Welche Förderungen gibt es für frisch gebackene Eltern?

Frisch gebackene Eltern sehen sich neuen Herausforderungen gegenüber. Die Umstellung zu einem Leben mit Kind ist ebenso dabei, wie die Fragen der möglichen Förderungen und Hilfen durch den Staat. Es gibt einige staatliche Unterstützungen, die allen Eltern zustehen. Diese können direkt nach der Geburt beantragt werden. Aber auch dann, wenn Eltern sich in einer besonderen Situation befinden, sind Unterstützungen möglich.

 

Anträge rechtzeitig ausfüllen und Zeit sparen

Bereits in der Schwangerschaft können Anträge für staatliche Leistungen ausgefüllt und vorbereitet werden. Die Bearbeitungszeiten für Kindergeld oder Elterngeld liegen teilweise bei mehreren Wochen. Wenn Eltern nach der Geburt erst noch einige Wochen benötigen, um alle Unterlagen zu sammeln und die Anträge auszufüllen, verlängert sich der Engpass. Daher ist es von großer Bedeutung alle notwendigen Formalitäten nach der Geburt zeitnah anzugehen.

Die Zahlungen sind nicht verloren, sie werden rückwirkend geleistet. Dennoch ersparen sich Eltern viel Stress im Wochenbett, wenn Sie bereits alle notwendigen Unterlagen zusammenstellen und nur noch die Geburtsurkunde für den Antrag benötigen. Die Anträge können normalerweise auf den Webseiten der zuständigen Ämter heruntergeladen werden.

Kindergeld: bedingungslose Zahlungen für das Kind

Alle Eltern haben einen Anspruch auf Kindergeld, wenn ein Kind geboren wird. Über die Familienkasse kann das Geld beantragt werden. Dafür ist es notwendig, den Antrag herunterzuladen und mit der Geburtsurkunde einzureichen. Nach der Geburt erhalten Eltern die Geburtsurkunde in mehreren Ausführungen. Unter anderem ist eine Ausführung für die Familienkasse dabei. Die Höhe des Kindergeldes ist gestaffelt nach Anzahl der Kinder:

  • Zahlungen für das erste und zweite Kind: je 219 Euro

  • Zahlungen für das dritte Kind: 225 Euro

  • Zahlungen ab dem vierten Kind: 250 Euro

Das Kindergeld wird verlässlich bis zum 18. Geburtstag des Kindes gezahlt. Ist das Kind volljährig, kann weiterhin Kindergeld bezogen werden, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

Elterngeld: Lohnersatzleistung für die Betreuung des Kindes

Eltern können für bis zu drei Jahre Elterngeld erhalten. Das Elterngeld dient als Lohnersatzleistung für Eltern, die nicht arbeiten gehen, sondern mit dem Kind zu Hause sind. Gewählt werden kann aus Basiselterngeld für 14 Monate oder ElterngeldPlus für 28 Monate. Es besteht die Option, den Partnerschaftsbonus in Anspruch zu nehmen. Dieser ermöglicht noch einmal vier Monate zusätzlich Elterngeld.

Das Elterngeld wird nur dann gezahlt, wenn der Vater oder die Mutter gar nicht arbeiten gehen oder eine Arbeitszeit von 30 Wochenstunden nicht überschreiten. Einnahmen während der Elternzeit werden teilweise auf das Einkommen angerechnet. In einer Beratung bei der Elterngeldstelle ist es möglich, sich die einzelnen Szenarien ausrechnen zu lassen.

Das ElterngeldPlus wurde entwickelt, damit Eltern während der Elternzeit wieder langsam in den Job einsteigen können. Hier ist es möglich, nebenbei bis zu 30 Wochenstunden ohne Anrechnung arbeiten zu gehen. Für einen Leistungszeitraum von 28 Monaten wird die Hälfte des Basiselterngeldes gezahlt. Eine Kombination der beiden Varianten ist ebenfalls möglich.

Wie hoch das Elterngeld ist, wird durch das Einkommen des Antragstellers oder der Antragstellerin festgelegt. Jedes Elternteil erhält ein Minimum von 300 Euro. Dies gilt auch dann, wenn keine Berufstätigkeit vorliegt. Bei ElterngeldPlus werden 150 Euro monatlich gezahlt. Für die Berechnung anhand des Einkommensgelten die Einnahmen der letzten 12 Monate vor Geburt. Gedeckelt ist das Elterngeld bei einem monatlichen Zahlungsbetrag von 1.800 Euro.

Mutterschaftsgeld: Unterstützung für das Wochenbett

Direkt nach der Geburt steht der Mutter rechtlich der Mutterschutz von acht Wochen zu. Hat das Baby eine Behinderung oder sind Mehrlinge geboren, gibt es Mutterschutz von 12 Wochen. Auch bei Frühchen wird die Zeit verlängert.

Die Zahlung des Mutterschaftsgeldes erfolgt über die Krankenkassen. Hier muss es auch beantragt werden. Die Höhe beträgt pro Kalendertag bis zu 13 Euro. Wenn Mütter ein Nettoeinkommen von mehr als 390 Euro monatlich haben, wird die Differenz zu ihrem normalen Nettoeinkommen durch den Arbeitgeber gezahlt. Das heißt, während des Mutterschutzes erhalten Angestellte weiter ihr normales Einkommen.

