold zuhause zu Geld zu machen. Anfang August war der Goldpreis auf einem Rekord-Höchststand.

 

Wie ist Gold als Anlage zu bewerten?

Gold wirft keine Zinsen ab und ist deshalb als Altersvorsorge nicht geeignet. Wer Gold als Anlageform hält, setzt auf Sicherheit ohne Renditeoption – außer der Goldpreis wird akribisch genau beobachtet, um abschätzen zu können, wann er sich auf dem Höchststand befindet und wann sich ein Verkauf lohnt. Ein Blick auf die Goldpreisentwicklung allein in diesem Jahr zeigt: Nach einem kurzen Einbruch Mitte März (also pünktlich zum ersten Lockdown und nicht etwa zum Lockdown light, der im November verhängt wurde) ging es mit dem Goldpreis steil und kontinuierlich bergauf. Anfang August lässt sich ein Peak verzeichnen. Dieser ließ sich auf 2.000 Dollar pro Feinunze Gold beziffern. Auch der Euro-Preis belief sich zu diesem Zeitpunkt auf einem Höchststand.

Warum vertrauen die Menschen auf das glänzende Gold?

In Form von Ketten, Uhren, Ohrringen und anderem Schmuck steht das Gold für Luxus. In Form eines Goldbarren, der im hauseigenen Safe verwahrt wird, steht das Gold für inflationsstarkes Edelmetall, das als Sicherheitswährung bezeichnet wird – und damit immer dann stark in Bewegung ist, wenn Krisen die Menschen verunsichern. Doch fühlt es sich sicher an, einen Goldbarren zuhause zu verwahren? Auch dieser Fakt spielt nämlich mit Blick auf das glänzende Gold eine Rolle, denn wer es hat, muss sich auch die Frage stellen, wo das Gold sicher verwahrt werden kann. Ein Bankschließfach, was als sicherer gilt als der private Safe zuhause, kostet nämlich Geld, was Gold nicht in Form von Rendite abwirft.

Was spricht für Gold und was dagegen?

Gerade dann, wenn Krisenzeiten zu verzeichnen sind, ist der Goldpreis häufig im Steigen begriffen. Das liegt aber vor allem in der Psychologie der Menschen begründet, die Gold bunkern, um sich abzusichern. Wer auf langfristige Renditen abzielt, ist mit Gold schlecht beraten. Keine Dividenden und keine Zinsen machen den schönen Schein den goldenen Geldes schnell zunichte. Nur über die Preisentwicklung lässt sich also aus Gold etwas machen, sprich: Wer einst Gold gekauft hat, sollte im Laufe von 2020 das Gold verkaufen und wird damit Gewinne verzeichnen.

Gold als Einzelinvestment zu nutzen, sei hingegen der falsche Weg, erklären Renditeprofis. Stattdessen wird nachdrücklich empfohlen, dass nicht mehr als zehn Prozent des gesamten Investitionsportfolios sich auf Gold belaufen sollten. Zur Risikostreuung kann Gold eine gute Investition sein, denn der Goldpreis entwickelt sich – wie auch im Jahr 2020 – entgegengesetzt zu den Aktien, was bedeutet: Wenn der Aktienkurs im Krisenmodus fällt, steigt der Goldpreis. Und davon können jetzt all jene profitieren, die aus ihrem Gold Geld machen möchten und dafür aktuell einen guten Preis bekommen.