Das Girokonto - Der Klassiker in vielen Varianten

Wer mit beiden Beinen im Leben steht, hat sicherlich bereits vor geraumer Zeit ein Girokonto eröffnet, um dort Gehaltszahlungen verbuchen zu lassen, am Automat vom Girokonto Geld abzuheben und um Daueraufträge einrichten zu können. Diesen Klassiker gibt es zwar noch immer, allerdings ist er mittlerweile deutlich vielseitiger geworden, denn: Es gibt spezielle Girokonten für ganz unterschiedliche Zielgruppen. Um herauszufinden, ob ein spezielles Girokonto das passende Produkt ist, um ein Konto neu zu eröffnen, oder ob sich ein spezielles Girokonto vielleicht sogar als Alternative zum bestehenden Girokonto eignet, kann die folgende Übersicht helfen.

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Abbildung 1: Die Frage, ob ein Girokonto online verfügbar sein muss, ist längst unstrittig. Allerdings gibt es mittlerweile zahlreiche Varianten des Girokonto-Klassikers. Berücksichtigt werden dabei die individuellen Einkommensverhältnisse sowie die Fähigkeit, mit Geld umzugehen.

Das Gehaltskonto = ein Girokonto mit Auflagen

Wer als berufstätiger Erwachsener ein Girokonto eröffnet, wird vermutlich ein Gehaltskonto eröffnen, was einen kleinen entscheidenden Unterschied zum klassischen Girokonto hat: Viele Gehaltskonten haben eine Klausel, die besagt, dass eine monatliche Mindesteinzahlung eingehen muss – entweder grundsätzlich oder, um zu verhindern, dass Kontoführungsgebühren anfallen.

Die Alternative ist hingegen eine echte Rarität. Zum Konto ohne Mindesteingang gibt es bei KontoRat einen Vergleich, der nicht nur zeigt, dass bei dieser Girokonto-Variante kein Mindestgeldeingang nötig ist, sondern auch, worauf es ankommt, bevor diese Sonderform eröffnet werden sollte. Im Idealfall ist ein Konto ohne Mindesteingang nicht nur frei von der Auflage, regelmäßig eine bestimmte Geldsumme einzubezahlen, sondern kostet auch keine Kontoführungsgebühren. Eine Verzinsung des Guthabens auf der einen Seite und niedrige Zinsen sind ebenso positive Nebeneffekte wie die kostenfreie oder günstige Nutzung der Girokonto- und/oder Kreditkarte.

Einzel- vs. Gemeinschaftskonto. Ein Direktvergleich zweier Optionen

Weitere Sonderformen des klassischen Girokontos (mit oder ohne Mindestgeldeingang) sind die Stellung als Einzel- oder Gemeinschaftskonto, wobei der Name bereits erklärt, was sich dahinter verbirgt: Ein Einzelkonto gehört einer Einzelperson, die – bei Bedarf – eine weitere Person bevollmächtigen kann, auf das Konto zuzugreifen. Ein Gemeinschaftskonto eignet sich für Ehepaare, aber auch für Geschwister, wenn diese beispielsweise gemeinschaftlich über das Geld der pflegebedürftigen Eltern verfügen dürfen.

Und- vs. Oder-Konto. Hier geht es um die Verfügungsgewalt über das Geld auf dem Konto

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Abbildung 2: Wer Zugriff auf das Geld auf dem Konto hat, kann ganz unterschiedlich geregelt sein. Bei einem Einzelkonto ist es eine Person; bei einem Gemeinschaftskonto sind es mehrere. Ein Und-Konto ermöglicht jede Handlung auf dem Gemeinschaftskonto nur miteinander. Beim Oder-Konto reicht die Unterschrift eines Kontoinhabers.

Eine spezielle Sonderform des Gemeinschaftskontos kann das Und- und Oder-Konto sein, was inhaltlich noch wenig aussagt, bis die Details betrachtet werden. Hinter der Bezeichnung verbirgt sich im Grunde nur ein spezielles Rechtekonzept, das anzeigt, welcher Kontoinhaber welche Rechte auf dem Konto hat. Die Unterscheidung dieser beiden Kontovarianten ist einfach: Ein Und-Konto impliziert, dass beide nur gemeinsame Entscheidungen treffen dürfen, beim Oder-Konto reicht die Zusage eines Kontoinhabers aus.

Günstige Varianten für Schüler, Azubis und Studenten

Besonders günstige Varianten eines Girokontos können diejenigen bekommen, die nachweislich gar kein oder nur wenig eigenes Einkommen haben. Zu dieser Gruppe gehören Schüler, die vielleicht hier und da einen Schülerjob haben und das Taschengeld ihrer Eltern auf das Konto bekommen. Auch Azubis, die meist noch ein geringes Azubigehalt haben und sogar Studenten, die nicht zwingend ein regelmäßiges Einkommen haben müssen, wohl aber finanzielle Leistungen vom Bundesministerium beziehen (BAföG), zählen zur Gruppe jener, die von einigen Banken ein kostenfreies Girokonto angeboten bekommen.

Wichtig ist gerade bei diesen Kontovarianten der Blick ins Detail: Nur wenn ein Girokonto für Schüler, Studenten und Co. keinerlei Kontoführungsgebühren bedeutet und selbst Abhebungen und Bezahlungen mit der Girokarte kostenfrei möglich sind, handelt es sich um ein attraktives Angebot, das diejenigen beziehen können, die einen Nachweis erbringen, dass sie zur erwähnten Personengruppe gehören.

Wenn’s finanziell schwierig ist, eignen sich Guthaben- und P-Konten

Sowohl beim Guthaben- als auch beim P-Konto handelt es sich um spezielle Kontovarianten, die all jenen einen Gefallen tun könnten, die finanziell in eine Schieflage gekommen sind oder diese präventiv vermeiden wollen.

  • Das Guthabenkonto ist im Grunde ein Girokonto, allerdings mit einer Einschränkung: Ein Dispo ist nicht möglich. Diese Art von Konto eignet sich für Menschen ohne festes Einkommen, aber auch für jene, die nie gelernt haben, so mit ihrem Geld zu haushalten, dass sie nicht ins Minus fahren. Das Guthabenkonto, das immer beliebter zu werden scheint, wird häufig auch als Basis- oder Jedermannskonto angeboten. So können selbst Menschen, die einst Probleme mit der Rückzahlung von Krediten hatten, mithilfe eines Guthabenkontos weiterhin am regulären Zahlungsverkehr teilhaben, ohne Gefahr zu laufen, ins Minus zu driften.

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Abbildung 3: Ist es nicht gut um die Zahlungsmoral bestellt, kann ein Guthabenkonto eine Präventivlösung sein. Bei einem Pfändungsschutzkonto ist zumindest die Freigrenze sicher.

  • P-Konten sind eine spezielle Form des Einzelkontos. Das P steht dabei als Abkürzung für Pfändungsschutz, was auch bedeutet: Auf einem Pfändungsschutzkonto ist der monatliche Freibetrag, der jedem selbst bei einer Pfändung zusteht, gesichert. Das heißt: Der monatliche Mindestfreibetrag verbleibt auf dem Konto, auch wenn der Gläubiger den Rest einziehen darf. Wie hoch dieser ausfällt, lässt sich in der Pfändungstabelle unter Anwalt-KG nachlesen.