Wichtig: Selbstständige haben nicht immer einen Anspruch auf Mutterschaftsgeld. Hier kommt es darauf an, welcher Tarif bei der gesetzlichen Krankenkasse vereinbart wurde. Bei einer privaten Krankenversicherung kann der Anspruch ebenfalls nicht vorhanden sein. Es lohnt sich, bereits mit Bekanntwerden der Schwangerschaft bei der Krankenkasse nachzufragen und vielleicht den Tarif noch zu ändern.

Kinderzuschlag: Hilfe für Geringverdiener

Geringverdiener werden nach der Geburt eines Kindes durch den Staat mit dem Kinderzuschlag unterstützt. Gezahlt wird der Kinderzuschlag an Eltern, deren monatliches Einkommen über 900 Euro liegt. Es handelt sich um das Bruttoeinkommen. Liegt das Bruttoeinkommen darunter, wird der Kinderzuschlag nicht gezahlt. Bei Alleinerziehenden ist der Betrag 600 Euro. Die Höhe ist abhängig vom Einkommen, ist jedoch bei einem monatlichen Betrag von 205 Euro gedeckelt.

Je mehr Einkommen im Haushalt nachgewiesen werden kann, desto geringer wird der Kinderzuschlag. Ab einem bestimmten monatlichen Bruttoeinkommen wird er gar nicht mehr gezahlt. Gezahlt wird der Kinderzuschlag für Kinder bis zu einem Alter von 25 Jahren, wenn diese im Haushalt leben und nicht verheiratet sind sowie nach wie vor einen Anspruch auf Kindergeld haben.

Ziel des Kinderzuschlages ist es, Eltern zu unterstützen, deren Einkommen zu hoch für einen Anspruch auf ALG II ist, die aber dennoch die Bedürfnisse der Kinder nicht abdecken können. Damit soll sichergestellt werden, dass auch Geringverdiener ihren Kindern abwechslungsreiche Freizeitaktivitäten bieten können und in der Freizeit nicht nur von Spielplatz zu Spielplatz gehen müssen.

Unterstützung für frisch gebackene Eltern während der Ausbildung

Deutet sich Nachwuchs während Studium oder Ausbildung ein, wirkt sich dies auch auf den Anspruch beim BAföG aus. Die Einkommensgrenzen ändern sich. Die Anpassungen der Einkommensgrenzen liegen nach der Geburt des Kindes bei bis zu 600 Euro mehr. Es besteht ein Anspruch darauf, die Berechtigung erneut prüfen zu lassen. Pro Kind wird zudem ein Zuschlag in Höhe von 150 Euro beim BAföG gezahlt. Diese Regelungen gelten für das normale BAföG sowie für das Aufstiegs-BAföG.

Unterhaltsvorschuss: Hilfe für Alleinerziehende

Wer allein ein Kind aufziehen muss, der steht häufig vor finanziellen Problemen. Wird dann nicht regelmäßig Unterhalt gezahlt, sind Engpässe möglich. Daher gibt es den Unterhaltsvorschuss. Der Anspruch besteht für alle Kinder, deren Mutter oder Vater alleinerziehend ist und die keinen Unterhalt erhalten. Ebenfalls möglich ist der Erhalt dann, wenn der Unterhalt nicht regelmäßig gezahlt wird. Eine Einkommensgrenze besteht nicht.

Der Unterhaltsvorschuss wird bis zum Ende des 12. Lebensjahres ohne Einschränkung gezahlt. Nachdem das Kind 12 Jahre alt geworden ist, kann er noch bis zum 18. Lebensjahr bezogen werden. Dies gilt jedoch nur dann, wenn keine Leistungen nach dem SGB II gezahlt werden und der Elternteil ein Mindesteinkommen von 600 Euro vorweisen kann.

Die Höhe des Betrages ist abhängig vom Alter des Kindes. Stand 2021 erhalten Kinder bis zu einem Alter von fünf Jahren einen monatlichen Betrag von 174 Euro.

Steuerfreibeträge: die unterschätzten Zuschüsse

Eine Förderung der Eltern ist auch durch den Kinderfreibetrag möglich. Dies gilt allerdings nur dann, wenn Eltern auf das Kindergeld verzichten. Welche der beiden Varianten lohnenswerter ist, kann durch den Steuerberater oder das Finanzamt berechnet werden. Der Kinderfreibetrag sorgt für eine Minderung der Steuer. Die Einkommenssteuer kann so reduziert werden. Ob die Steuerfreibeträge mehr Einsparungen bringen, ist abhängig vom gemeinsamen Einkommen der Eltern. Liegt dieses bei mehr als 70.000 Euro, kann sich eine Berechnung lohnen.

Unterstützung durch die Grundsicherung

Eltern, die eine Grundsicherung oder andere Sozialleistungen beziehen, können diese auch für den Nachwuchs beantragen, wenn ein Kind geboren wird. Die Grundlage für die Berechnung ist die Regelbedarfsstufe. Pro Monat erhalten Kinder bis zum sechsten Lebensjahr einen Betrag von bis zu 245 Euro. Die Beantragung der Leistungen erfolgt über das Jobcenter.